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QWir: Es soll sich niemand allein fühlen!

Sabrina und Kathrin veranstalten Community-Treffen für queere Osttiroler:innen.

Vor zwei Jahren sind Sabrina Girstmair und Kathrin Warrasch von Wien nach Lienz gezogen. Schnell haben sie gemerkt, dass ihnen die queere Community der Großstadt in Osttirol abgeht. Um ein wenig der lebendigen Szene aus der Bundeshauptstadt in den Lienzer Talboden überschwappen zu lassen, riefen die beiden das Projekt „QWir“ ins Leben. Seit August 2024 veranstalten sie nun Vernetzungstreffen.

Der Begriff „queer“ umfasst alle nicht-heteronormativen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Von Menschen der LGBTQIA+-Szene wird „queer“ seit Mitte der 1990er Jahre zunehmend als positive Eigenbezeichnung verwendet. In ihrem Projekt möchten Sabrina und Kathrin besonders den Gemeinschaftssinn stärken. Daher haben sie auch den Namen „QWir“ gewählt – eine Komposition aus „queer“ und „wir“.

Einmal im Quartal veranstaltet das Pärchen nun ein Community-Treffen. Mit einer kleinen, aber feinen Gruppe unternehmen sie verschiedenste Aktivitäten, wie das Zusammensitzen bei einem Kaffee oder gemeinsames Kegeln. Fokus der Treffen ist der Austausch mit anderen Personen, die Sexualität steht dabei aber nicht unbedingt im Vordergrund.

„Es soll sich niemand allein fühlen!“

Kathrin Warrasch

In erster Linie sind diese Vernetzungstreffen an queere Menschen gerichtet, aber auch Menschen, die nicht zur LGBTQIA+-Community gehören und die Initiative unterstützen möchten, sind willkommen. Auch hier ist den „QWir“-Initiatorinnen der Dialog wichtig, denn Vorurteile können nur abgebaut werden, wenn man mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung in Kontakt tritt.

Dass die Bezirkshauptmannschaft anlässlich des Pride Month‘s im Juni eine Regenbogenflagge hisste, verfolgte das Duo erfreut. Aus dem Diebstahl der Fahne versuchen sie das Positivste zu ziehen: „Dieser Klau der Fahne hat bewirkt, dass mehr darüber geredet wird. Das war wohl ein Schuss ins Knie“, meint Kathrin.

Dass in den Sozialen Netzen vor Ort ab und zu der Wind gegen ein vielfältiges Osttirol weht, wissen Sabrina und Kathrin aus eigener Erfahrung durch ihre „QWir“-Social-Media-Präsenz. Im Alltag begegnen die Menschen im Bezirk dem lesbischen Paar aber sehr positiv gestimmt.

Sabrina ist in Lienz aufgewachsen, zurückgekommen ist sie mit ihrer Partnerin Kathrin 2023 zwecks der Familienplanung. Als Pflegeeltern wollten sie ihre Tochter nicht im hektischen Großstadtleben Wiens aufwachsen lassen. Während ihrer Zeit in Wien sei sie erwachsen geworden, meint Sabrina: „In Wien kann man sein, wie man ist.“ Wie sich ihre Persönlichkeit in den Jahren verändert hat, erzählt sie im Videointerview.

Für Osttirol wünschen sich die beiden auf alle Fälle noch mehr Akzeptanz. Und auch ihr Projekt soll weiter wachsen. Ein Ziel ist es, Menschen in den Tälern besser zu erreichen und mit einzubinden.

Das nächste Community-Treffen von „QWir“ wird im August stattfinden. Zum einjährigen Bestehen des Projekts ist ein Sommerspecial geplant: „Wir werden auf alle Fälle etwas in der Natur machen“, verrät Kathrin. Weitere Informationen werden Sabrina und Kathrin auf ihrem Instagramkanal teilen. Und auch alle, die im August eines der rosaroten Info-Plakate von „QWir“ im Talboden entdecken, können spontan dazustoßen.

Alexandra Hassler stammt aus Irschen, hat die HAK Lienz absolviert und ist als junge Redakteurin auf lebendige, multimediale Reportagen und Videos spezialisiert.
Lea Seifter hat am BG/BRG Lienz maturiert, studiert Kommunikation in Wien und arbeitet als Jungreporterin für dolomitenstadt.at.

5 Postings

Village Pizza
vor einem Monat

"... auch Menschen, die nicht zur LGBTQIA+-Community gehören und die Initiative unterstützen möchten, sind willkommen. Auch hier ist den „QWir“-Initiatorinnen der Dialog wichtig, denn Vorurteile können nur abgebaut werden, wenn man mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung in Kontakt tritt." klingt ja sehr vernünftig und positiv. Das Video ist dann leider wieder ganz anders. Die Blase will nun doch unter sich bleiben. Zum Abbau von Vorurteilen trägt das eher nicht bei.

 
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    LaraLektora
    vor einem Monat

    Versteh ich jetzt nicht. Sehe grundsätzlich nichts verwerfliches daran, wenn man sagt eine Initiative ist hauptsächlich für die Leute gedacht für die man sie startet, es können aber alle kommen wenn sie möchten.

     
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      Village Pizza
      vor einem Monat

      Es ist absolut nichts verwerfliches daran wenn man sagt eine Initiative ist hauptsächlich für die Leute gedacht für die man sie startet. "Die Initiative richtet sich an die Qere Community, aber es kann vielleicht auch einmal ein Wingman oder eine Wingfrau mitkommen" (das ist jetzt meine Erinnerung, für eine wörtliche Wiedergabe müsste ich mir das Video noch einmal anschauen) bedeutet halt nicht "es können alle kommen wenn sie möchten". Ich hätte die Initiative so verstanden dass es den Initiatorinnen darum geht, dass sie und ihresgleichen als "normaler" Teil der Gesellschaft empfunden werden. Segregation hilft dabei mMn weniger als (natürlich beiderseitige) Offenheit. Gerade weil ich den Damen und der Initiative viel Erfolg wünsche, hoffe ich dass die Herangehensweise noch ein wenig überdacht und dort wo das sinnvoll ist nachgeschärft wird.

       
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      LaraLektora
      vor einem Monat

      Hmm verstehe was du meinst, würde die Worte jedoch nicht so auf die Waagschale legen, aber natürlich könnten sie da noch sensibler werden. Wahrscheinlich meinten sie einfach eine unterstützende Person falls sich jemand nicht traut vorbeizukommen. Frage mich allerdings wer würde denn sonst kommen wollen, wenn nicht Leute die nicht in die Heteronormativität fallen oder sich dazu Gedanken machen? Vielleicht solche die mal schauen wollen was da "abgeht", dabei ist es dann auch nicht so einfach einen gefühlt sicheren Raum zu schaffen, den braucht es aber auch.. Ich persönlich finde es jedenfalls schön wenn viele Menschen mit Akzeptanz zusammen kommen :)

       
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6789
vor 2 Monaten

Super Sache :) es ist wirklich toll, wenn Menschen die Initiative ergreifen um Sachen umzusetzen, die ihnen wichtig sind!

 
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