Die Lehrlinge, ihre Lehrherren und die Künstlerin. Bei Frey wurde "in die Luft gebaut". Fotos: Clemens Girstmair

Die Lehrlinge, ihre Lehrherren und die Künstlerin. Bei Frey wurde "in die Luft gebaut". Fotos: Clemens Girstmair

Zwölf Lehrlinge aus Osttirol haben „in die Luft gebaut“

Künstlerin Anna Rubin vermittelte bei einem Kulturprojekt die Kunst des Drachenbaus.

Bei leichtem Wind und strahlend blauem Himmel ließen zwölf Lehrlinge der Firmen Bauunternehmen Frey und Frey Metalltech am 04. April stolz ihre selbstgebauten Drachen steigen. Die Aktion war Teil eines Lehrlingskulturprojektes, das in Osttirol heuer bereits seine zehnte Auflage erlebte, diesmal mit dem Titel „in die Luft gebaut“.

Anna Rubin, ihres Zeichens einzige professionelle Drachenbauerin Österreichs, nannte so ihren Workshop mit den Jugendlichen. Rubin ist freischaffende Künstlerin, die an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, an der Kunsthandwerkschule Garden in Schweden und an der Slade Kunsthochschule in London ihre Ausbildung absolvierte.

Der Vormittag stand ganz im Zeichen des japanischen Drachens. In Japan gibt es eine ururalte Drachenkultur, dort hat jede Region eigene Drachenformen. Die Lehrlinge erfuhren viel über die Kunst des Drachenbaus, deren Geschichte und unterschiedliche Drachenformen. Es gibt durchaus Parallelen zu den Berufen der jungen Männer. So ist das Bauen von Drachen in Japan eine reine Männerdomäne und auch die Statik spielt bei diesem Unterfangen eine wesentliche Rolle.

Gearbeitet wurde mit einfachsten Mitteln: Chinapapier, kostbarer Zeichentusche und Bambus. Zuerst bastelte jeder der Jugendlichen – assistiert von Lukas, Walter und Angela Frey  – seinen eigenen, kleineren Drachen, bevor im Team einige größere Drachen gebaut wurden. Dazu musste zuerst das Papier speziell gefaltet, nach der alten japanischen Färbetechnik Shibori eingefärbt und getrocknet werden. Mit Hilfe von dünnen Bambusstäben, wie sie in handelsüblichen Bambusrollos vom Baumarkt zu finden sind, wurde dem Papier durch ein Gerüst die notwendige Stabilität verliehen.

Waage- und Spannschnur müssen richtig gesetzt werden, alles ohne Lineal, nur mit dem Augenmaß. Krepp-Papier diente zur Beschwerung und optischen Aufwertung – und schon konnte der Drache einen Testflug im Freien starten.

Anna Rubin hat sich ganz dem Drachenbau verschrieben und diesem Thema auch ihre Diplomarbeit gewidmet. Sie animiert dazu, selbst Drachen zu bauen, weil es glücklich und stolz macht, wenn das selbst Geschaffene funktioniert: Es fliegt!

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