Unterschriften für eine internationale Partnerschaft

Die drei Tirols, das Trentino und Belluno wollen per Dolomiti LIVE noch enger zusammenarbeiten.

Der Partnerschaftsvertrag ist unterzeichnet, Gastgeschenke ausgetauscht. Jetzt kann die Arbeit im Kleinen beginnen. v.l.: Ugo Rossi (LH Trentino), Günther Platter (LH Tirol), Daniela Larese Filon (Präsidentin der Region Belluno) und Arno Kompatscher (LH Südtirol). Fotos: Expa/Groder
Der Partnerschaftsvertrag ist unterzeichnet, Gastgeschenke ausgetauscht. Jetzt kann die Arbeit im Kleinen beginnen. v.l.: Ugo Rossi (LH Trentino), Günther Platter (LH Tirol), Daniela Larese Filon (Präsidentin der Region Belluno) und Arno Kompatscher (LH Südtirol). Fotos: Expa/Groder

Mittwoch Abend, 27. Mai, stand Dölsach im Zentrum eines – wie mehrfach betont wurde  – historischen Ereignisses: Die Präsidentin der Provinz Belluno, Daniela Larese Filon und die Landeshauptleute von Tirol (Günther Platter), Südtirol (Arno Kompatscher) und dem Trentino (Ugo Rossi) trafen zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages Dolomiti LIVE zusammen. Das wäre an sich noch nicht verwunderlich, da es bekannt ist, dass man gemeinsam und grenzübergreifend einen leichteren Zugang zu EU-Geldern hat. Historisch ist vor allem der Zugang, den die Politiker oder vielmehr die beteiligten Organisationen, federführend dabei das Regionsmanagement Osttirol (RMO), gewählt haben.

Nach sieben Jahren erfolgreicher gemeinsamer Projekte mit Interreg-Anteil will man die Zusammenarbeit weiter ausbauen und insbesondere Projekte, die direkt aus der Bevölkerung kommen, fördern. Das passende EU-Programm dazu heißt CLLD (Community-Led Local Development), was nichts anderes bedeutet, als dass die lokale Entwicklung von der Bevölkerung selbst getragen werden soll. Dieser Ansatz bedeutet eine Kooperation, die weit über das rein Finanzielle hinausgeht. Es geht einerseits um die großen Vorhaben bezüglich Tourismus, Umweltressourcen, Kultur, Gesundheit und auf der anderen Seite um Kleinprojekte zu Sprachen, Austausch, gemeinsamem Handel und Vielem mehr. Michael Hohenwarter, Geschäftsführer des RMO, betonte das „Verständnis füreinander“, das man entwickeln wolle, um „Vertrauen aufzubauen und Glauben ineinander zu haben“.

Landeshauptmann Günther Platter sprach an diesem Abend davon, „durch die gemeinsamen Projekte die Grenzen in den Köpfen“ zu beseitigen“. Sein Südtiroler Kollege Arno Kompatscher ging einen Schritt weiter, indem er sagte, man wolle und könne nun „umsetzen, was wir sonst nur ankündigen“. Man wolle, so Kompatscher weiter, „die Leute zusammenführen“. Ugo Rossi, Landeshauptmann von Trentino, betonte in Richtung des Dölsacher Bürgermeisters Josef Mair, der der Gastgeber des Abends war: „Wir fühlen uns hier zu Hause.“ Habe man am 23. Mai noch gemeinsam der traurigen Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg gedacht, sei das so kurz darauf folgende Treffen am heutigen Tag eines voller Freude. So schloss Rossi mit den Worten: „Wir leben im selben Haus und haben daher eine gewisse gemeinsame Verantwortung“. Diese wolle man in Hinblick auf die Entwicklung der Regionen daher auch gemeinsam wahrnehmen.

Begonnen hatte der Abend mit Zusammenarbeit auf anderer Ebene: Die Franz von Defregger Musikkapelle Dölsach spielte auf und die beiden Landeshauptleute Platter und Kompatscher griffen zum Taktstock, Platter in der Folge sogar zum Blasinstrument. Wie viel Einsatz hinter den Unterschriften der Landeshauptleute steckt, wurde klar, sobald man einen Blick hinter die Kulissen warf: Michael Hohenwarter stellte vergangene und zukünftige Projekte vor und RMO-Mitarbeiterin Gina Streit übersetzte, vermittelte, führte herzlichen Small-Talk und gab allen Gästen das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein. Der Südtiroler Landeshauptmann Kompatscher wünschte der Interreg V-Periode schließlich „gute Projekte, kreative Menschen und wenige Probleme mit der europäischen Bürokratie“. Sein Wort in aller Behörden Ohr.

Fotos: Expa/Groder

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1 Posting bisher
bzler vor 2 Jahren

Ich verstehe, dass Ugo Rossi wegen des Euregio-Gruppen-Treffens vor Ort war, aber hat er auch wirklich den Interreg-V Dolomiti LIVE Vertrag mit unterschrieben? Wenigstens war bisher das Trentino nicht beim Interreg-IV, das es ja nicht direkt an Österreich grenzt und auf dem Foto fehlt er auch bei der Unterzeichnungszeremonie.

http://www.interregrat.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=1&Itemid=5&lang=de