Mit dem Blumenschmuck mutet das Bushäuschen am Gaimberg an wie ein kleines Balkönchen. Fotos: Dolomitenstadt/Ressi

Mit dem Blumenschmuck mutet das Bushäuschen am Gaimberg an wie ein kleines Balkönchen. Fotos: Dolomitenstadt/Ressi

Von Gaimberg in die Peggetz: Kurze Strecke, langer Weg

Der heutige Praxistest bringt uns 45 Minuten Fahrzeit, garniert mit kleinen Pläuschchen.

Da schauen wir alle schön, als Gerhard Pirkner uns fragt, was wir denn von einer Fahrt mit dem Regiobus halten würden. Doch da man nichts kritisieren kann, was man nicht schon ausprobiert hat, sind wir alle gleich dabei. Eigentlich aufregend, eine Fahrt mit einem Geisterbus!

Die anfängliche Begeisterung wird bei mir schnell gebremst: Nach langer Recherche für meine erste Fahrt mit dem Regiobus habe ich schließlich alle nötigen Fahrpläne beisammen und brüte nun über der Suche nach der vorteilhaftesten Route – vergeblich, denn Straßennamen waren nie meine Stärke. Und jetzt? Einer Eingebung folgend, öffne ich den App Store – und tatsächlich bietet dieser eine App für alle, die Geografie nicht zu ihren größten Stärken zählen können. Erleichtert tippe ich die gewünschte Adresse in die VVT-App ein und stelle fest, dass ich den Fahrplan wohl doch nicht falsch gelesen habe: Der schnellste Weg zum Ziel beinhaltet einen 22-minütigen Fußmarsch, drei Minuten Entspannungs- und Verschnaufpause im Regiobus und einen Endsprint von 18 Minuten. Kosten? 2 Euro.

Der schnellste Weg zur Gaimberger Bushaltestelle: eine Abkürzung durch den Wald.

Doch so schnell gebe ich nicht auf. Will ich von meiner Busfahrt auch profitieren, bleiben mir nur noch zwei Optionen: Entweder 75 Minuten zu früh in der Redaktion erscheinen oder 17 Minuten Verspätung in Kauf nehmen. Als professionelle Langschläferin entscheide ich mich für letzteres. Das Abenteuer kann beginnen!

Der Empfehlung meiner App folgend, verlasse ich um 08:35 Uhr das Haus. Ich nehme eine kleine Abkürzung durch den Wald und stehe fünf Minuten später bei der Gaimberger Bushaltestelle. Trotz der einladenden Blumen, die das Wartehäuschen schmücken (und es ein wenig an einen Balkon erinnern lassen), bin ich die einzige Wartende. Pünktlich um 09:50 erscheint das gelb-schwarze Gefährt – bis auf einen einzigen Fahrgast und den Busfahrer, wie erwartet, leer. Mit eben diesen beiden mache ich auch gleich Bekanntschaft. Helmut, der Busfahrer, erzählt mir, dass der Schein trüge – 60 bis 70 Personen würden täglich von ihm durch die Gegend kutschiert. Die ältere Dame, die ein paar Reihen hinter mir sitzt, sei ein Stammgast.

Pünktlich und scheinbar leer rollt der Bus um 9:50 Uhr an.

Bei der Zettersfeld Talstation wird der bisher ruhigen Busfahrt jäh ein Ende bereitet: Sechs Personen steigen zu und lassen sich sofort begeistert interviewen. Es handelt sich dabei um eine Touristengruppe aus Deutschland. Eine besonders eifrige Dame erklärt mir sofort alle Aktionen der Lienzer Bergbahnen und des Regiobusses. Während mir die Pfälzerin noch von der Dolomiten Card und der Guest Card vorschwärmt, lässt sie sich nach mahnenden Worten des Busfahrers wieder auf ihrem Sitz nieder.

