Entwicklung der Volksbank bleibt spannend

Vorstandsvorsitzender Mattersberger spricht von Falschmeldungen.

Der Lienzer Vorstand sieht in der kleinen regionalen Dolomitenbank Osttirol-Westkärnten die einzig mögliche Lösung.
Der Lienzer Vorstand sieht in der kleinen regionalen Dolomitenbank Osttirol-Westkärnten die einzig mögliche Lösung.

Die Medienberichte sind sich derzeit einig: Was die Finanzmarktaufsicht kürzlich andeutete, könnte mit 30. Juni 2015 Wirklichkeit werden. Die sogenannten „Rebellen“ unter den Volksbanken, darunter Osttirol-Westkärnten, könnten ihre Einlagensicherung und in der Folge die Lizenz verlieren, sollten sie sich nicht besinnen und den Weg der anderen Volksbanken gehen. Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) wird mit selbem Datum aufgelöst und die einzelnen Banken unter Führung der Volksbank Wien-Baden zu einem neuen Verbund zusammengefasst. Für die Volksbank Osttirol-Westkärnten, die sich in Zukunft Dolomitenbank Osttirol-Westkärnten nennen möchte, würde das bedeuten, dass es keinerlei Dienstleistungen mehr von Seiten der Volksbank geben würde.

Vorstandsvorsitzender Hansjörg Mattersberger sieht die Lage ganz anders und gibt sich im Gespräch selbstsicher: „Das sind klare Falschmeldungen“, sagt er und fährt fort: „Die Einlagensicherung ist gegeben. Das liegt schriftlich vor.“ Dies sei mit der Wirtschaftskammer, der Volksbanken Genossenschaft sowie dem Österreichischen Genossenschaftsverband abgesprochen und schriftlich festgehalten worden. Dementsprechend, so Mattersberger weiter, sei auch die Lizenz keineswegs gefährdet. Dass trotzdem immer wieder das Gegenteil behauptet werde, liege daran, dass ein Teil der Finanzmarktaufsicht (FMA) noch immer eine große Lösung anstrebe, obwohl ohnehin mehr als 90% der Volksbanken der neuen Regelung zugestimmt hätten und diese damit nicht in Gefahr sei.

Im Gegensatz zur FMA sei die EZB positiver gestimmt und würde der Regionalbank zustimmen, glaubt Mattersberger. So ist er sich sicher, dass man in Gesprächen mit EZB, Nationalbank und FMA demnächst zu der von der Lienzer Volksbank gewünschten Lösung kommen werde. Eine Regionalbank „gerade in einer so abgelegenen Region wie Osttirol“, so Mattersberger, sei „gesund, richtig und wichtig. Die Kranken sind immer die ganz Großen.“ Auch von politischer Seite in Tirol gebe es genau deshalb klare Signale pro Regionalbank.

Sogar einen Kooperationspartner gebe es bereits. Dieser würde demnächst bekannt gegeben. Insgesamt werde man bis Ende Juni eine Klärung haben. Auf die Frage, ob er noch immer optimistisch sei, antwortete der Vorstandsvorsitzende mit einem klaren Ja und betonte zum Abschluss, dass mit der Erhaltung der Eigenständigkeit der Dolomitenbank Osttirol-Westkärnten Arbeitsplätze erhalten blieben, die unter der Großbank abgezogen würden.

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5 Postings bisher
skeptiker vor 2 Jahren

Ich denke es ist höchste Zeit für eine Lösung und nicht für mediale Durchhalteparolen.

Soll es auf ein rechtliches Hick-Hack nach dem 30. Juni hinauslaufen? Zumindest ein abgestimmtes Statement von VB, FMA, FM und EZB wäre dringendst erforderlich. So wird der Kunde nur noch mehr verunsichert – nichts weiter. Und nebenbei werden sicher schon Sparguthaben aufgrund der unsicheren Zukunft sicherheitshalber abgezogen (ich kenne mind. einen Fall – andere sind auch schon beim Überlegen).

Und auf Hr. Mattersberger könnte man mit folgenden Artikel antworten: http://derstandard.at/2000015135065/Fuer-OeVAG-Rebellen-wird-es-eng wo folgendes widersprüchliches zu seinen Aussagen steht: „Neben der ÖVAG (Volksbanken AG), die ihre Dienstleistungsverträge mit den drei Rebellenbanken zum 30. Juni aufgekündigt hat, hat nach APA-Informationen auch der Verbandsrat des Genossenschaftsverbands ÖGV diesen drei Banken die Unterstützung gekündigt. (APA, 30.4.2015)“

Und eines sei nochmals in Erinnerung gerufen. Die ÖVAG hat das Desaster zu einer Zeit eingefahren wo sie noch zu 100% im Besitz der lokalen VBs war. Ebenfalls hat der Staat mit x Milliarden Steuergeld den Sektor gerettet – ohne diese Rettung gäbe es wahrscheinlich einige lokale VBs nicht mehr. Nicht immer über die Anderen schimpfen, man hat da schon eine gewisse Mitverantwortung.

holymoly vor 2 Jahren

das spannende ist ja, dass die politiker und grossbanker unseren gesamtschlamassel überall zu verantworten haben und die presse darauf nicht wirklich reflektiert ... natürlich, weil sie von diesen abhängig ist. putin lässt grüssen. ich sehe keinen unterschied zu solch regierten ländern, leider. die intelligentesten sind diese anzugträger allesamt nicht und je weiter sie oben angelangt sind, desto schlechter ist die sauerstoffversorgung vom denkapparat. charakter haben unsere top-politiker allesamt keinen: wenns gut läuft stellen die sich in die erste reihe und verplempern bei den maiaufmärschen weiter unser aller geld; wenns daneben geht haben sie tausend ausreden , ........ was also wird sich ändern???? ja, moloche aufbauen und die kleinstrukturen zerstören, darin sind sie gut, dann gibts wieder aufsichtsposten zu verteilen ......

Hot doc vor 2 Jahren

Toi Toi Toi Herr Dir. Mattersberger.

Das Wort FMA kann sowieso niemand mehr hören. Bei den Großen Hypo Alpe Adria, BAWAG, Hypo Tirol,... hat man nichts gesehen, und die kleinen Gesunden werden gequält. Da es bei der ganzen Sache nur um Geld geht, soll man nun endlich die Karten auf den Tisch legen und sagen wieviel es kostet auszusteigen. Eine Bank die gut steht soll zahlen, falls nicht, ab in den Pleiteverbund mit dem Kopf von der ÖVAG (die Ihren Job so retten!).

Die Presse sollte auch leise treten, dann geht vieles leichter. Jedenfalls ist derzeit keine ao HP-versammlung anberaumt, was ein gutes Zeichen ist.

Huettenwirt vor 2 Jahren

Ich bin mir sicher, daß auch Herr Mattersberger bis Ende Juni klein beigeben muss.

fb vor 2 Jahren

Es bleibt zu hoffen, dass die FMA, dahinter steht ja FM Schelling, nicht dem Prinzip huldigt: Die "Großen" (HYPO Alpe Adria) lass ma laufn, auf die "Kleinen" haut man dafür drauf...