Kals: Hund wartete sechs Tage auf einem Felsen

In der Silvesternacht nahm „Hero“ reißaus. Am Dreikönigstag fand ihn ein Suchtrupp wieder. 

Silvesternacht in den Kalser Bergen. Auf der gemütlichen „Schusteralm“ feiert eine fröhliche Runde. Die Hütte der Familie Amraser liegt auf rund 1960 Metern Seehöhe in der Nähe der Mittelstation der Gondelbahn. Um Mitternacht knallen die Sektkorken und rundum auch die Silvesterraketen – kein Spaß für den fünfjährigen „Hero“. Er nimmt reißaus. Noch sorgt man sich nicht allzu sehr, der kluge Hund weiß schließlich, wo er hingehört. Doch Hero kommt nicht mehr zurück. Auch nicht nach Tagen. Er wird zum Dorfgespräch in Kals. Man muss kein Hundenarr sein, um nachzufühlen, was in seinem Herrchen Simon Amraser vorging. Doch die Geschichte hat ein Happy End!

Vier Tage fehlte jede Spur von Hero. Am 5. Jänner hörten aufmerksame Kalser Hundegebell, das aus dem sogenannten „Arniggraben“ zu kommen schien. Sie informierten Simon Amraser. Der setzte sich mit Gerhard Gratz auf ein Loipengerät und die Männer fuhren los. Tatsächlich hörten auch sie das Bellen, konnten den Hund ungefähr orten, mussten aber unverrichteter Dinge zurück ins Tal, weil es dunkel wurde.

Simon Amraser, Gerhard Gratz, Christian und Peter Bauernfeind (von links) mit dem Helden der Geschichte, dem Hund Hero. Foto: privat

Am nächsten Tag stieg dann ein kleiner Suchtrupp auf. Das Duo Amraser und Gratz wurde von Christian und Peter Bauernfeind verstärkt. Und diesmal gelang die Bergung des Hundes. Hero war bei seiner Flucht von der Schusteralm in Richtung Tal gelaufen und im Arniggraben an einer steilen Stelle ausgerutscht. Er landete auf einem Felsvorsprung und konnte ohne Hilfe weder nach oben noch nach unten klettern. Er wartete und bellte – sechs Tage lang.

Entsprechend groß war die Freude, als der Hund sein Herrchen kommen sah. Das Tier überstand den Unfall völlig unverletzt und alle freuen sich auf ein gutes neues Jahr!

Hero schaut gemeinsam mit Gerhard Gratz gut gelaunt in die Kamera. Er überstand sechs Tage im winterlichen Felsgelände völlig unbeschadet.
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9 Postings bisher
bobbilein vor 5 Monaten

frage mich, wer bei den positiven kommentaren zur hunderettung auf "stimme nicht zu" klickt!

lese gerne begründungen!

tetris vor 5 Monaten

Sechs Tage und NÄCHTE, allein, verängstigt, ohne Futter und Wasser, in der Kälte... Das arme Tier... Man muss auch kein Hundenarr sein, um nachzufühlen, was in dem Hund vorging... Gott sei Dank wurde er gerettet und wird hoffentlich bei zukünftigen Silvesterfeiern besser geschützt...

Hinrichsen Thomas vor 5 Monaten

Ich freue mich, dass alles gut ausgegangen ist!

Wolke vor 5 Monaten

Das freut mich, für Hund und Herrchen!

hannes vor 5 Monaten

Das zum Thema 'Herumknallen ! ' Tiere sind da weit empfindlicher als Menschen.......diese Unsinn sollte eingeschränkt werden ! Netter, toller Bericht !

    hoerzuOT vor 5 Monaten

    Bin völlig Ihrer Meinung!!!

      Kapatieme vor 5 Monaten

      Der Verkauf an Private gehört untersagt. ​Nur an professionelle Feuerwerker.Wochenweise das sinnlose Geknalle . Wie soll man seine Tiere davor schützen ? Wer denkt an die Wildtiere ? Alleine die Luftverschmuzung ist eine Katastrophe. Man belebt damit nur die Chinesische Wirtschaft.

      ando vor 5 Monaten

      positiv ist aber zu erwähnen, dass zumindest im östlichen Teil von Lienz (Bereich Minekugel) keine bzw. kaum Kracher zwischen Weihnacht und Silvester abgefeuert wurden. Auch am Silvestertag selbst war der Zeitraum des Lärmes relativ kurz. Im Vergleich zu den letzten Jahren war es meinem Empfinden nach um einiges ruhiger und eben auch wirklich nur am Silvesterabend...