Samuel Grausgruber ist der "neue Neo" in Osttirol. Er war zum Interview in der Redaktion von Dolomitenstadt. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Samuel Grausgruber ist der "neue Neo" in Osttirol. Er war zum Interview in der Redaktion von Dolomitenstadt. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Samuel Grausgruber: Über Facebook zu den Neos

Ein Lienzer Student will mehr Jugendliche für Politik begeistern.

Samuel Grausgruber studiert Marketing & Sales in Graz, hat seine eigene Web- und Grafikagentur und engagiert sich seit kurzem als Bezirkskoordinator der Neos in Osttirol. Mit mir sprach er über Hürden, Werte und Ziele, sowie die Bundespräsidentenwahl und Veränderungen in Osttirol.

Seit wann gibt es die Neos in Osttirol?
Die Neos sind circa seit einem halben Jahr in Osttirol aktiv.

Wie bist du zu den Neos gekommen? Welche Motive haben dich dazu bewegt, dich als Osttiroler Spitzenkandidat aufstellen zu lassen?
Eigentlich fing alles mit einem Facebook-Post über Europa von Matthias Strolz an. Dieses Thema hat mich so sehr interessiert, dass ich Strolz eine persönliche E-Mail dazu geschrieben habe, auf die ich auch eine Antwort bekam. Darauf folgte eine Einladung zu einer Veranstaltung der Neos in Innsbruck, wo ich Strolz persönlich kennenlernte – und so nahm alles seinen Lauf. Prinzipiell engagiere ich mich für die Neos, weil ich sie als die neue innovative Kraft in der Politik empfinde. Ich sehe bei den Neos Chancen für die nächste Generation und fühle mich da gut aufgehoben.

Warum hast du dich nicht für eine traditionelle und „starke“ Partei entschieden, wo der Sprung in die Politik womöglich leichter wäre?
Einige Bekannte von mir engagieren sich in anderen politischen Organisationen. Deshalb weiß ich, dass „Traditionsparteien“ nichts für mich sind. Osttirol braucht etwas Neues, eine neue politische Kraft. Lieber engagiere ich mich mit einem höheren Arbeitseinsatz für was Neues, das wirklich was bringt, statt mir Hoffnungen auf ein Mitwirken in einem alten politischen System zu machen.

Du bist nun Bezirkskoordinator der Neos in Osttirol. Was kann man sich darunter vorstellen?
Ich bin prinzipiell erster Ansprechpartner für jeden in Osttirol, der ein Anliegen an die Neos hat. Egal ob es um Engagement oder Informationen geht. Auch für den Sprachkanal zwischen Osttirol und Nordtirol bin ich verantwortlich. Weiters werde ich voraussichtlich bei den Landtagswahlen im Raum Osttirol als Spitzenkandidat der Neos kandidieren.

Hast du schon Mitstreiter für die Osttiroler Neos gefunden?
Ich habe schon ein paar Mitstreiter gefunden, aber unser Team ist noch sehr klein. Wir sind gerade erst im Aufbau. Wenn unser Team in Osttirol offiziell ist, werden wir es auch präsentieren. Wir werden in nächster Zeit einige Veranstaltungen machen, um Leute zu animieren, bei uns mitzumachen. Zum Beispiel werden wir an Schüler Jause verteilen und ich hoffe, dass dadurch unser Team breiter und auch in Osttirol stärker wird.

Die Gemeinderatswahlen sind erst in fünfeinhalb Jahren. Was kann ein junger Neo bis dahin wirklich bewegen?
Durch Engagement kann man einiges bewirken. Wir haben zurzeit eine Kampagne, die einen „Jugend-Gemeinderat“ einführen will. Die Jugend jeder Gemeinde sollte ein Prozent des Gemeinderatsbudgets verwalten dürfen. Ein Prozent ist viel, in Innsbruck zum Beispiel circa 3,5 Millionen Euro. Die Jugendlichen müssten mit dem Gemeinderat zusammenarbeiten, könnten aber eigene Projekte damit fördern. Auch wenn die Neos nicht im Gemeinderat sind, kann man sie übrigens unterstützen, indem man zum Beispiel die Petition unterschreibt.

Wen wirst du bei der Bundespräsidentenwahl wählen und warum?
Ich werde Alexander Van der Bellen wählen. Das steht für mich außer Frage. Norbert Hofer, seine unterschiedlichen Meinungen, sein angepasstes Verhalten und sein Populismus schrecken mich ab. Ich kann mich mit dieser Wählerbasis und mit Herrn Hofer nicht identifizieren, deshalb wähle ich Alexander Van der Bellen.

Was sagst du zur weiteren Verzögerung der Bundespräsidentenwahl? Wie, glaubst du, verändert diese das Ansehen Österreichs in Europa bzw. international?
Durch die erste Wiederholung ist unser internationales Ansehen schon geschädigt genug. Professionell ist das nicht. Die Anfechtung der FPÖ hat uns geschadet. Es wurde ja keine Manipulation nachgewiesen. Diese endlose Geschichte ist traurig, aber sie ist das Symbolbild unserer derzeitigen österreichischen Politik.

Was willst du in Osttirol verändern?
Ich will die Politik jünger, motivierender gestalten. Allen politisch engagierten Personen sollte die Chance gegeben sein, wirklich an der Politik beteiligt zu sein.

Welche politischen Ziele stehen bei dir im Vordergrund?
Mein größtes Ziel ist, dass die Neos in der lokalen Politik Fuß fassen können. Natürlich will ich die Neos in den nächsten Jahren so stark machen, dass sie auch im Gemeinderat einen Platz finden. Ob dann ich im Gemeinderat sitze, oder jemand anderer, das werden wir sehen.

Welche Werte sind für dich essenziell für dein zukünftiges politisches Tun?
Auf jeden Fall Transparenz. Von einer transparenten Regierung bis hin zu einem transparentem Steuersystem, um Steuerhinterziehung so gut es geht zu vermeiden.

Einen Termin hat uns Samuel Grausgruber auch noch genannt: Für alle Politikinteressierten gibt es am 17. Oktober einen Jugendworkshop: „Jugend an die Macht – Learning by doing“ um 18:00 Uhr im Hotel Sonne. Zu Gast ist die Nationalratsabgeordnete Claudia Gamon von den Neos.

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2 Postings bisher
gaukler vor 1 Jahr

Als " bürgerliche"Protestpartei sehe ich die NEOS nicht.

Dreieck vor 1 Jahr

Gut so, politische Vielfalt kann nicht schaden. Und gerade die Neos haben das Problem, dass sie im ländlichen Raum kaum wahrgenommen oder nicht einmal bekannt sein. Dabei könnte eine bürgerliche Protestpartei auch bei uns viel Potenzial haben, solange weiterhin Schreihals Strache und nicht der gemäßigtere Hofer die FPÖ führt. Ihre Forderungen wie vereinfachtes Steuersystem, Beschneidung großer Pensionen, Zusammenlegung von Sozialversicherungen, große Staatsreform etc. würden eh die meisten Wähler unterschreiben, nur mit gesellschaftsliberalen Positionen stößt man in Österreich schnell an Grenzen.