Am bislang kältesten Tag dieses Winters, an dem Warnstufe Orange vor „erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen für besonders gefährdete Personengruppen“ warnt, geht es für die Gewinnerin eines Dolomitenstadt-Gewinnspiels, Marina Oberdorfer, hoch hinaus.

Sie und ihr Mann Helmut steigen am frühen Morgen in Toblach, bei eisigen minus 15 Grad, in einen Heißluftballon. Wie fühlt sich das an?
Das Dolomiti Balloon Festival zieht jedes Jahr zahlreiche Ballonbegeisterte ins Hochpustertal. Es bietet nicht nur die Möglichkeit, die schwebenden Riesen aus nächster Nähe zu bestaunen, sondern auch selbst mitzufahren. „Wir fahren Ballon, wir fliegen nicht“, erklärt Pilot Eberhard gleich zu Beginn. Heißluftballone seien leichter als Luft und schwebten deshalb. Die Richtung bestimmt allein der Wind.

Eberhard stammt aus Schwäbisch Hall und ist seit vielen Jahren Ballonpilot. Zu den Dolomiti Balloon Weeks kommt er schon seit 30 Jahren. Die Kombination aus Winterlandschaft, Bergen und guter Organisation mache Toblach für ihn zu einem besonderen Startplatz.
Nach dem gemeinsamen Aufbau des Ballons wird es ernst: Langsam löst sich der Korb vom Boden, das Dorf schrumpft unter den Füßen und Toblach zeigt sich aus ungewohnter Perspektive. Heli, Chorleiter des Kirchenchores in Toblach, ist sichtlich beeindruckt. Besonders die Pfarrkirche, die er sonst vom Boden aus kennt, betrachtet er begeistert von oben.


Die Wetter- und Windvorhersagen für den 5. Jänner waren zunächst verhalten. Zwar bringt die kalte Luft den Vorteil, dass weniger Gas verbraucht wird und die Fahrt länger dauern kann, doch es fehlte an Wind, der den Ballon vorantreibt. Schließlich zeigte sich das Wetter kooperativer als erwartet. Der Wind nahm Fahrt auf, und nach rund 15 Kilometern setzte der Ballon sanft in Olang zur Landung an.

Für Marina und Heli war die Fahrt ein stilles, beinahe meditatives Erlebnis:
Nach dem Abbau des Ballons ging es zurück nach Toblach, wo ein weiterer Höhepunkt wartete: die traditionelle Ballonfahrertaufe. Pilot Eberhard erklärt deren Ursprung mit einem Augenzwinkern. Seit über 200 Jahren werde Ballon gefahren, erzählt er. Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten die Brüder Montgolfier, dass heiße Luft in einer Hülle nach oben steigt.
Nachdem zunächst Tiere – eine Ziege, ein Hahn und eine Ente – erfolgreich befördert worden waren, durften schließlich auch Menschen in die Lüfte aufsteigen. Die ersten Ballonfahrer seien nach ihrer Landung sogar in den Adelsstand erhoben worden. Der überflogene Boden war dann ihr Eigentum. „Heute gilt das auch noch“, schmunzelt Eberhard, „allerdings nur bis zwei Meter über dem Boden.“
Auch heute wird jede Ballonfahrerin und jeder Ballonfahrer feierlich getauft: Mit einem Taufspruch, einer angezündeten Haarlocke und einem Glas Sekt.
Als Fürstin Marina und Graf Helmut kehren die beiden schließlich mit einem Adelstitel, besonderen Erinnerungen und dem Blick auf das Hochpustertal aus luftiger Höhe nach Hause, nach Ainet, zurück.

Noch bis zum 11. Jänner können Besucherinnen und Besucher in Toblach beim Dolomiti Balloon Festival zahlreiche Heißluftballone bestaunen oder selbst mitfahren und sich vielleicht ebenfalls in den Adelsstand der Ballonfahrer erheben lassen.
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