Bergsteiger-Legenden eröffnen „Dolomiten ohne Grenzen“

Neue Klettertour des Friedens führt zu alten Kriegsschauplätzen mit historischen Steigen.

Am 9. Juni wurde an der Gebirgsgrenze zwischen Österreich und Italien eine neue Klettersteigtour mit dem Namen „Dolomiten ohne Grenzen“ eröffnet. Das im Rahmen des EU-Programms Dolomiti Live geförderte und von Sexten inszenierte Projekt will – einmal mehr – die Dolomiten als verbindendes und nicht trennendes Massiv positionieren und ist zugleich eine Reminiszenz an die Klettersteige des Ersten Weltkrieges. Drei Zinnen, Zwölferkofel, Hochbrunnerscheide, Paternkofel, Sextner Rotwand, Großer Kinigat, Cima Vallon – der Höhenweg reiht insgesamt zwölf Klettersteige aneinander und verbindet Italien mit Österreich.

Aus alpinistischer und historischer Sicht hat jeder der Steige einen besonderen Charakter. Zur Eröffnung startete eine Delegation aus Sexten in Begleitung von Reinhold Messner entlang des Friedensweges „Dolomiten ohne Grenzen“ zum gemeinsamen Zielpunkt, dem Kreuzungspunkt zwischen Osttirol und den Provinzen Bozen und Belluno.

Drei Weltklasse-Alpinisten enthüllten im hochalpinen Dreiländereck eine Friedenstafel, auf der auch Osttirol verewigt ist. Von links: Fausto de Stefani, Reinhold Messner und Hans Wenzl. Fotos: Wisthaler

Zeitgleich starteten zwei weitere Delegationen, eine aus Belluno mit dem italienischen Extrembergsteiger Fausto de Stefani sowie eine Gruppe aus Kartitsch mit dem bekannten Kärntner Höhenbergsteiger Hans Wenzl, um sich am Zielpunkt mit der Delegation aus Sexten zu treffen. Dort wurde ein Gedenkstein niedergelegt, der an dieses gemeinsame Projekt erinnern soll. Das offizielle Osttirol war bei dieser grenzüberschreitenden – und in den italienischen Medien viel beachteten – Aktion durch die Bürgermeister von Kartitsch und Obertilliach vertreten, Josef Außerlechner und Matthias Scherer.

Am 9. Juni wurde in Sexten mit viel Prominenz die Kletterroute „Dolomiti senza confini“ eröffnet, die auch nach Osttirol führt. Foto: Wisthaler

Am Kreuzbergpass fand im Anschluss die Eröffnungsfeier statt, an der neben dem Südtiroler Europaparlamentarier Herbert Dorfmann, auch Paolo Alli, Präsident der Parlamentarischen Versammlung der Nato und Vincenzo Torti, Vorsitzender des Club Alpino Italiano, teilnahmen. Wer in den Dolomiten klettert oder wandert, kennt die Kriegsrelikte, die hier bis in große Höhen zu finden sind. Bis auf die unzugänglichsten Gipfel wurden im Ersten Weltkrieg Kriegsgräben, Felstunnels und Geschützstellungen gebaut, die bis heute erkundbar sind. Um diese unwegsamen Orte zu erreichen, wurden in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts einige Klettersteige wieder bzw. neu errichtet, die jetzt ein integrierter Teil der Tour „Dolomiten ohne Grenzen“ sind.

Noch heute erzählen einige der schönsten Gipfel der Dolomiten von sinnlosen Befehlen, durch die Soldaten zu Massakern geschickt wurden, von Schmerz, von Kälte, von Frost und von Torheit. „Dieser sinnlose und schmerzvolle Krieg hatte das Ziel, Grenzen in den Dolomiten zu schützen, die nie existiert haben“, erklärten die Delegationen bei ihrer Begegnung auf dem Grat. Aus diesem Grund sei „Dolomiten ohne Grenzen“ entstanden, ein alpiner Friedensweg durch die Schauplätze des Krieges.

Was Kletterer in den „Dolomiten ohne Grenzen“ erwartet, zeigt das offizielle Video zu diesem Projekt:


Nicht auf Klettersteigen sondern auf Wanderwegen begaben sich Margit Steidl und Sabine Hoffmann auf einen friedlichen Grenzgang, den eine ausführliche Reportage im Sommermagazin 2016 beschreibt.

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7 Postings bisher
Franz Brugger vor 2 Monaten

Obwohl viele Personen sich kennen, auch weil in verschiedensten Funktionen Berührungspunkte damit verbunden sind, scheint man nicht ausreichend miteinander zu reden.

Oder sind es Friktionspunkte, die dann für andere Bereiche die Kommunikation hindern?

Aufbruchsstimmung dokumentiert sich anders.

Gerhard Pirkner vor 2 Monaten

Liebe Dolomitenstadtler, tatsächlich waren mit Josef Außerlechner und Matthias Scherer zwei Bürgermeister aus dem Bezirk und damit auch das „offizielle Osttirol“ in Sexten anwesend. Wir haben das heute erfahren und im Artikel nachgetragen.

