An der Haltestelle Lienz Schlossgasse beginnt mein Abenteuer, das keines ist. Es wird sich als gemütliche und vor allem kurze Reise entpuppen. Fotos: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

An der Haltestelle Lienz Schlossgasse beginnt mein Abenteuer, das keines ist. Es wird sich als gemütliche und vor allem kurze Reise entpuppen. Fotos: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

Geheimtipp: Schlossgasse – Peggetz in 11 Minuten

Jeden Morgen dreht die Linie 961 eine kleine Extrarunde durch Lienz.

Das unheilvolle Geräusch von Autos, die am frühen Morgen über regennassen Asphalt rollen, bringt mich als Radfahrerin manchmal etwas aus dem Konzept. Normalerweise würde ich mich auch bei Wind und Wetter aufs Rad schwingen und vorsichtshalber Kleidung zum Wechseln einpacken. Aber heute nicht – heute lasse ich das übliche Fahrzeug meiner Wahl im Keller stehen und nehme den Bus. Ich bin an der Reihe beim Dolomitenstadt-Öffi-Test. Zu meinem Glück spuckt die VVT-Seite eine scheinbar wirklich gute Verbindung aus. Laut Plan soll mich der Bus 961 in nur elf Minuten direkt, also ganz ohne Umsteigen, zur Dolomitenstadt-Redaktion in der Peggetz befördern.

Erwartungsvoll verlasse ich also meine Wohnung und begebe mich auf den Weg zur Haltestelle Lienz Schlossgasse (Gehzeit: eineinhalb Minuten). Ich bin früh dran, weil ich mir auf der Haltestelle den einen oder anderen Gesprächspartner erhoffe. Es ist ein Werktag, ein wenig regnerisch, und als Endstation für die Fahrt ist die Firma Liebherr eingezeichnet – mein Gedankengang: Vielleicht nehmen ja manche Mitarbeiter den Bus? Diese Annahme erweist sich als falsch und ich schlage vier Minuten Wartezeit alleine tot. Pünktlich um 07:50 Uhr rollt dann mein Bus an. Er ist leer, ich bin der einzige Fahrgast.

Im Bus ist mehr als genug Platz – ich habe ihn ganz für mich allein.

Das liegt vor allem daran, dass gerade Ferien sind, erklärt mir Busfahrer Hannes, der sich geduldig von mir mit Fragen löchern lässt. Die Linie 961 startet nämlich in Sillian und macht normalerweise am Bahnhof Lienz den letzten Stopp – nur morgens dreht der Bus noch eine Extrarunde durch die Dolomitenstadt und setzt Schülerinnen und Schüler aus dem Oberland an ihren Bildungsstätten ab. Seitdem es den Regiobus gibt, gehört die Stadtrunde auch in den Sommerferien dazu. Liebherr-Mitarbeiter fahren keine mit – der Fahrplan stimmt nicht mit den Arbeitszeiten der Firma überein. „Momentan habe ich zwei Fahrgäste, die wirklich jedes Mal mitfahren“, erzählt Hannes. Einer davon ist bei der Lebenshilfe, die andere steigt beim Bezirkskrankenhaus aus.

Inzwischen erreicht der Bus zum zweiten Mal an diesem Tag den Bahnhof, macht einen kurzen Zwischenhalt – niemand steigt zu – und dann sind wir auch schon in Nullkommanichts beim Auenweg in der Peggetz angelangt. Ich schaue auf die Uhr. Es ist eine Minute nach acht. Tatsächlich: Wir waren genau elf Minuten unterwegs. Eine halbe Minute Gehzeit kommt auch noch dazu, dann ist es geschafft: Wenn ich den Fußweg und die Wartezeit einrechne, hat meine kleine Reise insgesamt 17 Minuten gedauert. Mit besserem Timing, also einer etwas knapperen Ankunft an der Haltestelle, könnte ich sogar nochmal drei Minuten sparen und wäre dann 14 Minuten unterwegs. Mit dem Rad brauche ich 13 Minuten, der Unterschied ist also minimal. Ein Auto würde mich in sieben Minuten ans Ziel bringen, ginge ich zu Fuß, müsste ich 37 Minuten einkalkulieren. Gekostet hat mich die Fahrt 1,10 Euro. Nicht schlecht, finde ich!

Freundlich und schnell befördert mich Hannes von der Schlossgasse zur Dolomitenstadt-Redaktion. Danke nochmal! :)

Der einzige Wermutstropfen: Diese Strecke wird genau so tatsächlich nur ein einziges Mal am Tag befahren. Verpasst man also diesen einen Bus oder möchte man etwas früher dran sein, wird es komplizierter – hier veranschlagt mir die VVT-App 20 bis 30 Minuten und entweder lange Fußwege oder Umsteigen am Bahnhof. Auch für den Rückweg sollte man ein bisschen mehr Zeit und einmal Umsteigen einplanen. Ich bleibe also erstmal beim Fahrrad. Trotzdem: Ich bin hochzufrieden und am nächsten schweren Regen- oder Schneetag sitze ich mit Sicherheit wieder in diesem Bus.


Mein Fazit:

Plus: Eigentlich alles bestens, eine kurze Busfahrt bringt mich direkt ans Ziel.
Minus: Die Strecke wird nur einmal am Tag befahren.

Wegzeit brutto (mit Fußstrecken und Zeitpolster): 17 Minuten
Zum Vergleich: Fußweg 37 Minuten, Fahrrad 13 Minuten, Auto 7 Minuten
Kosten: 1,10 Euro

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2 Postings bisher
senf

wenn man sich die fast tonnenschwere und tagliche printwerbung der heutigen gechäftswelt anschaut, findet man zwar die telefonnummer, die internetadresse und vielleicht auch einen stadplanauszug. wie wär es mit einer kurzen angabe über die erreichbarkeit des betriebes mit dem stadbus, eventuell noch die gehzeit von der nachsten haltestenne? damit könnte auf das busangebot wirkungsvoll und kostenlos hingewiesen werden.

das wär vielleicht für den einen oder anderen ein service, um das angebot zu bewerben und zu nutzen. sammelfahrpläne lesen ist bekannterweise für einige noch immer ein hemmschuh.

diejenigen lienzer, die gerne geisterbuswetten abschliessen, sollten lieber das busangebot annehmen, ihr führerschein ist dort sicherer und billiger aufgehoben als im verkehrsref. der BH lienz ?

Europa

Auch mir ist es aufgefallen dass der Fahrplan des Regiobus Osttirol Linie 961 eine Katastrophe ist fährt viel zu selten. Wenn man bedenkt das in der Pegetz auch die Postbus Garage für den Regiobus Osttirol und Lienz ist auch in der Pegetz hst die Firma Reisebüro Bundschuh dieser Bus ihre Garage Man braucht wen man zum Schloss Bruck will 1.30 Stunden mit dem Bus weil eine Fahrpause hier enthalten ist um zum Schloss Bruck zu kommen braucht man die Linie 2 des REGIOBUS LIENZ und vorher die Buslinie 961 des Regiobus Osttirol ein Vorteil hat das mehr als 2 Euro kostet die Fahrt hier nicht weil die Pegetz noch zur Tarifzone Lienz gehört folgende Orte liegen in Zone Lienz Oberlienz Oberdrumm Thurn Lienz Gaimberg Amlach Tristach Tristacher See Pegetz im Osten ist die Haltestelle Pegetz Liebherrwerk die Zonen Grenze der Tarifzone Lienz