Hin und wieder zurück – meine Reise mit den Öffis

Wie Bilbo Beutlin mache ich mich auf den Weg, mit der GoPro als ständigen Begleiter.

„Der Hobbit oder Hin und Zurück“ nennt J.R.R. Tolkien seine Vorgeschichte zu Herr der Ringe. Ich habe mir den Titel „geliehen“, weil ich ihn passend finde. Auch wenn meine Reise mit den Öffis ein wenig kürzer war, als jene von Bilbo Beutlin und den 13 Zwergen, so war sie doch nicht minder abenteuerlich. Gestartet bin ich nicht in Hobbingen im Auenland sondern in Matrei in Osttirol. Und mein Berg Erebor war die Redaktion von Dolomitenstadt in der Peggetz. Ich bin heute an der Reihe mit dem „Öffitest“ der Redaktion.

„Korberhütte“ nennen die Matreier diesen Unterstand für Öffi-Reisende. Er hat sogar Telefon. Fotos: Veit Rainer

Um neun Uhr verlasse ich das Haus. Um 9:18 soll mein Bus am Korberplatz in Matrei abfahren. Das heißt erstmal zehn Minuten zu Fuß gehen. An der Bushaltestelle warte ich nicht lange. Pünktlich wie die Maurer fährt der Bus um 18 nach ein. Ich steige ein, zahle 3,60 Euro und mache es mir in der letzten Reihe gemütlich, damit meine Kamera freie Sicht hat. Bei der Abfahrt ist der Bus noch relativ leer, es werden sogar immer weniger Menschen. Doch in Huben ändert sich das schlagartig. Hier steigen so viele Passagiere zu, dass so ziemlich alle Sitzreihen voll werden. Doch seht selbst:

Um kurz nach zehn, mit ein bisschen Verspätung, komme ich am Bahnhof in Lienz an und treffe dort meine Kollegin Sophie, die auf den Bus in die Peggetz wartet. Ich schließe mich ihr an. Gemeinsam versuchen wir, auf einem schmalen, nicht wirklich bequemen Betonvorsprung zu sitzen, sehen die Taxis kommen und gehen und werden sogar um Hilfe gefragt. Ob wir wissen, wann der letzte Bus nach Sillian abfährt? Ein kurzer Blick in die App – Problem gelöst.

Um 10:12 kommt ein Bus, auf dem verheißungsvoll unter anderem „Peggetz“ steht. In den steigen wir ein. 1,10 Euro kostet der Spaß. Der Fahrer musste vor und nach unserer Gesellschaft völlige Einsamkeit erleiden – während unserer rund zweiminütigen Fahrt waren wir nur zu dritt. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich an diesem Tag mit diesem Busfahrer unterwegs bin.

Nach einem kleinen Fußmarsch haben wir dann „den einsamen Berg“ erreicht. Jetzt ist es kurz vor halb elf. Das heißt wir haben Verspätung, denn eigentlich war 10.00 Uhr ausgemacht – doch wir haben ja eine Ausrede. Nach der Redaktionsbesprechung müssen wir wieder einen Bus zum Bahnhof erwischen. „Da kommt der Kameramann wieder!“, begrüßt mich der Fahrer, als wir einsteigen. Am Bahnhof treffe ich mich mit einer weiteren Kollegin, Caterina, mit der ich später am Tag einen Interviewtermin habe. Um 14:00 in der Debant. Also geht es nach einer kurzen Mittagspause wieder zum Bahnhof. Und wieder warten wir. Und wieder kommt der Bus auf dem „Peggetz“ steht. Dahinter steht aber auch „Debant“, also steigen wir ein.

Die Reisespesen der Dolomitenstadt-Redaktion stiegen im Juli 2018 sprunghaft an.

