V.l.n.r. Berater Stefan Leibetseder, Leiter der Mannsbilder Beratungsstellen Martin Christandl, Landesrätin Christine Baur und Berater Thomas Goller. Foto: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

V.l.n.r. Berater Stefan Leibetseder, Leiter der Mannsbilder Beratungsstellen Martin Christandl, Landesrätin Christine Baur und Berater Thomas Goller. Foto: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

„Männerberatung braucht es mehr denn je“

Der Verein Mannsbilder bietet auch in Lienz Beratung für Männer von Männern an.

Gerade nimmt die Außenstelle Lienz der Tiroler Männerberatung Mannsbilder, eigentlich schon seit April diesen Jahres im Einsatz, offiziell ihren Betrieb auf. Zu diesem Anlass luden Martin Christandl, der Leiter der Mannsbilder Beratungsstellen, Thomas Goller, Stefan Leibetseder und Andreas Huber, alle drei Berater in Lienz, gemeinsam mit Landesrätin Christine Baur am 7. Juni zum Pressegespräch in den Räumlichkeiten der Bildungsinfo im Dolomitencenter – die Beratungsstelle selbst liegt nur wenige Räume weiter – ein.

Für Christine Baur, der besonders das Thema Gewaltprävention am Herzen liegt, leistet dieser Verein einen sehr wichtigen Beitrag zur Gesellschaft. Sie habe sich erfolgreich für einen eigenen Posten „Gewaltprävention“ im Landesbudget eingesetzt, erklärt die grüne Politikerin, aus dem dieses und ähnliche Projekte gefördert werden. Täter- und Gewaltarbeit ist aber nur ein Teil des Angebots von Mannsbilder. Zwar liegt ein Schwerpunkt dieser vom Bundesministerium für Familien und Jugend anerkannten Familienberatungsstelle tatsächlich auf dem Thema Gewalt – sowohl in der Familie als auch außerhalb des sozialen Nahraums – doch auch Beratungen zu Themen wie Partnerschaft, Trennung, Vaterschaft oder Persönlichkeit, um nur einige zu nennen, finden in der Männerberatung statt.

Martin Christandl betont, dass Männer und männliche Jugendliche ab zwölf Jahren ohne große Hürden professionelle Unterstützung erhalten sollen. „Dabei wollen wir nicht diagnostizieren, sondern auf Augenhöhe arbeiten.“ Außerdem ist die Beratung prinzipiell kostenfrei, es gibt aber einen freiwilligen Solidaritätsbeitrag. Neben dem Beratungsangebot werden auch Schulen besucht und Workshops mit männlichen Jugendlichen abgehalten. Dabei werden traditionelle Rollenbilder hinterfragt, außerdem geht es um Gewaltprävention und Orientierung. Ähnliche Workshops an Schulen werden für Mädchen vom Frauenzentrum angeboten. „Männerberatung braucht es mehr denn je“, ist Martin Christandl überzeugt, dem immer wieder auffällt, dass die Themen, zu denen bei den Mannsbildern beraten wird, nicht an Aktualität verlieren.

Thomas Goller und Stefan Leibetseder, beide Mitbegründer des Lienzer Vorgängervereins MENergie, haben schon Erfahrung auf dem Gebiet. „Vernetzt mit den Mannsbildern waren wir von Anfang an, haben bei MENergie aber ehrenamtlich gearbeitet. Jetzt haben wir mehr Budget“, erklären sie. Der Verein MENergie führte in Osttirol 150 bis 160 Beratungen im Jahr durch und beriet dabei über fünfzig Männer. Durch gute Vernetzung mit anderen sozialen Einrichtungen soll die Bekanntheit der Organisation noch steigen und das Thema Männerberatung vor allem enttabuisiert werden. In der Tabuisierung liege sicher die größte Hürde, sind sich die Berater einig. Doch sie sind optimistisch, dass sich das auch in Osttirol mit der Zeit ändern wird.

Die Beratungsstelle Mannsbilder im Dolomitencenter in Lienz hat dienstags von 17:00 bis 20:00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Detaillierte Informationen und Kontaktdaten finden Interessierte auf www.mannsbilder.at.

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1 Posting bisher
Unholder0815 vor 6 Monaten

Bravo, da wundert man(n) sich für was alles in Tirol Steuergeld vorhanden ist.Da werden wohl wieder ein paar Grün/Schwarze Günstlinge mit Landesposten versorgt.Ein Armseliges Theater!