Tiroler Landesstatistik zeigt regionale Besonderheiten

Wo gibt es die meisten Kinder? Wo wandern am meisten ab? Wo leben die meisten Ausländer?

Beim Ranking der Landesstatistik wird ein Klischee über Osttirol gefördert: wunderschön, doch in manchen Dingen weit weg von allem. Foto: Wolfgang C. Retter
Beim Ranking der Landesstatistik wird ein Klischee über Osttirol gefördert: wunderschön, doch in manchen Dingen weit weg von allem. Foto: Wolfgang C. Retter

Jede Gemeinde und jeder Bezirk hat Besonderheiten. Das Team der Landesstatistik Tirol hat nun einige Zahlen veröffentlicht, die dies anschaulich zeigen: „Um alle Interessierten teilhaben zu lassen, wurde heuer erstmals ein Gemeinderanking erstellt“, informiert LR Johannes Tratter, in der Landesregierung auch für Gemeinden und Statistik zuständig.

In der offiziellen Aussendung des Landes kommt Osttirol demnach nur mit einem Wert vor: den Kindern. So heißt es: „Im Landesdurchschnitt haben 1,5 Prozent der Tiroler Familien vier oder mehr Kinder. In drei Osttiroler Gemeinden, nämlich Innervillgraten (16,5 Prozent), St. Johann im Walde (9,9 Prozent) und Untertilliach (8,3 Prozent) ist dieser Anteil um ein Vielfaches höher.“ Direkt damit in Zusammenhang stehen dürfte ein weiterer Wert, nämlich der höchste Anteil an unter 20-Jährigen, der ebenfalls in Innvillgraten zu finden ist. Besonders viele Menschen über 80 Jahren gibt es in Hopfgarten i.D. (zweite Stelle nach Unterperfuss).

Interessant in Bezug auf die Diskussionen der letzten Wochen dürfte folgender Wert sein: Unter den drei Gemeinden mit dem geringsten Ausländeranteil sind gleich zwei aus Osttirol, nämlich Prägraten (an erster Stelle) und Außervillgraten, während es die meisten Ausländer im Bezirk Reutte gibt.

Die zweitgrößte Abwanderung innerhalb der letzten zehn Jahre erlebte Matrei, das dafür aber zu den Gemeinden mit dem größten Gebiet zählt. Noch mehr Personen wanderten nur aus Kitzbühel ab.

Bildungsmäßig taucht Osttirol nur einmal auf, bei den Fachschulen, bei denen drei Osttiroler Gemeinden die höchsten Werte haben: In Nikolsdorf, Hopfgarten und Oberlienz ist bei je 23,2 bis 24,3 Prozent der Bevölkerung die Fachschule der höchste Schulabschluss. Tirolweit liegt dies bei 15 Prozent.

Den höchsten Teil an erwerbstätigen Frauen hat Lavant, das auch generell tirolweit die meisten Erwerbstätigen beheimatet. Bei den Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor sind die geringsten Werte in Osttirol zu finden, dafür die höchsten in der Land- und Forstwirtschaft.

Die niedrigsten Gemeindefinanzen findet man in Untertilliach und die niedrigsten Abgabenertragsanteile pro Einwohner in Amlach. Es gibt noch einige interessante Zahlen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, findet das Ranking hier.

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