Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern

Nach langer Vorverhandlung ist man sich inzwischen einig, dass man diskutieren wird.

Die Diskussionen über die Gehälter in den Tiroler Krankenhäusern sorgen seit Monaten für einige Unruhe. Es geht dabei einerseits um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Ärzte und andererseits des nicht-medizinischen Personals. Über die Ärztegehälter finden derzeit regelmäßige Verhandlungsrunden statt, wobei noch keine Details fixiert sind. Beim nicht-medizinischen Personal scheint man sich nun zumindest darauf geeinigt zu haben, dass man vorverhandelt, wobei es nur um das Pflegepersonal zu gehen scheint, nicht aber um Angestellte in der Verwaltung der Krankenhäuser, um Schreibkräfte und andere.

Bessere Arbeitsbedingungen in den Tiroler Spitälern waren Thema der Sitzung im Landhaus mit LR Bernhard Tilg. Foto: Land Tirol/Schwarz
Bessere Arbeitsbedingungen in den Tiroler Spitälern waren Thema der Sitzung mit LR Bernhard Tilg. Foto: Land Tirol/Schwarz

Am 18. August fand im Innsbrucker Landhaus die Startrunde dazu statt. Auf Einladung von Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg nahmen Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, Rudi Puecher als Vertreter der Bezirkskrankenhäuser, die Betriebsräte Gerhard Hödl und Petra Grössl-Wechselberger, GÖD-Obmann Gerhard Seier, Ambros Knapp als Vertreter der Arbeiterkammer und weitere Experten an diesem ersten Gespräch über die „Attraktivierung der Arbeitsbedingungen in den Tiroler Krankenanstalten“ teil.

Die Expertenarbeitsgruppe wurde beauftragt, insbesondere die Themen altersgerechte Arbeitsplätze, Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung, die Möglichkeit eines Sonderurlaubes als Sabbatical sowie die Stärkung der Fortbildungsmöglichkeiten eingehehend zu bearbeiten.

Im Bezirkskrankenhaus Lienz gibt man sich vorsichtig optimistisch. Man findet es positiv, dass nun konkrete Themen auf dem Tisch sind. Der Betriebsrat hält es allerdings für unerlässlich, dass die Verhandlungsergebnisse gesetzlich einheitlich gestaltet werden, da eines der großen Probleme sei, dass bisher viele Regelungen in den einzelnen Krankenhäusern unterschiedlich gehandhabt wurden. Das gilt unter anderem für die Fortbildungstage, die zwar bereits gesetzlich vorgeschrieben sind, aber ohne festzusetzen, wer die Kosten trägt und ob die Fortbildung in der Freizeit oder in der Arbeitszeit stattzufinden hat.

Besonders interessant dürfte die Regelung zu den altersgerechten Arbeitsplätzen werden, da hier noch ganz offen ist, wie und vor allem was dabei umgesetzt werden soll. Eine Möglichkeit wäre die sogenannte Altersteilzeit. Manuela Schober, Betriebsratsvorsitzende des BKH Lienz, formuliert es so: „Die Regelungen müssen auch lebbar sein.“ Gemeint ist damit vor allem, dass weder Leistung für die Patienten wegfallen soll, noch die Arbeitslast der Einen lediglich auf die Anderen umgelegt wird.

Nicht angesprochen wurde im Landhaus bisher die Frage der Gehälter für das Pflegepersonal. Dazu heißt es nur, dass weitere Verhandlungen zur Entwicklung eines einheitlichen Gehaltsschemas und zu Gehaltsanpassungen für das Krankenhauspersonal in den Tiroler Spitälern geplant seien. Auch hier drängt die Zeit, denn es bleibt schwer zu vermitteln, warum eine Stationshilfe in einem Krankenhaus weniger verdienen soll als jene in einem anderen Krankenhaus. Derzeit heißt es jedenfalls abwarten, denn die ersten Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden erst in der nächsten Verhandlungsrunde im Oktober diskutiert werden.

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1 Posting bisher
Zuckerpuppe vor 2 Jahren

Das wird auch gut so sein - denn die Krankenschwestern und Krankenpfleger übernehmen immer mehr Arbeit von den Ärzten, zusätzlich zu der Arbeit die sie sowieso erledigen. Und während die Ärzte für weniger Arbeitszeit mehr Geld bekommen, bleiben die Krankenschwestern und Pfleger, die Leute im Röntgen, die Diätassistentinnen, die Physiotherapeuten, die Ergotherapeuten, die Laborantinnen, die Reinigungsfrauen, das Küchenpersonal, die Sekretärinnen und und und...., wieder einmal auf der Strecke. Auch ist überhaupt nicht einzusehen, warum das nichtmedizinische Personal in Lienz weniger verdient als in Innsbruck oder sonst irgendwo in Österreich. Wenn die Landesregierung jetzt noch auf Zeit setzt, wird sie irgendwann ihre "blaues Wunder" erleben, hoffentlich erweisen sich die angefangenen Diskussionen nicht als Endlosschleife. Sonst wird sich das nichtmedizinische Persoanl wohl auch einmal erheben müssen, damit man sie gehört werden. Bei den Ärzten hat es ja auch geklappt.