Auer- und Birkhahn, nehmt euch in Acht!

Der Auftakt des Jagdjahres beginnt mit dem traditionellen Abschuss von Auer- und Birkhahn.

Die Balz ist eine gefährliche Zeit für die jungen Birkhähne. Foto: Nationalpark Hohe Tauern
Die Balz ist eine gefährliche Zeit für die jungen Birkhähne. Foto: Nationalpark Hohe Tauern

Ab Mitte April leben der Auerhahn und der Birkhahn in Osttirol gefährlich. Wie viel sie davon mitbekommen, ist allerdings die Frage, denn ihr eigentliches Anliegen dürfte zu dieser Zeit ein ganz Anderes sein, fällt doch die Jagd direkt in die Balzzeit. Laut Auskunft von Bezirksjägermeister Martin König wird die Jagd auf die beiden Vogelarten nicht so sehr vom Jagdgesetz sondern von der Vogelschutzrichtlinie bestimmt. Diese schreibt regelmäßige Zählungen und Beobachtungen vor, zudem würden die Jäger auch freiwillige Zählungen durchführen, denn erst wenn der Bestand gesichert sei, dürften einige Tiere zum Abschuss freigegeben werden. Durchschnittlich brauche es 15 Tiere, damit eines abgeschossen werden dürfe, doch so ganz genau sei das nicht, denn es hänge auch vom Gebiet, vom Alter der Tiere und anderen Faktoren ab, so der Bezirksjägermeister, der auch als Stadtförster für das Stadtamt Lienz tätig ist.

Die Quoten werden aufgrund der Zählungen berechnet, und zwar ganz genau und für jeden der 22 Hegebezirke Osttirols extra. So dürfen in diesem Jahr 40 Auerhähne in Osttirol geschossen werden. In manchen Hegebezirken nur einer, in Kartitsch vier. Die Zahl ist insgesamt um zwei gegenüber dem Vorjahr gestiegen, weil es den Beständen derzeit gut geht. Auch 118 Birkhähne werden in diesem Jahr ihr Leben lassen müssen, in früheren Jahren sind es bis zu 200 gewesen.

Bezirksjägermeister Martin König ist es wichtig, dass der Bestand der Tiere gesichert bleibt.
Bezirksjägermeister Martin König ist es wichtig, dass der Bestand der Tiere gesichert bleibt.

Generell bemühe man sich in Osttirol sehr um den Bestand, sagt Martin König und drückt es mit einem Lächeln so aus: „Man wird ja nicht den Ast absägen, auf dem man sitzt.“ Wenn man die Vögel abschießen wolle, müsse man zuerst dafür sorgen, dass es auch ausreichend Exemplare gebe. So werde darauf geachtet, dass die Brutgebiete „zusammengeräumt“ würden. Da es aktuell weniger Waldweiden als früher gibt, muss man für die Brutgebiete und auch für die Nahrung ein wenig künstlich sorgen, indem man darauf achtet, dass es genügend Beeren und ruhige Plätzchen gibt. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Balzbaum, denn die Hähne kommen immer wieder zum gleichen Baum zurück. Diesen zu schlägern sollte vermieden werden. Ganz besonders auf der Zunigalm habe man in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Hohe Tauern und vielen Freiwilligen dafür gesorgt, dass die Vögel auch spezielle Flugschneisen erhielten. Insofern dürfe man dann ohne schlechtes Gewissen die Jagd genießen, denn – auch davon erzählt Bezirksjägermeister König – diese Jagd sei etwas sehr Sensibles und Besonderes, schließlich sei sie eine alte Tradition und bilde den Auftakt für das Jagdjahr.

Im Mittelalter standen der Auer- und der Birkhahn auf den Delikatesslisten, heute wird er zwar noch manchmal verspeist, insbesondere der kleinere der beiden, der etwas zartere Birkhahn, doch gilt sein Geschmack, wie Martin König zu berichten weiß, als etwas „harzig“. Schließlich ernähren sich beide Vogelarten hauptsächlich von Baumnadeln, Knospen und Beeren. Beliebter sind daher beide als Trophäe, so heißt es, die Birkhahnfedern machten sich sehr gut auf Hüten und der Auerhahn in präparierter Form an einer Wand.

Der Auerhahn ernährt sich gerne von Knospen, Baumnadeln, Beeren und Blättern. Foto: Nationalpark Hohe Tauern
Der Auerhahn ernährt sich gerne von Knospen, Baumnadeln, Beeren und Blättern. Foto: Nationalpark Hohe Tauern

Wer in den Genuss kommt, einen der erlegten Vögel zu ergattern und auf die Trophäe an der Wand verzichtet, kann mit dem Auerhahn einen ganz vorzüglichen Braten genießen. Dazu empfiehlt es sich, ihn vorher einige Tage abzuhängen, ehe man ihn entfedert, mit Zitrone einreibt, salzt und mit Speck umwickelt. Auch Füllungen aus Früchten, Fleisch und Zimt machen sich gut. Während einige darauf schwören, den Vogel in brauner Butter herauszubraten, wäre ein Bad in Madeira vielleicht nicht zu verachten.

Ende Mai ist die Gefahr für die fasanartigen Vögel übrigens wieder vorbei. Gejagt werden dürfen sie nämlich nur 15 Tage lang innerhalb einer Zeitspanne, die zwei Monate beträgt. Wann genau man wo schießen darf, wird per Verordnung festgesetzt und kontrolliert.

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2 Postings bisher
chiller336 vor 3 Jahren

bin ganz deiner meinung tetris .... aber es gibt zum glück ja eh welche, die ihr ziel auch verfehlen haha

tetris vor 3 Jahren

Hoffentlich geht den Jägern dann auch ordentlich einer ab, wenn sie sich daran aufgeilen, hilflose Tiere zu erschiessen!!! Warum sucht ihr euch nicht ein anderes Hobby??? Aber hauptsache, man kann sich damit brüsten, ein totes Tier an der Wand hängen zu haben!!! Wiederlich!!!