Mienekugel: zwei Studien in der Endauswahl

Kein einstimmiger Beschluss zu Bebauungsstudien im Lienzer Stadtrat.

Wieder einmal steht die raumplanerische Zukunft der Mienekugel zur Diskussion. Ursprünglich gab es an diesem Grundstück Interesse der Firma Zanier, doch nach öffentlichen Diskussionen beschloss man, einstweilen in der Peggetz zu bleiben. Somit wurden Bebauungsstudien zum betroffenen Areal ausgeschrieben.

Im Stadtrat vom 15. September wurden die letzten zwei noch in der Auswahl stehenden Bebauungsstudien zwischen Zettersfeldstraße und Nußdorferstraße präsentiert und diskutiert. Einerseits handelte es sich um ein Projekt der WE (Tiroler gemeinnützige WohnbauGmbH) und andererseits um eines der OSG (Osttiroler gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft). Die Meinungen im Stadtrat gingen dabei stark auseinander.

Der Entwurf der WE ist laut Bürgermeisterin Elisabeth Blanik harmonischer und lockerer. Foto: Dolomitenstadt
Der Entwurf der WE ist laut Bürgermeisterin Elisabeth Blanik harmonischer und lockerer. Fotos: Dolomitenstadt

Der Plan der WE beinhaltet im vorderen Teil, hin zur Zettersfeldstraße, Reihenhäuser zu bauen und im hinteren Teil Platz für 20 Einfamilienhäuser zu schaffen. Im Unterschied dazu sehen die Pläne der OSG vor, einen Wohnblock mit zwei, einen weiteren mit drei Obergeschossen sowie ein Reihenhaus vorne hinzustellen. Dahinter wäre wiederum Platz für 20 Einfamilienhäuser, da dies eine Bedingung der Stadt Lienz war. Während der vordere Teil in beiden Fällen schon architektonisch entworfen ist, können die Pläne für die Privathäuser selbst entworfen werden, wobei es strenge Regeln in Bezug auf die Baustruktur, die Ausrichtung der Häuser und deren Dachform geben wird. Denn, so sagen Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und Vizebürgermeister Stephan Tagger unisono: „Es soll dort ja keine Blaue Lagune entstehen!“

Bürgermeisterin Blanik und alle Fraktionen außer ÖVP sprechen sich für den WE-Entwurf aus, da dieser, wie Blanik es formuliert, „harmonischer“ sei. „Blöcke haben wir schon genug in der Stadt“, setzt sie fort und fügt hinzu, dass die Anordung bei diesem Entwurf „gewachsener“ sei und die „Bebauung lockerer“. Dieser Entwurf entspricht ihrer Meinung nach mehr dem, wie sie sich das Bauen in Lienz vorstellt.

Das Projekt der OSG sieht laut Vizebürgermeister Stephan Tagger mehr Raum für die Privatparzellen zur Verfügung.
Das Projekt der OSG sieht laut Vizebürgermeister Stephan Tagger mehr Raum für die Privatparzellen vor.

Anders sieht das die ÖVP, allen voran Bauausschussobmann Stephan Tagger, obwohl er betont, dass es seines Erachtens nach beides sehr gute Projekte seien: „Das WE-Projekt zeigt zwar durch die gekrümmte Form beim Betrachten des Modells einen sehr heimeligen und gemütlichen Eindruck, aber klammert dabei die Umgebung ziemlich aus.“ Ein Problem sei bei diesem Modell die Ausrichtung gegen Südosten statt Süden, als wesentlich schwieriger sieht Tagger allerdings die Aufteilung der Parzellen. Beim Projekt der OSG sei versucht worden, alle Parzellen quadratisch einzuteilen, was den neuen Besitzern mehr Freiheit in der Gestaltung gebe, während der WE-Entwurf dies nicht tue. Den größten Vorteil beim OSG-Entwurf sieht Tagger im Umstand, dass dieser für den vorderen Teil um ca. 700 Quadratmeter weniger Raum braucht, der dafür den Privatparzellen zugerechnet wird. Auch den Heimvorteil der OSG, die glaubt, die Kundenwünsche besonders gut zu kennen und auf diese in hohem Maße eingehen zu können, möchte er nicht außer Acht lassen.

