In der traditionellen Rollenverteilung sieht der Bund der Tiroler Schützenkompanie den Schützen als „Verteidiger“, die Marketenderin als „Bewahrerin“. Diese Struktur bleibt 2026 unverändert – per Briefwahl haben sich 86,96 Prozent der wahlberechtigten Mitglieder für Beibehaltung des Ist-Zustands ausgesprochen. Ausgelöst wurde die Debatte im Jahr 2025, als zwei Kompanien Anträge vorlegten, um „Frauen als Gewehrschützinnen bei Ausrückungen zuzulassen“.
Dem Thema begegnete der Schützenbund mit einem sogenannten Nachdenkprozess. Im Vorjahr fanden dazu Diskussionsrunden in den vier Tiroler Vierteln statt. Als zentrale Erkenntnisse einigten sich die Teilnehmer:innen darauf, dass „Tradition Vorrang vor dem Zeitgeist“ habe und Marketenderinnen „als wichtiger und sichtbarer Teil der Gemeinschaft“ hohe Wertschätzung erfahren. Festgehalten wurde zudem, dass sich das bestehende Nachwuchsproblem durch die Zulassung von Gewehrschützinnen nicht lösen werde.
Auf Basis dieser und weiterer Erkenntnisse formulierte der Bund neun Thesen, die zur weiteren Meinungsbildung herangezogen werden konnten. Darunter die Ansicht, dass das Bild des bewaffneten Schützen aufgrund einer „rechtlich-gesellschaftlichen Ordnung“ bestehe und nicht als Abwertung zu verstehen sei. Die klare Rollenverteilung begründen die Verantwortlichen mit dem Verständnis, dass echte Gemeinschaft nicht von Gleichheit lebt, „sondern von Ergänzung“.
Die Erkenntnisse, Thesen und das Fazit zum Nachlesen.
Die Briefwahl fand zwischen dem 1. Dezember 2025 und dem 15. Januar 2026 statt. Das Ergebnis wurde am 21. Januar veröffentlicht. Unter allen Schützenkompanien in Tirol, dem Bundesausschuss und den Ehrenoffizieren gab es insgesamt 322 wahlberechtigte Personen. 299 Stimmzettel wurden abgeschickt. Rund 87 Prozent stimmten für den Ist-Zustand. Lediglich 38 Wahlberechtigte sprachen sich für Gewehrschützinnen aus.
„Das ist ein klarer demokratischer Auftrag, unsere gewachsene Tradition beizubehalten. Es war richtig dass wir dieses Thema offen diskutiert haben – aber jetzt ist es entschieden“, wird Thomas Saurer, Landeskommandant der Tiroler Schützen, auf der Webseite des Bundes der Tiroler Schützenkompanien zitiert.

Die liberaleren Parteien der Tiroler Politik äußern sich kritisch. „Im 21. Jahrhundert hätte ich mir von einem traditionsbewussten Verein eine andere Entscheidung erwartet“, schreibt etwa Birgit Obermüller, NEOS Klubobfrau. Sie vermutet, das Umdenken komme erst, „wenn der Nachwuchsmangel nicht mehr zu übersehen ist.“ Kritisch betrachtet sie das Rollenbild und das Verständnis von Gleichstellung, an denen der Bund der Tiroler Schützenkompanie festhält. „Wer Tradition lebendig halten will, muss sie weiterentwickeln“, ist Obermüller überzeugt.
Mit ihrer Einschätzung ist sie auf politischer Ebene nicht allein. Zeliha Arslan, Kultursprecherin der Grünen, bedauert den ausbleibenden Fortschritt. „Brauchtum sollte mit den gesellschaftlichen Veränderungen gehen und sich nicht als Gegenmodell verstehen“, argumentiert Arslan. Sie ist sich sicher, dass die Schützenkompanie eine „Vorreiterrolle für mehr Gleichberechtigung“ hätte einnehmen können. Für Tirol wäre die Zulassung von Gewehrschützinnen daher „ein wichtiger Schritt“ gewesen, ist sie überzeugt.
