Wohnungsneubauten bei stagnierenden Bevölkerungszahlen und Firmenerweiterungen bei Fachkräftemangel? Für den Verein Osttirol Natur ist das keine schlüssige Vorgangsweise. Foto: Verein Osttirol Natur/Hölzl

Wohnungsneubauten bei stagnierenden Bevölkerungszahlen und Firmenerweiterungen bei Fachkräftemangel? Für den Verein Osttirol Natur ist das keine schlüssige Vorgangsweise. Foto: Verein Osttirol Natur/Hölzl

„Was ist uns unsere Heimat wert?“

Verein Osttirol Natur zeigt Folgen des Flächenverbrauchs auf und lädt zur Podiumsdiskussion „Grün statt Beton“.

Wir alle lieben es, unser Osttirol, unseren Lebensraum! Wir rühmen die Schönheit seiner ursprünglichen Naturlandschaften und seiner saftigen Wiesen und Almen. Wir erfreuen uns an den gepflegten, schmucken Dörfern, an der Schönheit unserer Wälder und unserer wilden Gebirgsbäche. Wir sind stolz auf unsere bäuerlichen Traditionen und das große Angebot an regionalen Produkten. Lebensqualität pur, es geht uns allen soweit gut und wir wissen das auch alle sehr zu schätzen!

Oder sind wir uns des Wertes unserer Heimat vielleicht doch nicht so ganz bewusst? Wir werben mit unserer ursprünglichen Natur, gleichzeitig beobachten wir, wie diese Tag für Tag, Stück für Stück, vernichtet wird. Um uns herum verschwinden täglich neue Grünflächen für mehr Wohnungen, obwohl die Bevölkerungszahlen stagnieren. An den Ortsrändern wachsen Gewerbegebiete plus Megaparkplätze mit erstaunlicher Geschwindigkeit in die grüne Wiese – für neue Betriebe und Arbeitsplätze, trotz Arbeitskräftemangel!

Bedingt durch die Konkurrenz an der Peripherie, gehen immer mehr Geschäfte und Betriebe in den Ortszentren zugrunde. Ohne diese Nahversorger sind wir aber auf das Auto angewiesen und benötigen breitere Straßen und Umfahrungen, um die Einkaufstempel an den Stadträndern ohne Stau zu erreichen  –  und natürlich noch mehr Parkplätze.

Das Schwinden der landschaftlichen Schönheit versuchen wir durch neue Anreize wettzumachen, um weiterhin Touristen in die Region zu locken. Wir bauen Fünf-Sterne-Hotels und Chaletdörfer, investieren trotz Klimawandels in neue Schipisten und Rodelwege (Beschneiungsanlagen und Speicherteiche inklusive), errichten Biketrails, asphaltierte, E-Bike-gerechte Radwege, Golfanlagen, Sommerrodelbahnen, Sportzentren und künstliche Freizeitanlagen!

All das kostet enorm viel Energie und so verbauen wir unsere Flüsse mit Wasserkraftwerken und Staumauern, unsere Wiesen und Felder mit Solarpaneelen und Windrädern. Die regionale Küche stammt dann schlussendlich von den letzten, verbliebenen Bodenflächen, die nun intensivlandwirtschaftlich unter Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger bewirtschaftet werden müssen!

Wenn Sie jetzt der Meinung sind, dass ich übertreibe, dann gehen Sie bitte beim nächsten Spaziergang oder Ausflug aufmerksam durch die Landschaft! Vielleicht fragen auch Sie sich: Wollten wir das wirklich so? Soll das die unabwendbare Zukunft unseres geliebten Osttirols sein?

Wir von Osttirol Natur sind der Meinung, dass wir dringend über die Zukunft Osttirols reden müssen und laden alle Osttirolerinnen und Osttiroler herzlich zu unserer Veranstaltung „Grün statt Beton“, mit Impulsvortrag und anschließender Podiumsdiskussion am 19. Oktober um 19:00 Uhr in den Kolpingsaal Lienz ein!