Da es zu keiner Einigung im Stadtrat gekommen ist, dürfte die Gemeinderatssitzung diesbezüglich spannend werden.

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16 Postings bisher
wolf_c vor 2 Jahren

Landesrecht Tirol www.ris.bka.gv.at Seite 21 von 79

... (2) Ziele der örtlichen Raumordnung sind insbesondere: a) die Erhaltung und Entwicklung des Siedlungsraumes und die Verhinderung der Zersiedelung durch die bestmögliche Anordnung und Gliederung der Bebauung, insbesondere des Baulandes im Hinblick auf die Erfordernisse des Schutzes des Landschaftsbild es, der Sicherung vor Naturgefahren, der verkehrsmäßigen Erschließung, insbesondere auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Erschließung mit Einrichtungen zur Wasser-, Löschwasser- und Energieversorgung, zur Abwasserbeseitigung und Abfallentsorgung sowie der Schaffung sonstiger infrastruktureller Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen und dergleichen ...

... im Raumordnungsgesetz stehen viele schöne Dinge geschrieben; im analogen 3-D Raum ist es nur mehr G R A U S I G ... warum wohl?

neugierig. vor 2 Jahren

Auch meine Meinung. Wer kommt nur auf diese verblödete Idee, dort Gründe anzukaufen?????? Es gibt soviele andere Möglichkeiten, doch das wird von Blanik einfach ignoriert. Unglaublich, wieviel Kurzsichtigkeit immer noch an den Tag gelegt wird, aber es geht ja wie immer nur um vermeintliche Wählerstimmen, meine hat sie sicher nicht mehr, solange sie immer weiter ihr "Architektendenken in der grünen Wiese" durchdrückt und nicht endlich mal vernünftige Ideen umsetzt. Einige Bsp. werden hier immer wieder andiskutiert, nur bekommt man nie eine vernünftige Gegenreaktion von diesem Gemeinderat, der doch sehr vieles hirnlos durchwinkt! HÖRT ENDLICH AUF, ALLES ZU VERBAUEN UND ÜBERLEGT MAL, OB ES NICHT VIELE BESSERE MÖGLICHKEITEN GÄBE, EGAL OB MINEKUGEL, WASSERRAIN ODER SONSTIGE INDUSTRIEGRUND-UMWIDMUNGEN!!!!!! Doch das wird alles unter dem Titel "öffentliches Interesse" weggeschoben und man macht weiter, wie eh und je!!!!!!

Martina vor 2 Jahren

viele Bürger sind gegen eine Bebauung dieser Grünflächen und Naherholungsgebietes! wieviel landw. Flächen sind schon sinnlos verbaut worden, man soll Grundstücke besser nutzen, Aufstockungen, Tiefgaragen etc.

e ist mc2 vor 2 Jahren

Auch meine Meinung, wer kann sich denn so ein Haus noch leisten? Und woher kommen diese hohen Wohnkosten? Ein Grund sind sicher auch die sorglosen Umwidmungen von Freizeitwohnsitzen, die die Preise noch höher treiben und ein Einheimischer, der normal verdient (also kein Arzt, Anwalt, Bänker oder mehrfach bezahlter Politiker und ähnliches) sich diese Preise nicht mehr leisten kann. Aber das wird alles ignoriert und einfach vom Gemeinderat vieler Gemeinden einfach durchgewunken, egal welche Folgen das hat.

Und warum wird nicht auch darüber diskutiert, ob nicht z.B. wie die Genossen mit ihrem Riesenareal bei der Versteigerungshalle, ihr Brachland günstig zur Verfügung stellen können, um damit ein wenig der Gesellschaft unter die Arme zu greifen. Ich möchte ja nicht wissen, wieviel sie z.B. mit dem Verkauf der Mühle verdient haben, man könnte einen Teil des Gewinnes der Allgemeinheit zurück geben, denn schließlich leben sie auch davon, dass die Einheimischen ihre Produkte kaufen. Aber leider sind Pargger und Co. wohl nicht fähig, mit ihren Parteifreunden zu reden und mal was Sinnvolleres als die Zerstörung von unberührter Natur zu forcieren...schade, dass man immer noch so kurzsichtig agiert und nicht über die Folgen nachdenken will.......

