Osttiroler Tourismus legte beim Umsatz zu

In Summe expandierten Hotels und Seilbahnwirtschaft.

Fast jedes Unternehmen in Tirol zahlt Tourismusbeiträge, die nach einem Promillesatz vom „Tiroler Binnenumsatz“ ermittelt werden, das ist der Umsatz, den z.B. ein Gewerbebetrieb innerhalb Tirols tätigt. Verkauft der Tischler eine Küchenbank in Kärnten oder Salzburg, ist das kein „Binnenumsatz“, es muss auch kein Anteil in die Tourismuskasse abgeliefert werden.

Im gesamten Bezirk Lienz wurden im Jahr 2013 laut einer aktuellen Statistik des Landes 1.117 Millionen Euro Umsatz mit Kunden innerhalb Tirols erwirtschaftet. Knapp 13% dieser Summe entfallen auf „tourismusnahe Betriebe“ wie Hotels, Gasthäuser, Seilbahnen, Schiverleih etc. Sie setzten 2013 insgesamt 144,3 Millionen Euro vor Ort um, um rund 20 Millionen Euro mehr als im Jahr 2008. Nicht erfasst sind die Umsätze der Betriebe, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen.

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Millioneninvestments, beispielsweise in Kals, sind für die Zuwächse bei Hotels und Bergbahnen verantwortlich. Foto: Expa/Groder

Blickt man auf die Umsatzdetails, dann zeigt sich in den Tabellen ein Wandel in der Osttiroler Tourismuswirtschaft. Die Zuwächse gehen ausschließlich auf das Konto von zwei Gruppen: zum einen wuchsen die Umsätze der professionellen Hotellerie. „Gastwirte mit Beherbergung“ steigerten ihren Umsatz von 60,4 Mio. Euro im Jahr 2008 auf 74,5 Mio. Euro im Jahr 2013. Um mehr als fünf Millionen Euro stieg im Beobachtungszeitraum auch der Umsatz wintersportnaher Berufsgruppen, darunter „Aufstiegshilfen“, Skiverleiher und Skischulen. Sie legten von 14 auf 19 Millionen Euro Umsatz zu.

Hinter diesen trockenen Zahlen stehen in der Realität massive Investitionen in Hotels und Seilbahnen. Zwischen 2008 und 2013 nahmen mehrere große Hotels ihren Betrieb auf, darunter das Gradonna in Kals, das Grand Hotel in Lienz, der Holunderhof und das Dolomitengolf Suites in Lavant. Außerdem wurde die Skischaukel Kals-Matrei in Betrieb genommen.

Keine Wachstumsdynamik zeigen in Summe die Gruppen der Wirte ohne Zimmer und die Privatzimmervermieter.

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3 Postings bisher
Marcus G. Kiniger vor 3 Jahren

Sehr geehrte User,

im Bestreben, Ihnen als Leser möglichst aktuelle Zahlen zu präsentieren, bezieht sich der Artikel auf die Umsatzzahlen des Jahres 2013. Zahlen jüngeren Datums liegen nicht vor, Detailanalysen hingegen sprengen den redaktionellen Rahmen.

1.890.934 Nächtigungen wurden im Bezirk Lienz im Jahr 2013 von der Statistik Tirol verbucht.

Der Rückfluss in den TVB-Osttirol aus Pflichtbeiträgen im Jahr 2013 betrug in Summe 4.887.367 Euro. Basis hierfür bilden die Umsätze aus 2012. Dort lag der Tiroler Binnenumsatz des Bezirks Lienz bei 1.105 Mio. Euro. 2008 lag er noch bei 1.030 Mio. Euro. Über eine Milliarde Euro Binnenumsatz scheint mir beachtlich, und Grund für positive Stimmung.

Der Osttiroler Pflichtbeitragssatz beträgt seit 2008 14 Promille, zusätzliche 1,2 Promille wiederum fließen an den Tiroler Tourimusförderungsfonds. Besonders tourimusnahe Betriebe der Pflichtbeitragsgruppe Eins zahlen diese 1,52 Prozent ihres Umsatzes zu 100%, die der Pflichtbeitragsgruppe Zwei zu 80%, die der Gruppe Drei zu 60% etc..

Eine Zeitreihe der Einnahmen des TVB-O aus Plichtbeiträgen und Nächtigungsabgaben beginnend mit dem Jahr 2008 können Sie unter https://www.dolomitenstadt.at/wp-content/themes/dolomitenstadt/magazin-02-14.html auf Seite 62 folgende finden.

Aussagen über konkrete Zahlen der Personenbeförderung lassen sich nicht machen. Der Sprung des wintersportnahen Sektors liegt mit 5 Mio. Euro Zuwachs definitiv über den Inflationsraten der Jahre von 2008 bis 2013. Jahresdurchschnittsinflationen von 2008 bis 2013 in Prozent: 3,2 - 0,5 - 1,9 - 3,3 - 2,4 Alleine die Umsatzsteigerung von 2008 auf 2009 betrug in diesem Segment knapp 20% und wären mit Tariferhöhungen und Indexanpassungen nicht zu erklären.

Bei den nächtigungsrelavanten Unternehmen erwirtschaftet die Berufsgruppe der Gastwirte mit Beherbergung knapp 90 Prozent, wieder unter dem Hinweis, dass darin Umsätze von Kleinunternehmern nicht erfasst sind. Zu letzerer Gruppe gehören vor allem Privatzimmervermieter.

In der Hoffnung, Sie interaktiv gut informiert zu haben,

Marcus G. Kiniger

@ fb: Sie hoffen zu Recht, Ihr Eindruck täuscht.

fb vor 3 Jahren

@MG:KINIGER: Ich frage mich, wem sind diese Kommentare geschuldet, versuchen Sie eigene kritische Überlegungen anzustellen? Wenn ja, warum nicht Vergleich zu 2012 ziehen?

Ich habe den Eindruck, und ich hoffe eigentlich dass dieser falsch ist, dass Sie irgendwie abgestimmt mit dem TVBO Artikel lancieren, die positiv stimmen sollen.

Bei Ihrer Recherche würde ich gerne wissen, wieviel Nächtigungen da zugrunde liegen, auch, wie hoch der Rückfluß der Übernachtungen in das Budgetaufkommen des TVBO ist.

Zu den Aufsteigshilefen: Wieviel Personenbeförderungen bibt es da jeweils für das angeführte Jahr. Ein Anstieg von 14 auf 17 Mio ist, wenn man Teuerung per Jahr abrechnet, und zum Beispiel die Tariferhöhungen der LB dazuzählt,nicht mehr so gravierend.

mischmaschin vor 3 Jahren

sorry, aber der vorletzte Absatz führt die Schlagzeile eh ad absurdum - auf was weise ich schon seit geraumer Zeit hin?