Das lange Warten nach dem Landtagsbeschluss

Das Jugend-Rehabilitationszentrum Ederhof kämpft um die zugesagte Erweiterung.

Der Ederhof in Iselsberg-Stronach betreut medizinisch, gibt den Kindern und Jugendlichen vor allem aber auch Lebensmut und die Kraft, weiterzumachen. Fotos: Brunner Images
Der Ederhof in Iselsberg-Stronach betreut medizinisch, gibt den Kindern und Jugendlichen vor allem aber auch Lebensmut und die Kraft, weiterzumachen. Fotos: Brunner Images

Es war im November 2014. Damals war man sich nach einer Petition von Osttiroler Bürgermeistern im Landtag einig, dass der Ederhof, eine Rehabilitationseinrichtung für Kinder und Jugendliche, die weit über die Grenzen Osttirols hinaus bekannt ist, nicht nur erhaltenswert ist, sondern auch ausgebaut werden soll. Seitdem ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, viel geschehen ist nicht.

Um das zu ändern, luden die Leitung des Ederhofs und seine Patienten die Osttiroler Landtagsabgeordneten nach Iselsberg-Stronach ein, um mit ihnen zu diskutieren. Es gibt gewiss einfachere Termine für Politiker, denn junge Menschen, die um ihr Leben kämpfen und ganz genau wissen, was wichtig ist, will man nicht unbedingt mit allgemeinen Aussagen vertrösten. Konkretes anzubieten hatte an diesem Nachmittag am Ederhof dennoch niemand.

Die Landtagsabgeordneten, im Bild Josef Schett und Elisabeth Blanik, waren sich quer über alles Parteien einig: Der Ederhof soll und muss erweitert werden.
Die Landtagsabgeordneten, im Bild Gabi Fischer (von hinten), Josef Schett und Elisabeth Blanik, waren sich quer über alle Parteien einig: Der Ederhof soll und muss erweitert werden.

Österreich besitzt einen Rehabilitationsplan, in dem festgelegt ist, dass 340 neue Betten für die Rehabilitation geschaffen werden. Aufgeteilt auf neun Bundesländer ist das nicht besonders viel. Der Ederhof bräuchte für seine Erweiterung Kontingente aus anderen Bundesländern, wobei Kärnten und die Steiermark geografisch dafür am sinnvollsten wären. Während man in Kärnten ursprünglich der Meinung war, es sei besser, sich Osttirol anzuschließen, als ein eigenes Rehab-Zentrum zu bauen, wollte man in der Steiermark von Anfang an keine Bettenkontingente aufgeben. Es damit auf sich beruhen zu lassen, ist für den Ederhof unmöglich. Die jungen Patienten machten das in der Diskussion am 11. August sehr deutlich. Niemand weiß besser, was gebraucht wird, als das Betreuungsteam und die Jugendlichen selbst.

Die Diskussion zwischen den Jugendlichen und den Politikern verlief positiv. Auf beiden Seiten war man beeindruckt, einerseits die Landtagsabgeordneten von der Kraft der Jugendlichen und umgekehrt diese von den Politikern, weil nicht nur Versprechungen gemacht wurden, sondern auch sehr persönliche Erfahrungen und Schicksale geteilt wurden.

Die Abgeordenten, hier Hermann Kuenz und Gerald Hauser, versprachen, sich beim Land und im Gesundheitsministerium für den Ederhof einzusetzen.
Die Abgeordneten, hier Hermann Kuenz und Gerald Hauser, versprachen, sich beim Land und im Gesundheitsministerium für den Ederhof einzusetzen.

Der Ederhof ist österreichweit die einzige Rehab-Einrichtung für Jugendliche vor und nach Organtransplantationen. Die Erweiterung des Ederhofs ist prinzipiell genehmigt und wie Geschäftsführer Robert Weichselbraun bestätigt, hat man in Wien eine gute Lobby. Wo es noch an Unterstützung mangelt, ist in Tirol selbst, denn dass die Erweiterung trotz allem in Gefahr ist, liegt an Nordtiroler Plänen, in Hall ein Rehab-Zentrum zu bauen.

Zugesagt werden konnte daher am Ende der Diskussion nichts anderes als der Versuch, sich darum zu kümmern, denn auch diesmal waren sich alle Politiker einig: Der Ederhof und seine Bewohner brauchen alle erdenkliche Unterstützung und zwar rasch, denn gerade Zeit ist eines der großen Themen in der Rehabilitationsarbeit, die die Kinder und Jugendlichen am Ederhof vor sich haben. Robert Weichselbraun sieht die Entwicklung optimistisch und bald kommt auch wieder Unterstützung für das Lobbying, diesmal aus Nordtirol: Hansi Hinterseer ist demnächst angesagt.

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bergfex vor 2 Jahren

...im Landtag einig, ....werden soll. ........ ein halbes Jahr vergangen, viel geschehen ist nicht.......... Wo es noch an Unterstützung mangelt, ist in Tirol selbst, .......... dass die Erweiterung trotz allem in Gefahr ist, liegt an Nordtiroler Plänen, in Hall ein Rehab-Zentrum zu bauen........Zugesagt werden konnte daher am Ende der Diskussion nichts anderes als der Versuch,............. will man nicht unbedingt mit allgemeinen Aussagen vertrösten.

Einfach nur POLITIKERGEFASEL.

Alles nur Schlagworte, Worthülsen, Scheingefechte. Es ist traurig wie hier im Land mit solchen Institutionen / Patienten umgegangen wird.