Weil Land und Gemeinden immer noch säumig bei der Unterbringung von Menschen auf der Flucht sind, ergreifen einmal mehr private Hilfsorganisationen die Initiative und suchen Wohnraum. Foto: Expa/Gruber

Weil Land und Gemeinden immer noch säumig bei der Unterbringung von Menschen auf der Flucht sind, ergreifen einmal mehr private Hilfsorganisationen die Initiative und suchen Wohnraum. Foto: Expa/Gruber

Soziale Organisationen suchen privaten Wohnraum für Flüchtlinge

Solidarität und Mitmenschlichkeit nach dem Motto: „Gemeinsam gemma's an“.

Drei soziale Organisationen starten im April gemeinsam eine Initiative, die in ganz Tirol Privatleute dazu motivieren soll, Zimmer oder Wohnungen an Asylsuchende auf der Flucht vor dem Krieg zu vermieten. Die Plattform Rechtsberatung, der Diakonie Flüchtlingsdienst und die Freedomseekers reagieren mit der Initiative „Gemeinsam gemma’s an“ auf die Verzögerungen bei der Unterbringung von Geflüchteten durch das Land Tirol und auch auf die abwehrende Haltung vieler Gemeinden, die zumindest aktiv keine Quartiere bereitstellen wollen.

Die NGOs sehen deshalb die Notwendigkeit, einen Anstoß für Solidarität zu geben, betonen aber die rechtliche und gesellschaftliche Verantwortung der öffentlichen Hand, ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Privater Wohnraum für Geflüchtete bietet viele Vorteile,“ sagt Irene Pilshofer, die Geschäftsführerin der Plattform, die sich für Bewusstseinsbildung und Begegnung im Bereich Flucht und Asyl einsetzt: „Der Kontakt zu den Nachbarn in privaten Wohnhäusern erleichtert die Eingewöhnung und das Zusammenleben. Privates Wohnen eröffnet Geflüchteten die Möglichkeit, selbstbestimmt zu handeln und rasch in ihr neues Leben zu starten“.

Die Vermittlung von privaten Wohnraumangeboten erfolgt über den Diakonie Flüchtlingsdienst. „Am besten wird uns eine Beschreibung des angebotenen Wohnraums per Email geschickt. Wichtig dabei ist es, anzugeben, wie groß das Zimmer oder die Wohnung ist, wie viele Räume gemeinsam bzw. separat genutzt werden und welche Möblierung vorhanden ist. Auch Auskünfte über Verkehrsanbindung, eventuelle Unterstützungsmöglichkeiten wie Deutschkurse etc. und mögliche Befristungen des Wohnraumangebotes sind von Nutzen“, erläutert Michael Kerber vom Diakonie Flüchtlingsdienst.

Dort werden die Unterbringungsangebote in eine Datenbank gespeist und vermittelt. Weiters kümmern sich die MitarbeiterInnen auch um die Abmeldung der Flüchtlinge in den Verteilerzentren bzw. Heimen. „Auf Wunsch organisieren wir vorab ein Kennenlerntreffen“, so David Geiger vom Diakonie Flüchtlingsdienst, der darauf hinweist, dass mit einer privaten Unterbringung keine umfassenden Betreuungspflichten für die/den QuartiergeberIn einhergehen.

Der Mietzuschuss beträgt bei einer Einzelperson max. 120 Euro sowie bei Familien max. 240 Euro. Der Beitrag, Flüchtlinge in private Unterkünfte unterzubringen, kann auch aufgrund des geringen Entgeltes, der dafür für die VermieterInnen gezahlt werden kann, in der Gesamtschau der Unterkünfte in Tirol nur ein geringer sein.

Über ein erfolgreiches Beispiel für die private Einquartierung von Flüchtlingen in Osttirol haben wir bereits berichtet.

Kontakt:
Diakonie Flüchtlingsdienst
Wohnberatung Tirol
Müllerstraße 7
6020 Innsbruck
Tel.: 0664 8421111
wohnberatung.tirol@diakonie.at

 

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