Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Bezirkshauptfrau Olga Reisner und Vizebürgermeister Siegfried Schatz – der Heeresvertreter im Lienzer Gemeinderat – lauschen den Worten von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. Foto: Stadt Lienz/Lenzer

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Bezirkshauptfrau Olga Reisner und Vizebürgermeister Siegfried Schatz – der Heeresvertreter im Lienzer Gemeinderat – lauschen den Worten von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. Foto: Stadt Lienz/Lenzer

Katastrophenschutz: Kooperation auf allen Ebenen

Interreg-Projekt soll grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Italien erleichtern.

Nach einer militärischen Exkursion ins Hochgebirge ließ sich Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil am 29. September nach der Rückkehr ins Tal auch über den Ist-Stand im regionalen Katastrophenschutz informieren. Obwohl er für den Bund arbeite, sagte Doskozil nach einem Gespräch in der Liebburg, sei er „ein überzeugter Föderalist“. Es brauche mehr Zusammenarbeit und Spezialisierung im regionalen Bereich. So gehe es im Katastrophenschutz nicht nur um das Bundesheer, sondern man müsse auch mit anderen Verbänden kooperieren, um auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein. Eine solche stelle für Osttirol die Klimaerwärmung mit ihren weitreichenden Folgen dar.

Eine weitere Herausforderung sieht Doskozil darin, die Zivilgesellschaft einzubinden und das bestehende Engagement zu fördern. Bürgermeisterin Blanik erklärte dazu, dass nicht zuletzt aufgrund von Abwanderung die Freiwilligenorganisationen geschwächt werden und durch die Zusammenarbeit mit professionellen Verbänden entlastet werden müssen.

In Lienz bekam der Verteidigungsminister von BH Olga Reisner und Bgm. Elisabeth Blanik eine Einführung in den Katastrophenschutz in Osttirol, wo es in den letzten sechs Jahren über 50 Einsätze gegeben hat. Er bezeichnete die Vorbereitungsplanung in der Region als vorbildlich, was seiner Meinung nach allerdings auch an den durchaus konkreten Bedrohungen liege.

Die letzten Überschwemmungen in der Region haben gezeigt, dass ein grenzüberschreitendes Agieren zwar notwendig und sinnvoll ist, doch kein Abkommen besteht, dass dies mit Italien regelt. Laut BH Reisner, die betonte, dass die Sicherheit nicht an der Grenze haltmachen könne, sei ein Interreg-Projekt geplant, um die Arbeit über Landesgrenzen hinweg zu erleichtern. Das gilt nicht nur für den Katastrophenschutz, sondern auch für Übungen des Bundesheeres. So gibt es zwar seit Frühling 2016 ein Abkommen mit Kroatien, der Slowakei und den östlichen Nachbarn, doch noch nicht mit Italien. Angedacht ist, dass die Gebirgsjäger in Zukunft die Übungsplätze der italienischen Alpini (die italienischen Gebirgsjäger) bei Innichen nützen und diese wiederum zu Schießübungen nach Tirol kommen können. Von einer Stärkung der regionalen Aufgaben des Bundesheeres erhofft sich der Verteidigungsminister auch positive wirtschaftliche Konsequenzen.

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