Leonhard vor 2 Monaten

In Osttirol ist es wirklich schwierig. Alles muss zum Politikum gemacht werden. Da wird ein Klettersteig eröffnet, bei dem halt so genannte Bergsteigerlegenden anwesend sind. Gut so - den Reinhold Messner kennt man, aber die anderen??? Ein Dolomiti Live Projekt - wunderbar. Das offizielle Osttirol ist nicht vertreten - na und? Ein Klettersteig wird eröffnet, einer von vielen. Schön, dass es einenen weiteren Klettersteig im touristischen Angebot gibt. Kann man sich nicht einfach darüber freuen. Nein! Man muss wieder respektlos auf manche Menschen, die halt nicht gerade in sind, losgehen. Kann man nicht einfach die Bürgermeister aus Kartitsch und Obertilliach als Vertreter des offiziellen Osttirol und des Tourismusverbandes sehen?

    Na Servas vor 2 Monaten

    @Leonhard: geschätzter Leonhard! Sollte ich mit Ihrem Kommentar gemeint sein - mit "Politikum" hat dies wohl herzlich wenig zu tun. Ihrem posting entnehme ich, daß Sie entweder den Bericht nicht im Detail gelesen haben - oder das große Thema der Historie auf diesem Friedensweg nicht verstehen (wollen), zB 1918/2018: einhundert Jahre Ende des 1.Weltkriegs, usw...! Übrigens: die Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus dem Nachbarland Italien waren ja wohl nicht nur irgendwer, ich hoffe nur daß die Bgm von Kartitsch & Obertilliach tatsächlich dabei waren - trotzdem die Frage: sind das die Vertreter des offiziellen Osttirol?? Und wenn Ihnen nur Reinhold Messner (flüchtig) bekannt ist -ok, aber Fausto di Stefani aus der Provinz Mantua/Lombardei hat 'eh nur' innerhalb von 15 Jahren alle 14 Achttausender bestiegen ... und der Kärntner Hans Wenzl ist einer der erfolgreichsten österr. Höhenbergsteiger (bereits 8 Achttausender ohne Flaschensauerstoff!)... - man kann auch googlen für weitere Infos! Und "respektlos ... auf manche .... losgehen" - ich weiß nicht, wen/was Sie da meinen!? Ich habe nur so manche Herren ob ihrer Untätigkeit kritisiert - und das sei mir als jahrzehntelanger Insider erlaubt.

Na Servas vor 2 Monaten

Wenn ich diesen Artikel "Dolomiten ohne Grenzen" lese, dann darf ich einerseits dem dolomitenstadt-Team gratulieren - andererseits bin ich aber erschüttert und eigentlich voller Wut, wenn ich lese: "...das offizielle Osttirol war .... nicht vertreten...", daher darf ich auch das Posting von @berka als sehr treffend bezeichnen! Ich möchte einen Schritt weitergehen und ein paar Gedanken zu dem "Führungsteam des TVBO" bemerken: es sind zwei pensionierte Banker - und ein ferngesteuerter vermeintlicher "Kronprinz" (ich wünsche ihm viel Glück für die zukünftige Übernahme des Obmanns, aber ich würd mich wundern, wenn es jemals überhaupt dazu käme - man kennt ja den F.Th...!). Ich hätte gern eine Stellungnahme vom TVB-Vorstand und unserer Politiker, warum offensichtlich Keine(r) es der Mühe wert gefunden hat, am Samstag, 9.Juni, bei diesem großartigen Festakt dabeizusein. Man hätte ja am Sonntag trotzdem Gelegenheit gehabt, sich neben den Siegern der DRadrundfahrt zu präsentieren und in die Kamera zu lächeln.....?! Aber der Obmann rühmt sich ja gerne als "senza confini"-Mann und trägt auch mit Stolz einen italienischen Titel (ich glaube, Silvio Berlusconi hat den gleichen....!?) - und überhaupt kann ich das jahrzehntelange BLA-BLA schon nicht mehr hören! Aber seit den Wahlen im Dezember 2017 sind wohl alle noch im "Winterschlaf", denn außer "business as usual" merken wir NICHTS! Ja,ja - Radrennen gibt es weltweit 10.000e - das nenne ich Alleinstellungsmerkmal (?) - und auch unzählige Klettersteige, aber DOLOMITEN und Wanderwege/Klettersteige wie den -landschaftlich und historisch einzigartigen- genannten Friedensweg wohl nur einmal! Und siehe: seit Jahren das mit Abstand 1.Urlaubsmotiv unserer Gäste sind unbestritten: Berge/Landschaft/Wandern .... und Radfahren/MTB ist halt auch unter den top five. Aber mit jährlich zwei Radrennen wird man den Tourismus in Osttirol nicht nachhaltig nach oben bringen, obwohl uns diese Herren das schon seit Jahren/Jahrzehnten vorgaukeln (bin aber selbst mehrmaliger DR-Teilnehmer, DL-Langläufer, gleichzeitig begeisterter Bergwanderer in unseren einzigartigen Dolomiten!)

berka vor 2 Monaten

Wiedemal ist es so wie man das in Osttirol eh schon gewohnt ist... es gibt den Radsport und dan lange nichts mehr ! Vermutlich ist es für TVB Funktionäre wichtiger sich zum 31 mal bei der Dololomitenradrundfahrt zu präsentieren - eine Pensionierung wäre auch außerhalb der Bank sinnvoll....

Kiew vor 2 Monaten

Super Idee. Super Bilder. Gratulation an die vielen, die diese Routen ermöglichen