„Wieder in die Peggetz?“„Nein, diesmal in die Debant.“ „Dann bitte eins sechzig.“ An der Haltestelle Debant-Zentrum steigen wir aus. Mit Müh und Not und Google Maps finden wir zu unserem Interviewtermin und nachher wieder zu einer Bushaltestelle. Da ich noch etwas in der Stadt zu erledigen habe, verpasse ich den Bus, der um 16:20 vom Bahnhof nach Matrei fährt – das bedeutet eine Stunde warten. Als dann um Viertel nach fünf zwei Busse am Bahnhof einfahren, nehme ich den hinteren, den Regio-Express, der zwischen Lienz und Kitzbühel pendelt. Der fährt fünf Minuten nach dem „normalen“ Bus ab und kommt rund fünf Minuten vor ihm an, weil er deutlich seltener hält. Man muss sich also gut überlegen, wo man aussteigen will.

Um 17:50 bin ich wieder im „Auenland“. Meine Tagesreise mit den Öffis ist vorerst zu Ende. Für die kommenden Tage werde ich wohl wieder den Luxus der Kombination Auto und Rad genießen. Allerdings kommt bald der Herbst und das bedeutet, jeden Tag im vollgestopften Bus in die Schule zu gondeln. Doch das ist eine andere Geschichte …


Mein Fazit:

Plus: Regio-Express ist sehr schnell unterwegs – rund 10 Minuten schneller als der normale Bus;
Minus: teils viel zu lange Wartezeiten; „Langstreckenbusse“ oft sehr voll; wenn man jeden Tag fahren muss, geht das Ganze auch aufs Portemonnaie;

Wegzeit brutto: eine Stunde, 18 Minuten
Zum Vergleich: mit der Kombination Auto/Fahrrad rund 30 Minuten

Kosten (hin und retour): 12,60 Euro; allerdings mit Jugend-Vergünstigung

Alle Testfahrten auf einen Klick!

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4 Postings bisher
Flocke

Habe die Öffitests immer wieder verfolgt und musste dann entsetzt feststellen mit welcher Gelassenheit die Tester ihre Verspätungen hinnehmen. „Ich habe ja eine Ausrede“ ....oder „lieber fahre ich mit dem späteren Bus und komme zu spät, als den früheren nehmen und eine Stunde warten“ ein Wahnsinn diese Arbeitsmoral!!!!! Egal ob das jetzt nur ein Test ist ... in der Arbeitswelt heutzutage geht das nicht, denn diesen Chef möchte ich sehen der sagt „ja ist nur egal wenn du tagtäglich 20 min später kommst“!!

    steuerzahler

    Manche haben Gleitzeit, da sollte es möglich sein. Bei einigen Wenigen wird es auch egal sein, wann sie arbeiten, Hauptsache, die Arbeit wird zeitgerecht erledigt. Wir arbeiten sowieso in viel zu engen Bahnen und viel zu lange. Die Automatisierung ist auch noch nicht bei den Beschäftigten angekommen. Jeder erbringt eine wesentlich höhere Wertschöpfung und hat nichts davon. Wir sollten die vorhandene Arbeit (und auch das Geld) verteilen, statt dem Einzelnen immer mehr aufzubürden, damit er mit seinen exobitanten Steuern die Arbeitslosen finanzieren kann.

bergfex

Das kommentiere ich hier sicher nicht mehr.

Nun eine Aufgabe (bitte ernst nehmen und berichten, aber ohne Vespätung, denn ich will meine Arbeitsstelle behalten)

1.) Ich wohne in Nußdorf/Debant. Habe um 6:30 Dienstbeginn in einem Geschäft nähe Fischwirt und muss deshalb minimum 10 Miniten VOR Arbeitsbeginn dort sein. (umziehen ist keine Arbeitszeit) 2.) Ich muss oft bis 19 Uhr arbeiten und will dann hundemüde nach Hause. Bitte diesen Auftrag ernst nehmen, das ist kein Kindergarten.

    bergfex

    Derjenige, der "stimme nicht zu" gedrückt hat, hat den Auftrag wohl nicht verstanden und sollte besser nicht drücken. Es war kein Kommentar für oder gegen, nur eine simple Aufgabe. ich kann sie nicht selbst erledigen, da ich nur ein Telefon zum telephonieren habe und keines zum Streicheln.