Tourismus: 1,25 Mio mehr Steuern pro Saison?

Steuerreform gefährdet Niedrigpreissektor im Osttiroler Tourismus.

Im März 2013 konnten sich Osttirols Tourismustreibende über deutlich mehr Gäste freuen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Foto: Skizentrum St. Jakob
Sind die Tourismusbetriebe die Verlierer der Steuerreform? Foto: Skizentrum St. Jakob

Seit Bekanntwerden der Details der Regierungsvorlage zur Steuerreform läuft die österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) Sturm gegen die Erhöhung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Nächtigungen von 10 auf 13 Prozent, die nochmalige Erhöhung der Grunderwerbssteuer sowie die Verlängerung der Abschreibungsdauer auf Immobilien von 30 auf 40 Jahre. In einer gemeinsam mit der Wirtschaftskammer organisierten Protestaktion konfrontierte man am Dienstag in Wien die Bundesregierung mit ihren Forderungen.

Die Regierung selbst zeigt sich davon wenig beeindruckt, und will nur in Teilbereichen Abstriche von den Reformplänen machen. Die Präsidenten der ÖHV, Michaela Reitterer und Mag. Gregor Hoch, wollen nun Druck auf die Tourismussprecher der Länder machen. „Wir werden bekanntgeben, welche Tourismussprecher, welche Abgeordnete aus den Tourismusregionen im Nationalrat für das größte Tourismusbelastungspaket der Zweiten Republik stimmen“, kündigt Reitterer an.

Zeitgleich mit den Protesten begrüßt der Tiroler Landeshauptmann Platter in seiner Funktion als Tourismusreferent Aussagen der Regierungsspitze, dass es bei der Abschreibung von Gebäuden und auch bei der Grunderwerbssteuer Nachbesserung geben solle. Platter betont, er habe sofort nach Bekanntwerden der Reform auf Änderungen gedrängt.

Die Mehrwertsteuer auf Nächtigungen liegt in den Nachbarländern Italien bei 10, in Deutschland bei 7 und in der Schweiz gar nur bei 3,8 Prozent. Laut ÖHV und WKO komme es zu einer nachhaltigen Schwächung des Tourismusstandorts Österreich. Von der MwSt.-Erhöhung besonders betroffen dürften niedrigpreisige Anbieter sein, da sie in einem offenbar ruinösen Wettbewerb kaum Möglichkeiten haben selbst marginale Preiserhöhungen weiter zu geben.

In Osttirol lag der von den Statistikern errechnete Wintersaisons-Umsatz 2013/14 für Nächtigung und Frühstück bei 41,5 Millionen Euro. Bliebe der Umsatz gleich, dann müssten 2016 um 1,25 Millionen mehr an Umsatzsteuer gezahlt werden.

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1 Posting bisher
gruenxi vor 3 Jahren

Auch dieses Beispiel zeigt, dass dies keine Reform ist und wir Alle die Kosten dafür tragen müssen. Vielleicht nicht die nächsten 2 Jahre, aber dann um so heftiger. Welche Regierung traut sich endlich, die seit 2 Jahrzehnten diskutierten Reformen anzugehen ? Vermutlich keine, weil alle Angst vor den unnützlichen, keine Verantwortung tragenden LH haben. Oder Reformen werden erst eingeführt, wenn wir uns in finanziellen Umständen wie die Griechen befinden... (Ist ja nicht weit weg, siehe Hypo..)