Laas – Peggetz: Etappenreise durch zwei Bundesländer

Für die heutige Testfahrt geht es mit Bus und Zug von Kärnten nach Osttirol.

Heute habe ich den Öffi-Test für dolomitenstadt.at übernommen und werde „grenzüberschreitend“ von Laas in Kärnten nach Lienz/Peggetz in Osttirol reisen. „Einmal in die Peggetz, bitte!“ – Mit diesem Satz komme ich nicht weit. Meine Anreise zur Dolomitenstadt-Redaktion ist nämlich mehr eine Etappenreise als eine Durchfahrt. Es gibt keinen Linienbus von meinem Heimartort in die Peggetz.

Genau 28 Kilometer beträgt die Distanz von der Einstiegsstelle zum Dolomitenstadt-Büro. Mit dem Auto braucht man für diese Strecke circa 30 Minuten, zu Fuß ist es schon eine mittlere Wanderung über den Gailberg nach Osttirol. Und wie schaut es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus? Für mich als Schülerin ist diese Variante die sinnvollste, unser Do-it-yourself-Test passt perfekt zu meinen Gewohnheiten. Da ich jeden Tag mit dem Bus und Zug in die Schule fahre, gehören die Öffis zu meinem Alltag. Als frischgebackene Reporterin lasse ich all meine Erfahrungen bewusst zurück und versuche, meine heutige Anreise aus einem anderen, neuen Blickwinkel zu betrachten.

Hier beginnt meine Reise, an der Bushaltestelle gleich gegenüber unserem Haus.

Das Experiment beginnt schon um 8:50 Uhr. Ich steige an der Bushaltestelle gleich gegenüber unserem Haus in Laas in einen kleinen VW-Bus der OGV (Obergailtaler Verkehrsbetriebe) und zeige nicht mein Jugendsommerticket, sondern kaufe wie ein gelegentlicher Fahrgast ein „normales“ Ticket. Die Fahrzeiten der Busse und Züge habe ich im Kopf, für Neulinge sind sie im Internet als PDF der Kärntnerlinien bereitgestellt. Die Zugfahrzeiten kann man online auch auf der ÖBB-Website und mittels ÖBB-App erfahren. Die dritte, altmodische Methode: zur Bus- oder Zughaltestelle gehen und auf den ausgehängten Fahrplänen nachzuschauen.

Der Fahrer informiert mich über Schülervergünstigungen. Auch Senioren fahren ermäßigt. Als 15-Jährige zahle ich 3,70 Euro für eine Fahrt von Laas nach Oberdrauburg. Platzauswahl habe ich, da der Bus nicht voll ist. Ich entscheide mich für einen Sitz in der ersten Reihe. Wir sitzen zu fünft im kleinen Bus, ich finde, das passt. Anstatt sofort mein Handy aus der Tasche zu holen – wie ich es sonst immer mache – lausche ich heute einmal aufmerksam dem Busradio, in einem Bus der Kärntnerlinien natürlich Radio Kärnten. Mal was Neues. Es ist erstaunlich leicht, in eine Unterhaltung zu finden. Ich plaudere mit dem Chauffeur und anderen Fahrgästen. Nach 15 Minuten erreiche ich meinen ersten Halt, steige zufrieden aus dem kleinen Bus, nach einer raschen und problemlosen Fahrt. Das Ambiente hat gepasst, nur der Preis ist ziemlich hoch.

Als Schülerin fahre ich sehr viel mit den Öffis, ich habe Fahrpläne und -zeiten im Kopf.

Auch am Bahnhof Oberdrauburg lasse ich mein Jugendticket im Rucksack und kaufe am Ticketautomaten einen regulären Fahrschein nach Lienz/Peggetz. Man könnte das Ticket auch im Internet oder per App erwerben. Etwas verwirrend finde ich die vielen verschiedenen Angebote, Altersermäßigungen und Mitgliedskarten, die mir am Bildschirm angezeigt werden. Ich zahle ohne Sommerticket mit 15 Jahren 2,60 Euro. Der Preis ist meiner Meinung nach akzeptabel. Auf den Zug muss ich nicht lange warten, seine Ankunft schließt perfekt an den Busfahrplan an. Um rechtzeitig in der Redaktion anzukommen, darf der Zug aber keine längere Verspätung haben. Hat er nicht, ist steige um 9:19 Uhr auf die Minute pünktlich ein.

Persönlich bewege ich mich lieber mit dem Zug als mit dem Bus fort, doch heute fühlt es sich fast seltsam an. Hier sind alle mit ihrem Handy oder anderem beschäftigt und ich habe mich nach meiner Busfahrt schon an Konversation gewöhnt. Eine neue Erfahrung, ein Detail, das ich zuvor nie beachtet habe. Ich fahre genau 18 Minuten und komme um 9:37 am Bahnhof Lienz/Peggetz an.

Fast geschafft. Vom Bahnsteig in der Peggetz bis zur Redaktion ist allerdings noch ein Spaziergang angesagt.

Ab hier geht es für mich zu Fuß weiter. Nach einem siebenminütigen Fußmarsch in die Dolomitenstadt-Redaktion ist meine Anreise nach 53 Minuten beendet. Für mich war es ein komplett neues Erlebnis, obwohl die Öffis zu meiner täglichen Routine zählen. Ich habe neue Bekanntschaften gemacht und Neues erfahren. Manchmal hilft es, Alltägliches aus anderer Perspektive zu betrachten, um den Grundgedanken einer einfachen Bus- und Zugfahrt komplett zu verändern. Das habe ich heute unter Anderem gelernt.


Plus: Es gibt eine stündliche Verbindung von Lienz nach Oberdrauburg und Oberdrauburg nach Laas. Der Zug knüpft pünktlich an den Bus an und umgekehrt. Mit dem Sommerticket und anderen Angeboten ist es für Jugendliche und Schüler sicher von Vorteil, die Öffis zu benutzen.

Minus: Nach sehr langem Überlegen stelle ich fest, dass es für mich keinen „Minuspunkt“ gibt. Ich bin sehr zufrieden mit den Öffis auf meiner Linie und es gibt von meiner Seite aus nichts zu bemängeln. Als Schülerin bin ich sehr dankbar, dass meine An- und Heimreise günstig und reibungslos über die Bühne läuft.

Wegzeit brutto (mit Fußstrecken und Zeitpolster): 53 Minuten
Zum Vergleich: Fußweg 6 Stunden und 4 Minuten, Fahrrad 1 Stunde und 55 Minuten, Auto 31 Minuten
Kosten: 6,30 Euro (Busfahrt 3,70 Euro + Zugfahrt 2,60 Euro)

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1 Posting bisher
bergfex vor 4 Wochen

Das sehe ich son einmal sehr positiv, das nicht mit einem 50-Sitzer in der Gegend herum gefahren wird. Der kleine Bus is augelastet und kostet sicher um einiges weniger als die großen Ungetümer, die dann eben fast leer fahren. 👍 <Etwas verwirrend finde ich die vielen verschiedenen Angebote, Altersermäßigungen und Mitgliedskarten, die mir am Bildschirm angezeigt werden.< Ich habe mir in der Peggetz einmal den Auomat zu Gemüte geführt. Verwirrender geht es wohl nicht, überhaupt für ältere Semester. 👎 Das funktioniert eben nur mit kleinräumigen Verbindungen, wo auch mitgedacht wird. 👍