Heimlicher Star: Murmuyo und das Chaos

Ein chilenischer Clown eroberte die Herzen des Olala-Publikums.

Schon die Ankündigung im Olala-Programm klang vielversprechend: „Unnachahmlich, urkomisch, anarchisch und manchmal gewagt … Passanten können einem fast leid tun.“ Und tatsächlich, wer zur Zeit der Aufritte von Murmuyo mit Auto, Fahrrad oder Motorrad in der Stadt unterwegs war, tat gut daran, nicht in die Zwergergasse zu wollen, denn an deren Ecke regelte der Clown Murmuyo den Verkehr, oder vielmehr kreierte er das dankbar größte Verkehrschaos.

Murmuyo war unterwegs: Und weg war die Handtasche! Fotos: Marco Leiter
Murmuyo war unterwegs: Und weg war die Handtasche! Fotos: Marco Leiter

Die Verdeckung eines Autos landete auf der Windschutzscheibe des nachfolgenden und Fahrer mit Hut waren bald ohne Kopfbedeckung. Aus den Fahrradkörben kugelten die Handtaschen und Motorradfahrer hatten plötzlich einen Passagier hinter sich sitzen – blöd nur, dass ihnen dieser die Augen zuhielt. Hundertstelsekunden nachdem er Autos weitergewunken hatte, lag der chilenische Clown schon am Boden vor ihnen und spielte den Verletzten. Besonders arm war der Lieferant einer Lienzer Bäckerei, dem Murmuyo eine Getränkekiste aus dem Lieferwagen stahl und die vollen Flaschen unter dem Publikum verteilte. Was der Fahrer wohl seinem Chef erzählte? Vielleicht: „Ein Clown hat mich überfallen!“ Bei einem anderen hatte er weniger Glück, denn es gab nur Leergut, aber auch das musste dran glauben.

Der Chilene arbeitet nach dem Motto: Ein klein wenig Schadenfreude verspürt jeder gerne! Das Konzept scheint aufzugehen, denn bei einer kleinen Dolomitenstadt-Umfrage wurde fast immer Murmuyo als besonderer Olala-Geheimtipp genannt. Nur mit dem Auto durch die Stadt wollte nach Freitag Nachmittag plötzlich kaum jemand mehr. Man konnte ja nicht wissen, ob Murmuyo nicht doch zurückkehrt …

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