Vor allem die falsche Interpretation der Geschichte verwundert die Kultursprecherin. Die Entscheidung werde mit Identität und Tradition begründet, „obwohl historisch hinlänglich belegt ist, dass schon in den Gründerzeiten der Schützen auch Frauen zu den Waffen gegriffen haben.“
Ein Argument, das auch Selma Yildirim, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ, bringt. Außerdem spricht sie den Widerspruch aktueller Diskussionen im Land an: „In Österreich wird wieder über eine Wehrpflicht für Frauen diskutiert. Bei den Schützen in Tirol stellt man sich aus ‚Tradition‘ gegen Schützinnen mit Gewehr.“ Ihre Meinung lautet: „Wer will, soll dürfen.“
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Wenn man sieht, wer ausreitet um diese Männerbastion als Tradition zu verteidigen, dann muss man nachdenklich werden. Eine Frau Svazek, die zur politischen Elite der FPÖ gehört meint Traditionen sind zu verteidigen. Eine Frau, die davon profitiert, dass sich Traditionen grändert haben, weil Politik war bis ins 20 Jahrhundert eine Männerbastion. Diese wurde von kämpferischen Frauen aufgebrochen. Frau Svazek hat studiert, dass ihr das möglich war ist den Bruch von Traditionen zu verdanken. Die freiheitlichen stehen auf der Seite dessen wo sie profitieren einmal wegen gebrochener Traditionen einmal als Verteidiger dieser, weil sie sich aus diesem konservativen Umfeld Stimmen erhoffen und so wie es aussieht gelingt es dieser Partei gut sich als Retter des gestern, nicht der Tradition in Tirol zu positionieren. Manche OsttirolerBürgermeisterspringen dann noch als Trittbrettfahrer auf den Zug auf. Also wem nützt diese Diskussion. Insgesamt sollte man das ganze einmal unaufgeregt betrachten, was passiet, wenn man das öffnet. Es gibt die Universitäten noch, die Musikkapellen, die Ministranten,... Wie viele Frauen wollen wirklich einen alten Stutzen durch die Gegend tragen? Es werden nicht viele sein. Mehr Schaden wird durch diese Ablehnung angerichtet, weil die Schützen werden weiter als antiquierter Verein angesehen bei dem dabei zu sein nicht gerade cool ist und dessen Hauptaufgabe in der jetzigen Zeit was eigentlich ist?
Natürlich sollen auch Frauen das Schützengewehr tragen und alles was sonst noch dazugehört. Ebenso sollten mehr Männer in Kindergärten arbeiten. Auffallend sind auch die wenigen Lehrer in den Volksschulen, dort dominieren leider immer noch mehrheitlich die Frauen.
Wie hoch war der Anteil von Männern bei der "demokratischen" Abstimmung? Dieses ewig gestrige Rollendenken wird sich früher oder später ohnehin erledigen. Immerhin sind jetzt Frauen sogar beim Dolomitenmann dabei.
Aber auch nur halbherzig! Die paar Minuten eine eigene Wertung und Ergebnisliste für die teilnehmenden Frauen beim Dolomitenmann zu veröffentlichen, dazu konnten sich die Dolomitenmann Veranstalter mit fadenscheinigen Ausreden bis heute nicht durchringen. Eine Selbstverständlichkeit eigentlich. Ein Schelm wer dabei ein ebenso rückstandiges Denken wie bei den Schützen sieht!
also wenn ich noch bei den shcützen wäre ... ich würde sofort damit aufhören. manche aussagen hier von wegen feuerwehr und musikverein sind himmelschreiend ... ergänzend dann noch dazu die rede von kuchen backen und co. was jahrelange gut funktionierende tradition war wird hier mit füssen getreten und ins lächerliche gezogen dass es nur so kracht. wer da nie dabei war, der hat keine ahnung von nix ... einfach nur zum kopfschüttln
War nie bei den Schützen und wollte nie dabei sein. Im Dorf sind sie ein Traditionsverein und für die Dorfgemeinschaft im Normalfall eine Bereicherung, abhängig von der Vereinsführung. Schützenbashing hilft niemandem weiter! Das Problem ist die Gedankenwelt der obersten Führung und die war schon immer mehr Kasperltheater als wegweisend. Früher wollte man die Zivildiener verhindern, heute die Frauen, morgen …… wollen sie vielleicht wieder militärisch auftreten. Dann werden die Frauen ohnehin dabei sein.
Was ich bei allen "Gleichberechtigungsfanatikern" nicht verstehe: Über all sollen Frauen gleichberechtigt sein, bei manchen Angelegenheiten (etwa Posten im öffentlichen Dienst) gar bevorzugt, das Thema eines "Präsenzdienstes" wie die Männer - nicht unbedingt mit der Waffe, aber als "Zivildienerinnen" etwa in sozialen Berufen - darf man gar nicht ansprechen!
Der Bund der Tiroler Schützenkompanie ist ja niemanden verpflichtet daher kann er seine Statuten schon selbst bestimmen ! Die Frauen aber, sie könnten doch einen Paralellverein gründen und dann mit Gewehr ausrücken wenn sie so scharf darauf sind, oder ? Dann hätten wir wieder Frieden im Land und könnten uns wichtigeren Dingen die es unzweifelhaft auch gibt , zuzwenden.
Sicher könnten die Weibischen einen Paralellverein gründen und dann mit Gewehr ausrücken, und es würde sie wohl niemand daran hindern; ich glaube aber nicht dass das so wahnsinnig viele Frauen wollen.