Wir glauben an ein Osttirol, in dem nachhaltiges Leben und Wirtschaften möglich ist und dahingehend, als Modellregion, sogar eine Vorreiterrolle übernehmen könnte! Wir glauben auch fest daran, dass die meisten der hier lebenden Menschen, sich der wahren Werte unseres einzigartigen Lebensraumes bewusst sind und dass wir es gemeinsam schaffen, neue Wege einzuschlagen, um unsere unverwechselbaren Naturjuwele und Grünflächen zu bewahren!

Renate Hölzl, Obfrau, im Namen des Vereins Osttirol Natur


„Grün statt Beton“: Impulsvortrag mit Podiumsdiskussion

Ziel der Veranstaltung ist es, die Ursachen des massiven Grünflächen- und Bodenverbrauchs im Bezirk zu orten, die Folgen dieser fortschreitenden Ressourcenvernichtung aufzuzeigen und in der Diskussion auf gemeinsame mögliche Lösungsansätze zu stoßen. Podiumsgäste sind die Raumplanerin Gaby Krasemann und Bürgermeister:innen aus der Region.

Wann: 19. Oktober, 19:00 Uhr
Wo: Kolpingsaal Lienz

Renate Hölzl unterrichtet Biologie am BG/BRG Lienz und ist seit 2020 Obfrau des Vereins Osttirol Natur.

11 Postings

isnitwahr

Frau Hölzl, danke für Ihr und Ihrer Mitstreiter Engagement und das trotz der vielen Anfeindungen!

 
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wolf_c

„Was ist uns unsere Heimat wert?“: an der Gestaltung des neuen Bahnhofs im Hinterhof zum Maschinenraum - mit gleichzeitiger Entwürdigung der fantastischen alten Drehscheibe zsammt Lok plus Museum - darf sich jeder sein Bild der herrschenden Prioritäten machen; das ganze ist garniert mit einer unglaublich hässlichen und teuren Furchtbarbrücke, der materialisierte Beweis unserer kulturellen Belanglosigkeit. Und keine Besserung in Sicht ...

 
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so ist es vielleicht

Na hoffentlich haben Sie unsere oberste Bauherrin der Stadt, die Beton-Lisl und den Debanter Bgm. auch dazu eingeladen. Für die beiden scheint es nichts anderes mehr zu geben, als Betriebsansiedlungen und den Wohnblockneubauwahnsinn voranzutreiben. Und am Besten in die grüne Wiese! Wenn das so weiter gehen würde, wäre der Talboden wohl in 30-40 Jahren in diesen Gemeinden völlig verbaut. 🤓 Aber genau die selbe Politcouleur wird jetzt ja auch noch unser Land regieren, na was will man da erwarten?

Aber auch in Matrei, Assling oder Sillian wird verbaut, was das Zeug hergibt, es geht nur noch um den schnöden Mammon.

Schade, dass es egal scheint, dass immer mehr Wiesen, Feuchtwiesen oder auch Waldgebiete für die Wirtschaft und Wohnbau zerstört werden, egal ob dadurch immer mehr lebensnotwendige Insekten und Kleinlebewesen aussterben..... 😪

Irgendwann werden wohl auch wir händisch sämtl. Blüten pikieren (also künstlich bestäuben) müssen, wie es in China schon lange betrieben wird! Tolle Aussichten, nur weiter so!!!! 😳

 
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    Migranten Kind

    Muss nicht eher die Bevölkerung umdenken , es gibt immer Angebot und Nachfrage . Gefühlt jede junge Familie will a Eigenheim mit Garten , möglichst am Stadtrand . Neubauten Schmetterlingsbrunnen wurde auch Frau Bürgermeisterin die Schuld in einen alten Kommentar gegeben, der Grund ist gewidmet und die Eigentümer haben sich a golfene Nase verdient . Alleine bei mir im Mietshaus stehen 200qm leer , da kein Interesse zu vermieten. Täglicher Spaziergang sehe ich genug unbewohnte Häuser . Bauern Genossenschaft die an Grund in der Stadt brach liegen lassen und es ausschaut wie auf a Dauerbaustelle in Kalabrien . Wer verkauft den die grüne Wiese ?

