Pecha Kucha: gekommen um zu bleiben

Mit der fünften Ausgabe und neuem Raum ist Pecha Kucha so richtig in Lienz angekommen.

Die fünfte Pecha Kucha Nacht in Lienz lockte mehr Publikum a, als es Sitzplätze gab. Fotos: Antonio La Regina
Die fünfte Ausgabe von Pecha Kucha in Lienz lockte mehr Publikum an, als es Sitzplätze gab. Fotos: Antonio La Regina

Es begann mit einer kleinen Schatzsuche: das Finden des Eingangs zum Projektraum29. Es war nicht ganz einfach, doch selbst falls Einige auf der Suche verloren gegangen sein sollten, war der Veranstaltungsort komplett voll, als Pecha Kucha Vol. 5 begann. Die Moderation übernahm wie immer Organisatorin Ulrike Madritsch und bekam dabei Unterstützung von DJ Dominik und von Antonio La Regina, der schon im Vorfeld die Werbearbeit übernommen und die Präsentatoren angesprochen hatte.

In einer Videobotschaft aus Japan, wo Pecha Kucha entstanden ist, konnte insbesondere zur Freude von Ulrike Madritsch endlich ein für alle Mal geklärt werden, wie man die beiden Worte wirklich ausspricht – weder Becherkuchen, noch Petscha Kutscha, sondern zungenbrecherisch Petschaktscha. Somit wäre das schlussendlich doch noch geklärt.

Mit 20 Bildern zur Seele wurde gleich zu Beginn tief ins Religiös-Mythische eingetaucht, ehe ein Beitrag über Crowdfunding das Publikum auf die wirtschaftlichen Realitäten zurückbrachte. Fazit des Sprechers: „20 Bilder sind einfach zuviel für 6:40 Minuten.“ In der Pause entsponnen sich genau darüber Gespräche. So sagte eine Besucherin, dass zehn Bilder doch auch reichen müssten, solange sich jeder an die insgesamte Redezeit halte. Antwort ihres Gegenübers: „Du musst endlich verstehen, dass es manchmal Regeln gibt, an die man sich zu halten hat. 20 Bilder und je 20 Sekunden, das ist das Format und das hat seinen Sinn so.“ Andere tranken derweil lieber ein Bier, begutachteten den Raum und erklärten ihn ausnahmslos als perfekt geeignet oder tauschten Gossip aus.

Im neuen Projektraum 29 hat Pecha Kucha seien Heimat gefunden.
Im neuen Projektraum 29 hat Pecha Kucha seine Heimat gefunden.

Generell galt für den Abend: herzliche und teilweise stürmische Aufnahme jedes Beitrags. Manchmal schienen die 6:40 Minuten fast zu schnell vorbei. Manche Präsentatoren machten charmantes Marketing für ihre Idee oder ihr Unternehmen, andere vermittelten Wissen – von der verborgenen Geschichte der Pfarrkirche bis hin zur Pflege oder tauchten in die Beziehung zwischen Pferd und Mensch ein. Der letzte Beitrag, über „Pseudo“, das Nachäffen statt selbständig Denken, teilte mit viel Elan die Gemüter und Reaktionen.

Es gab aber auch Nachdenklichkeit an diesem Abend, etwa als Antonio La Regina einen syrischen Flüchtling vorstellte, der eigentlich über seine Fluchtmotive sprechen wollte, doch seinen Beitrag zurückziehen musste, weil seine Familie noch in Syrien ist und durch eine etwaige scharfe Systemkritik zusätzlich gefährdet werden könnte.

Weil Weinen und Lachen immer eng nebeneinander liegen, gab es auch einen Beitrag, der den gesamten Raum zum Lachen brachte: Es handelte sich dabei um den aktuell beliebtesten Videoclip der Pecha Kucha-Website, ein Beitrag von Gary Cheng über sein wandelbares Miniappartment in Hong Kong. (Das Video ist in Englisch gehalten.)

Die nächste Pecha Kucha Nacht wird voraussichtlich am 16. März stattfinden und die ersten Redner/innen haben sich bereits angemeldet.

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