„Ich wollte immer schon Lehrerin werden.“

Manuela Lusser ist 21 Jahre alt und studiert am Mozarteum in Innsbruck.

Manuela Lusser aus Innervillgraten studiert im dritten Semester Musik auf Lehramt. Zusätzlich hat sie heuer noch das Studium Religion, ebenfalls auf Lehramt, begonnen.

Das Lehramtstudium dauert insgesamt mindestens sechs Jahre. „Mein Studium ist sowohl vielseitig, als auch kreativ“. Musik ist Manuela schon seit sie ein kleines Kind war besonders wichtig. Nun kann sie durch ihr Studium, ihr theoretisches Wissen sofort in die Praxis umwandeln. „Dadurch, dass ich bei der Musikkapelle, dem Kirchenchor und dem Jugendchor Mitglied bin, kann ich mein Gelerntes auch anwenden.“

Das Aufnahmeverfahren am Mozarteum dauerte insgesamt drei Tage. Dabei wurden verschiedene musikalische und pädagogische Fähigkeiten getestet. „Ich glaube, dass nicht nur die musikalischen Fähigkeiten entscheiden, sondern auch, dass die Pädagogik ein wichtiges Kriterium war, um für das Studium zugelassen zu werden.“

Lehrerin war für die junge Studentin immer schon ein Wunschberuf und dadurch, dass Musik in ihrem Leben eine große Rolle spielt, lag der Wunsch zur Ausbildung zur Musiklehrerin sehr nahe. Manuela war auf der Suche nach einem weiteren Unterrichtsfach. „Zuerst habe ich noch Biologie studiert, das war mir dann aber einfach zu schwierig und es hat nicht so gut zu mir gepasst, also entschied ich mich für mein Zweitfach Religion, das ich seit diesem Semester besuche.“

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Manuela Lusser, gezeichnet von Linda Steiner.

Auf die Frage nach der Karriereleiter in der Musikbranche antwortet mir Manuela fest entschlossen: „Ich habe Angst, dass mir die Musik, wenn ich mich nur damit allein beschäftige, irgendwann auf die Nerven gehen könnte – dann würde ich einen großen Halt im Leben verlieren. Die Gefahr, dass ich die Freude an der Musik verlieren könnte, wenn sich mein ganzes Leben nur darum drehen würde, ist sehr groß. Das will ich mit meinem Zweitfach kompensieren.“

Die Stadtauswahl für Manuelas Ausbildung fiel ihr relativ leicht. Innsbruck ist nicht allzu weit weg von Osttirol und da sie die Mitgliedschaft in ihren Vereinen weiterhin pflegen wollte, hat sie sich für Landeshauptstadt entschieden, eine Stadt, die ihr mit aller Vielseitigkeit, der Natur, den Bergen und der Mentalität besonders gut gefällt.

„Der Abschied von Osttirol fiel mir erschreckenderweise schwer. Der Schritt in ein neues, selbstständiges Leben war zuerst für mich nicht einfach. Neue Stadt, neue Kontakte, Anschluss finden – all diese Dinge waren für mich sehr herausfordernd. Ich wollte zuerst gar nicht in Innsbruck bleiben. Einige Faktoren haben dazu beigetragen. Meine erste Unterkunft in einem Studentenheim war für mich unpassend und mein erstes Studium – Soziologie – hat mir auch nicht gefallen. Aber mittlerweile habe ich mich richtig gut eingelebt und ich fühle mich wohl in Innsbruck und möchte es nicht mehr missen.“ Die passende Studienwahl und Wohnungssituation haben Innsbruck für Manuela zu einem schönen zweiten Zuhause gemacht.

Osttirol ist für die angehende Lehrerin aber immer noch sehr wichtig und sie hat einen starken Bezug zu ihrem Heimatort. „Natürlich ist dies auch dadurch gegeben, dass ich in den drei Vereinen tätig bin und bei den Proben eigentlich jedes Wochenende dabei sein muss.“ Den Freundeskreis zu Hause aufzugeben, käme für Manuela nicht in Frage. Sie will sowohl ihr soziales Umfeld in Innsbruck, als auch die Freundschaften in Osttirol nicht missen und sich nicht für eine Seite entscheiden.

Auf die Frage, ob sie sich vorstellen kann, wieder nach Osttirol zurückzukehren, antwortet sie mir mit einem Lächeln: „Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, in Osttirol meine Zukunft zu verbringen. Aber es muss nicht unbedingt sein. Wenn sich neue Wege für mich öffnen, werde ich auch diese in Betracht ziehen.“

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg im Studium.


In der Serie “Heimweh?” porträtieren wir junge Menschen aus Osttirol, die außerhalb des Bezirkes studieren oder eine andere Ausbildung absolvieren.

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