    Jeder grüne Gedanke , energie sparen , nachhaltig usw ist hier eh verpönt, meiste versiegelung ist doch für private PKW . Parkplätze , Straßen die inzwischen nicht breit genug sind . Dafür aber Bürgersteig wo gerade eine Person mit an einkauf in der Hand gehen kann .

    Keiner will verzichten .

    Neue Kleingärten Minenkogel beschweren sich die Leute das es keine Parkplätze gibt . So viel gegärtnert wird eh nicht , meisten haben an englischen Rasen , Trampolin und Sichtschutz. Total bescheuert , man könnte an grossen Park anlegen mit allen Bedürfnissen , für die ganze Bevölkerung.

    Unsere dekadente Lebensweise ist schuld an Versiegelung .

     
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      wolf_c

      ... wer Parkplätze sät wird Versiegelung ernten; wer bieder Mann ist, braucht sich über den Brand nit zu wundern ...

       
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vl_danebm

Wär doch irgendwie lustig wen sich zu diesem Vortrag so richtig viele Gastwirte, Hotelbesitzer, Bergführer,Freizeitanlagenbetreiber, bis hin zur alten Dame die eine kleine Pension betreibt einfinden und sie erklärt bekommen welche Art von Einkommen sie sich in Zukunft zulegen sollten. Ja ok... Touristen werden auch in ein rein grünes verschlafenes Osttirol finden. Nur... welche? Ich persöhnlich würde auf die Pensionisten tippen. Keine Frage sie würden auch die Betten füllen und gut Essen wollen. Eventuell noch ein bisschen in die Sauna und gemütlich mit dem E-bike eine Runde drehen aber sonst? Ja ich finde hier wird übertrieben. Und zwar mit einem Denken das eingeschränkt ist. Ein Angebot an die Junge Generation fehlt. * Man will keine 5 Sternehotels? Wir bringen einfach alle in den Ställen auf Stroh unter und wünschen gute nacht und einen milden Verlauf bei der Erkältung. Chaletdörfer das selbe. Obwohl man hier echt toll die Osttiroler Natur geniesen kann. Skipisten und Rodelwege sind ja kein Totes Gelände? man nutzt sie als Weidefläche und Wanderwege. Das eine Beschneiung viel Energie in Anspruch nimmt ist nicht abzustreiten. Der Nutzen allerdings überwiegt gegenüber dem nachteil den die paar Tage ist es vertrettbar. Skifahrn ist Gesund. Und is Leiwondste. Speicherteiche? Ist nix drin wird gejammert ist voll wird a gjammert. Auch wen es nur die Temperatur ist. Was ist ein E-Bike gerechter Radweg? Ehrlich, weiß ich nicht. Golfanlagen laden Alt und Jung zur Bewegung ein. Sommerrodelbahnen als Tourismusmagnet scheinen wunderbar zu funktionieren. Auch hier wird Osttiroler Natur erlebt. Mit etwas Adrenalin. Sportzentren als zentraler Punkt mit eventuell gut durchdachtem Parkplatzkonzept das Resourcenschonend angelegt ist? Perfekt. Und künstliche Freizeitanlagen. Sind hier Schipisten, Rodelwege, Speicherteiche, Biketrails, asphaltierte E-Bike-gerechte Radwege, Golfanlagen, Sommerrodelbahnen & Sportzentren gemeint? Wen ja dann bitte hier * weiterlesen.

Wird ein interessanter Abend

 
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    Alpenbock

    @vl_danebm: Na dann weiter wie bisher, Fun und Events sind das Naturerleben von heute! Also, bauma olls zua, wos geht...