Das hält Helmut, den sehr aufmerksamen Busfahrer, wie er sich selbst beschreibt, jedoch nicht davon ab, mit mir ein Pläuschchen anzufangen. Von allen Seiten wird gequatscht, sodass ich ihn kaum verstehen kann. Eine weitere Touristin erzählt mir enthusiastisch von ihrem Plan, in Sillian „Pralinnen“ zu kaufen.

Die Pfälzerin berichtet unterdessen von einem Lautsprecher an der Isel, den sie ganz wunderbar fände. Ein wenig verwundert erkundige ich mich, was das denn für ein Lautsprecher sei. „Sind Sie denn nicht von da?“ Bevor ich ihr antworten kann, mischt sich die zweite Touristin ein: „Auf jeden Fall kauf’ ich mir am Freitag Maruien.“ Nach einem kurzen Blick in mein verwirrtes Gesicht, fügt sie hinzu: „Wir Deutschen sagen da Aprikosen dazu.“

Am Bahnhof verabschiede ich mich von meinen Mitreisenden und Busfahrer Helmut, bevor ich in den nächsten Bus einsteige.

Am Bahnhof angekommen steige ich nach einer freundlichen Verabschiedung von meinen Mitfahrern in den nächsten Bus, bei dem ich bereits meine Kollegin Sarah treffe, die ebenfalls für Dolomitenstadt unterwegs ist. Auch hier wird wieder lautstark getratscht – so dass wir beide vergessen, bei unserer Haltestelle auszusteigen. „Misst’s es do nit ausi?“, erinnert uns der Busfahrer.

Nach 45 Minuten Busfahrt bin ich schließlich in der Redaktion angekommen. Um schnell von A nach B zu kommen, werde ich ihn wohl nicht mehr benutzen. Falls mir jedoch einmal nach Schwatzen zumute ist oder ich neue Freundschaften schließen will, weiß ich, wo ich hingehen muss. Und wie komme ich jetzt wieder nach Hause…?

Geschafft! Das Ziel liegt jetzt in unmittelbarer Reichweite.

Mein Fazit:

Plus: viel Stimmung und neue Bekanntschaften
Minus: lange Dauer und unnötige Umwege für eine eigentlich kurze Strecke; beim Rückweg geht es von der Bushaltestelle steil den Waldweg bergauf – Einkäufe schleppen keine Option

Wegzeit brutto (mit Fußstrecken und Zeitpolster): 44 Minuten, 26 Sekunden
Zum Vergleich: Fußweg 51 Minuten, Fahrrad 15 Minuten, Auto 8 Minuten
Kosten: 2 Euro

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Europa vor 2 Tagen

Die Linie 6 zum Gaimberg Feuerwehrhaus fährt immer von Bahnhof Lienz immer in der 40 Minute jeder Stunde.Man ist hier eigentlich immer sehr schnell in der Stadt von Lienz Denn diese Buslinie ist gar nicht solange wie geht diese das erkläre ich hier Die erst Haltestelle ist die Haltestelle Spitalskirche 2 Spitalsbrücke Goldener F wird Sie genannt im Entertainment System Auf der Taffel Steht Goldener Fisch. Danach geht die Buslinie 6 zur Haltestelle Gymnasium. Von dort fährt der Bus zur Haltestelle Zettersfeldstraße Minnekugel danach kommt die Haltestelle Zettersfeldbahn und danach die Haltestelle Gaimberg Feuerwehrhaus Von Hier fährt der Bus von der Linie 6 zurück zum Bahnhof Lienz folgender massen Abfahrtshalltestelle Gaimberg Feuerwehrhaus nächste Haltestelle Zettersfeldbahn danach Haltestelle Zettersfeldstraße Minnekugel. Danach Haltestelle Spitalsbrücke Goldener F Spitalskirche Bahnhof Lienz so fährt die Linie 6 die Linie an sich ist sehr gut angelegt der Bus kommt hier in keinen Stau. Das zur Information.