hallo vor 2 Jahren

siehe Artikel in der Tiroler Tageszeitung: in einer Umfrage des Instituts für Marktforschung und Datenanalyse (IMAD) im Auftrag der Plattform Bau!Massiv wurde die Wohnsituation in Tirol (und somit auch in Osttirol) erkundet. Rund 90 Prozent der Befragten beurteilen dort (Ibk und Osttrirol) die Ausgaben zur Wohnraumbeschaffung als „nicht mehr leistbar“ . Für SP-Wohnbausprecher Thomas Pupp „blockiert die ÖVP Maßnahmen für billigeres Wohnen“..... aber warum befürwortet dann ausgerechnet SP-Bürgermeisterin Blanik wenige, teure Reihenhäuser und keine Mietkaufwohnungen? . http://www.tt.com/home/10520471-91/wohnen-in-tirol-für-90-prozent-nicht-leistbar.csp

anton2009 vor 2 Jahren

@Mr.Bruns: : Gschwentner ist nicht Geschäftsführer der "WE" sondern der Neuen Heimat Tirol

MrBurns vor 2 Jahren

@ atomsix - man verliert leider chnell den Überblick wo überall welche Parteifreunde arbeiten.

Die Ausrichtung Richtung Süden, weniger Straße und das heimische Unternehmen sprechen aber sicher für den Entwurf der OSG!

Wohnungssuchende vor 2 Jahren

Als Wohnungssuchende, betone eine Mietwohnung bzw. Mietkaufwohnung, lese ich hier nur *Reihenhäuser, Einfamilienhäuser! Ja und natürlich von der OSG die Wohnblöcke, was ich wider super finde!

Schon mal daran gedacht Frau Blanik, dass es viele Lienzer gibt, die eine Wohnung suchen mit Kinder und sich ein Haus nicht leisten können! Und wenn die Häuser zu mieten sind/wären, dann ist wahrscheinlich der Mietpreis so hoch, das man sich Monatsende nicht mal mehr was zum essen kaufen kann!!!

fb vor 2 Jahren

WE hat 20 Einzeleinheiten, OSG 22 - da dürfte es kaum mehr Raum für die Privatparzellen geben, auch wenn im Entwurf der OSG weniger Fläche für die Strasse aufscheint.

Bei der WE sind aber die meisten Gartenflächen nach Süden ausgerichtet. Mir gefält der WE Entwurf besser.

senf vor 2 Jahren

schade, dass es hier in der diskussion schon wieder um parteigeplänkel geht. das läßt eine objektive sachverhaltsdarstellung leider nicht zu. aber so ist es halt in oschtirol. . im oberen entwurf gefält mir die ringstraßensituation nicht ganz, den ein pkw lärmt also durch die ganze siedlung. mit der häusersituierung ist ebenfalls aufzupassen, denn einige haben den gartenbereich seitlich oder hinterm haus, scheint mir. die strukturierung der häuser - wenn hier auch im modell nur einfach dargestellt - gefällt mir gut. die reihenhäuser halte ich für sinnvoll, sie sind mit den einfamilienhäusern ein recht gut gemischtes angebot für den wohnungsmarkt. . der untere entwurf hat sicher auch viel positives, sehe darin aber leider wieder die landesweit gängige und längst langweilige architektur, die sich in form von schuhschachteln mit betondeckel manifestiert, wie dolomiti bereits anmerkt. mich erinnern diese Kubusse an die ehemaligen, profisorischen flüchtlingskontainer in matrei. leider! . wie heute üblich, versucht jeder architekt seine idee als die optimal zu verkaufen, obwohl die Entwürfe sich gegenseitig in der optik, wohnkultur und sogar in den kosten völlig widersprechen. und weil ein bauausschuß im gemeinderat klarerweise ja nichts versteht und trotzdem keine andere meinung duldet, greift man dann zur "entcheidungsfindung" tief in die taschen der parteipolitik. . das ergebnis liefert dann der clubzwang. wetten!

beobachter52 vor 2 Jahren

Erinnere ich mich richtig, dass in der Ausschreibung (laut Medienberichten) Siedlungsbauten und 20 Einfamilienhäuser gefordert waren? Nun hat die WE keine "Blöcke", wie die Frau Bürgermeisterin zu Siedlungsbauten sagt, sondern nur Reihenhäuser. Sind da die Ausschreibungsbedingungen erfüllt oder hält sich die Stadt Lienz nicht an ihre eigenen Ausschreibungen? Die OSG hat beim Modell einen "Fehler" gemacht. Sie hat die Häuser an der anderen Straßenseite der Zettersfeldstraße mit dargestellt (was eigentlich selbstverständlich sein sollte)! Es sind nämlich co. Frau Bgm. "Blöcke". Die WE hat sie weg gelassen und die Frau Bürgermeister findet den Plan "harmonischer" und "lockerer". Ist Frau Blanik nicht von Beruf Architektin? Wird in beiden Projekten Wohnraum für gleich viele Familien auf der Fläche geschaffen?

