Peter Gridling (links), der Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, informierte Landeshauptmann Günther Platter über die Sicherheitslage. Gridling ist gebürtiger Osttiroler. Foto: Reichkendler

Peter Gridling (links), der Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, informierte Landeshauptmann Günther Platter über die Sicherheitslage. Gridling ist gebürtiger Osttiroler. Foto: Reichkendler

Peter Gridling: Keine konkrete Gefährdung in Tirol

Der aus Osttirol stammende Verfassungsschützer informierte Günther Platter.

Landeshauptmann Günther Platter empfing am 27. April den Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Peter Gridling, zu einem Informationsgespräch im Innsbrucker Landhaus. Gridling ist ein gebürtiger Osttiroler „und auch ein guter Freund, der die Sicherheitsinteressen Tirols kennt“, sagte Platter nach dem Meeting zum Thema Sicherheit.

„Die aktuelle Sicherheitslage ist seit den Anschlägen in Paris und Brüssel unverändert; es besteht grundsätzlich keine konkrete terroristische Bedrohung in Österreich bzw. Tirol. Allerdings gehen wir von einer erhöhten abstrakten Gefährdungslage aus“, berichtet Gridling und stellt klar: „Derzeit liegen keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung in Tirol vor“. Obwohl es als unwahrscheinlich eingestuft werde, könne nie ausgeschlossen werden, dass Großveranstaltungen mit hoher Teilnehmerzahl zu potenziellen Zielen von gewaltbereiten Gruppen und sogenannten Trittbrettfahrern werden.

Der Sicherheitsexperte spürt auch eine Klimaveränderung: „Infolge der Migrationslage können in der Bevölkerung Flüchtlings- und Asylfeindlichkeit zunehmen und auch das Internet sowie die Sozialen Medien werden nicht nur für friedliche Zwecke genutzt.“

Darüber hinaus könnten ideologisch oder religiös geprägte Milieus einen fruchtbaren Nährboden für potenzielle Radikalisierung bilden. Auch Personen mit Wohnsitz in Tirol reisten und reisen laut Gridling als Dschihadisten nach Syrien, in den Irak und zum IS – „und sind dort auch getötet worden“. Es gäbe auch Heimkehrer nach Tirol. Von 269 Personen aus Österreich, die in den Dschihad zogen, seien 79 zurückgekehrt.

„Diese Szene wird vom Verfassungsschutz sehr genau beobachtet“, so Gridling, der aber auch unterstreicht, dass Österreich ein vergleichbar sicheres Land sei. So sei die Kriminalitätsrate im Jahr 2015 um 1,9 Prozent gesunken. Laut Kriminalstatistik liege die Aufklärungsquote bei 44 Prozent.

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