MCI-Leiter Hubert J. Siller sprach über veränderte Werte – auch beim Reisen. Foto: TVB/Isep

MCI-Leiter Hubert J. Siller sprach über veränderte Werte – auch beim Reisen. Foto: TVB/Isep

Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können!

Auf Einladung der „Vordenker“ referierte Hubert J. Siller in der Wirtschaftskammer.

Hubert J. Siller, langjähriger Leiter der Abteilung Tourismus und Freizeitwirtschaft am Management Center Innsbruck, war der zweite Referent im Rahmen einer Vortragsreihe der Initiative „Vordenken für Osttirol“. Er skizzierte im gut gefüllten Saal der Wirtschaftskammer den Tourismus im Wandel und hatte sowohl in der Analyse als auch in seinen Umsetzungsempfehlungen manch spannendes Detail zu bieten.

Etwa die Theorie, dass aus bisher drei Lebensphasen eines Menschen mittlerweile sechs geworden sind. „Den relativ einfachen Entwurf von Kindheit/Jugend, Erwerbsleben und Ruhestand hat die sogenannte postindustrielle Biografie abgelöst“, so Siller. Zum klassischen Modell käme die „Postadoleszenz“, eine Ausdehnung der Jugendlichkeit bis etwa 29 Jahre sowie die „Rush Hour“ im Alter zwischen 30 und 55 Jahren und ein „zweiter Aufbruch“ hinzu. „Das, was wir bis dato unter Ruhestand verstehen, tritt erst viel später ein, als es bisher üblich war.“

Dies hätte eine Veränderung der Werte – auch beim Reisen – zur Folge. Natürlich kamen auch das mobile Internet als zentrales Informationsmedium und die Suche nach Authentizität nicht zu kurz. „Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können“, riet Siller. Das authentische Erfahren von Osttiroler Landschaft, Kultur und vor allem Kulinarik sei wesentlich. „Der Tourist von Heute fragt sich: Ist das ehrlich? Wo kommt das her? Regionale Produkte, Handgefertigtes und Eigenbau sind also im Tourismus ein Gebot der Stunde,“ erklärte der Experte und stieß natürlich auf Zustimmung im Saal. Die „Vordenker“ tüfteln seit drei Jahren an einem „Zukunftsbild“ für den Bezirk, in dem all diese Denkansätze prominent vertreten sind.

Mit einem Budget von insgesamt 240.000 Euro, das zu 75 Prozent aus Fördergeld stammt, organisieren die „Vordenker“ 18 Referate verteilt auf drei Jahre. Sillers Vortrag war der zweite nach dem Auftakt zum Thema Almprodukte in der Landwirtschaftskammer.

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