     
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    senf

    @vl_daneben: Ich finde die angekündigte Diskussion gut und es wäre tatsächlich erfreulich, wenn sich so mancher aus deinem vorgeschlagenen Personenkreis mit sämtlichen Verantwortungsträgen einfinden würden, hoffe aber, dass sich die Debatte nicht im Baustoff "Beton" verliert, sondern in Raumordnungsfragen, denn die Sorge um die Zukunft gilt ja dem unbändigen Flächenfraß am Nährboden in der Landschaft.

    Der skrupellose Wettbewerb unter Gemeinden (Meyerl und co.) um Industrie-, Gewerbe-, oder Wohnbauansiedlungen muss gestoppt werden. Dafür muß die überregional koordinierte und verbindliche Vorgehensweise mit langfristigen Zielen endlich Priorität finden. Das Instrument der Raumordnung sowie die Bauordnung ist kein Spielball einzelner, beide müssen nachgeschärft und verpflichtend eingehalten werden - auch wenn es den einen oder anderen schmerzen wird.

    Einen lebhaften Abend - hoffentlich mit moderater Leitung!

     
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    isnitwahr

    @vl_danebm, bei allem gebotenen Respekt, das ist leider Schmarrn. Die Biketrails sind nach erreichen der letzten Schwierigkeit langweilig, der Adrenalinkick nicht mehr da, dann weicht man eben aus in den Wald oder auf die höchsten Berge (wie man gelesen hat z.B. den Venediger), was dumme Menschen auch noch beklatschen. X Wildtiere kommen durch irre Variantenfahrer im Winter zu Tode, aber sch... egal, Hauptsache der Adrenalinkick stimmt, daselbe mit den Crossfahrern im Sommer. Leute ohne jegliche oder mit geringer Bergerfahrung begeben sich ohne kompetente Begleitung in Klettersteigrouten oder in Gelände, in dem sie nichts zu suchen haben, aber Hauptsache der Adrenalinkick war da, gemäß dem Motto - "dann kommen wir eben mit dem Hubschrauber heim". Für die Normalrad-und E-Bikefahrer muss jeder cm Radweg asphaltiert werden, weil man ja sonst nicht mit vollem Karacho fahren kann, dann fehlt da auch wieder der Kick. Der Mensch muss pausenlos bespaßt werden, kann sich selber nicht mehr beschäftigen, die Anzahl der Burn out Patienten steigt, weil man auch abgesehen vom Berufsalltag immer Höchstleistungen bringen muss! Da lobe ich mir die Villgrater "kommen sie zu uns, wir haben nichts" - und denen geht es mit dem sanften Tourismus sehr gut! Und genau der sanfte Tourismus ist der der Zukunft, da wo Entschleunigung angesagt ist. Und das für alle Altersklassen und ohne im Stall wohnen zu müssen und ohne eingeschränktes Denken, leider fehlt auch so manchem jungen Menschen der Weitblick, wie man bei Ihrem Posting sieht. Und dann darf ich Ihnen noch etwas mit auf den Weg geben: ziemlich viele ältere Personen sind sportlich wesentlich besser unterwegs als so mancher junge Mensch, nur eben gelassener!

     
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    SCHWARZER Hannes

    ja, ich stimme vollinhaltlich zu!!!!! ??Nur dann bitte: nicht die 'Gewinne' privatisieren und die Kosten der Allgemeinheit aufbürden! Ich will Kostenwahrheit! Ohne öffentliche Gelder läuft gar nichts! Beschneiung ja, aber zum vollen Stromtarif... was dann? Lifte ja, aber ohne öffentliche Förderung, was dann??? Es ist Zeit, an die Natur und die nachfolgenden Generationen zu denken!!!

     
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iwases@

Wir sind leider schon Modellregion, für das 5G-Netz nämlich! Keiner hat uns um unser Einverständnis gefragt, stillschweigend haben "unsere" Volksvertreter (männlich wie weiblich) zugestimmt! Ich kann Ihren sehr sachlich dargestellten Ausführungen nur voll und ganz zustimmen und Sie bitten, sich trotz vielseiteigster Anfeindungen weiterhin für unsere Osttiroler Natur einzusetzen! DANKE 🙏

 
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