Hot doc vor 2 Jahren

@atomsix

Warum soll das Argument Parteifreund nicht mehr gelten? Sehr komische Sicht der Dinge.

e ist mc2 vor 2 Jahren

Ich finde es ja grundsätzlich schade, dass man wieder völlig rücksichtslos eine neue Wiese anschneidet und verbauen muss. Schade, dass die Natur so wenig zählt und man nur das verbetonieren im Sinn hat.

Aber da dieses Projekt ja mit aller Gewalt von Fr. Bgm. durchgezogen werden wird, wäre wohl logischerweise das OSG Projekt zu bevorzugen. Mehr Wohnfläche und weniger neue Straßenanlagen sprechen hier eindeutig dafür....

Aber wie gesagt, schade, dass man auf die Natur pfeift, es gäbe wahrlich bessere Plätze die man vorher mal auffüllen könnte...und dann gibt es noch die vielen leerstehenden Gebäude und Wohnungen. So lange diese Mißstände nicht endlich mal steuerlich geregelt werden und man einfach mehr Abgabe leisten muss, wird die Stadt weiterhin grüne Wiesen vernichten, die Einwohnerzahl wird aber nicht steigen. Ihr Politiker denkt daran, irgendwann wird eure Politik nicht mehr aufgehen, denn dann wird es keine schönen Grünflächen mehr geben, die man zubetonieren kann...........

atomsix vor 2 Jahren

@ MrBurns: Naja, bei der WE ist aber auch ein gewisser Switak kürzlich in führender Position untergekommen und der war mal Landesrat für die ÖVP. Der Parteifreund fällt damit bei Blaniks Entscheidung schon mal weg.

Der Entwurf der WE wirkt nicht nur aufgrund der gewählten Farben (grün, gelb, hellbraun) heimeliger. Die Einteilung der Parzellen und die Erschließung mittels "Ringstraße" ist um Längen harmonischer als der OSG Entwurf. Auch die Ausrichtung ist entgegen der Meinung von Tagger in den meisten Fällen mit Süd, SüdWest optimal. Hier ist in erster Linie auf die Situierung der Gärten zu achten. Die optimale Belichtung/Ausrichtung der schematisch dargestellten Häuser wird erst bei der Hausplanung interessant. In erster Linie passen die von der WE favorisierten Reihenhäuser viel besser dazu. Die Wohnblöcke der OSG - teils mit 3 Obergeschossen - und das im Südwesten des Baugebietes - sind für die nordöstlich angrenzenden Einfamilienhäuser eine starke Beeinträchtigung und gehen so gar nicht. Bleibt für die OSG nur der Einheimischenstatus.

Hauptsache ist jedoch, dass die ursprünglich vorgesehenen Miniparzellen unter 400 m² nun hoffentlich Geschichte sind.

@ dolomiti ich rate dringend zu einem Termin beim Augenarzt bzw. Internisten ...

MrBurns vor 2 Jahren

Natürlich ist Frau Blanik für den Entwurf der WE - da ist ja auch ihr Parteifreund Gschwentner der Chef! Wieder einmal versucht sie einen Beschluss gegen ein heimisches Unternehmen durchzudrücken, wie schon beim Bau vom Schwimmbad oder der neuen Internet Seite der Stadtgemeinde.

dolomiti vor 2 Jahren

Dass eine Bebauung, wie man sie bei der Amlacher Ortseinfahrt sieht (wenn man nicht die Augen zumachen muss weil einem sonst das Kotzen kommt) nicht gehen kann ist schon klar. Aber ich sehe bei beiden Projekten einen Haufen von Schuhkartons. Sonst nichts. Gar nichts.