WOW, hier gehen die Emotionen hoch. Mal eine einfache Frage: Warum muss immer alles geändert und verschlimmbessert werden? Gibt es wirklich so viele aktive weibliche (man verzeihe mir, dass ich nicht gendere) Mitglieder in den Schützenvereinen, die anstreben, mit der Waffe mitzumarschieren? Oder kommen diese Unkenrufe wieder mal aus der Menge der Nichtmitglieder, der ewigen Besserwisser und was weiß ich noch von wem alles? Ich verstehe diese Welt nicht mehr und noch viel weniger die Menschen. Für mich ist ganz klar, dass der Unterschied zwischen Frau und Mann nicht im Intellekt liege, sondern in den meisten Fällen in der Biologie. Griasenk
das unterschreibe ich!
frauen zu den schützen belebte die caterer.
Die Aufregung nicht wert! Es heist bei uns nicht umsonst - "wenns für die Musik zu blöd bist kannst ja noch immer noch zu die Schützen gehn"
Obwohl ich nicht dieser Meinung bin - das Zitat ist unvollständig. " ... Musik ... und für die Feuerwehr zu langsam dann kannst ... "
Frauen rein in Männergesangsvereine! Frauen rein in den Männerfussball! Frauen rein in die Freimaurerlogen!... Vereine mit nur weiblichen Mitgliederinnen müssen verboten werden!---- Was soll es die EU interessieren, wen ein privater Verein als Mitglied zulässt! Was ist mit den politischen Ideen der Schützen?
Diese Entscheidung passt gut zur patriarchalischen Weltsicht Andreas Hofers. Starke, emanzipierte Frauen passten da nicht hinein, genau so wenig wie bei den heutigen Schützen. Die fadenscheinigen Reinwaschversuche könnte man sich sparen, bei meiner Ehr.....
Ein gefundes fressen....
"Die Tiroler Schützen feiern ihren ersten Sieg seit der Schlacht am Bergisel: Mit einer überwältigenden Mehrheit von 87 Prozent schlugen sie den heimtückischen Angriff der Gleichberechtigung vernichtend zurück und stimmten gegen Frauen am Gewehr. Der Feind, das 21. Jahrhundert, wurde erfolgreich hinter den Arlberg zurückgedrängt... "
https://dietagespresse.com/votum-gegen-frauen-tiroler-schuetzen-verteidigen-tirol-erfolgreich-gegen-fortschritt/
...die Tiroler Taliban....
Anachronistischer Unsinnsverein, Männer haben das Sagen, Frauen hinterm Herd, und Basta!
Wir Frauen sollten es einfach rechtlich einklagen, mal schauen, ob die Gerichte dazu nicht andere Ergebnisse bringen würden. Wenn mich sowas interessieren würde und ich dabei wäre, würd ich eindach wieder austreten. Sollen sie ihren Schnaps doch selbst verkaufen, am Besten im Dirndl!
Kannst du dir vorstellen dass es auch Frauen gibt, die sich in traditionellen Rollen wohlfühlen und gerne z.b. Marketenderin sind?
kann ich gut, aber das eine schließt das andere nicht aus🤷♀️
Nennt man Tradwife heut zu Tage.
...oder Tradewife. Marketenderin kommt von mercante, "Händlerin".
Mittelalter!
Neuzeit!
Gibts Anwärterinnen?
Man kann die Asche anbeten oder das Feuer weitergeben.
Man kann auch einen Berg besteigen oder mit der Gondel fahren. Ganz zu schweigen vom Germknödelessen oder Kaiserschmarrenmampfen.
Man kann überall irgendwas Belangloses dazu kommentieren oder schweigen.
@LaraLektora Mit der exzessiven Banalität habe nicht ich angefangen sondern Sie
Sie wissen schon was eine Metapher ist, oder?
https://www.dolomitenstadt.at/veranstaltung/vortrag-burn-out-verstehen-menschlichkeit-zurueckgewinnen/
Sobald Frauen auch zum Bundesheer müssen, werden sich auch die Schützen damit abfinden können bzw. müssen.
Dass es Kritik geben wird, wurde auch erwartet, aber die Entscheidung der Kompanien des Bundes der Tiroler Schützenkompanien sollte akzeptiert werden! Wie schon unser Landeskommandant beteuert hat - ist diese Entscheidung nicht gegen unsere Frauen und Marketenerinnen gerichtet, sondern im Voraus durch einen Nachdenkprozess in mehrwöchiger Diskussion in den gesamten Schützenvierteln Tirols abgehalten worden. Wenn jetzt Vorsitzende der verschiedenen Politparteien diese Entscheidungen kritisieren, so sollten sie doch mal einem der Vereine beitreten, um zu sehen, welchen Stellenwert Frauen/Marketenderinnen bei uns Schützen haben und dass sie genauso wie ihre männlichen Kollegen am Schießstand sein dürfen. Auch in verschiedenen Funktionen, zB. Obfrau, oder als Schriftführerin, bzw. Kassierin, oder auch als Schießbeauftragte können sie Verantwortung übernehmen. Viele von den Kritikern sind halt kaum in Dörflichen Vereinen tätig und leisten für die Dorfgemeinschaft so gut wie gar nichts!
Also gibts für mich nur eine Lösung: Raus mit allen Frauen aus den Schützenvereinen! Dann können die werten Herren selber Kuchen backen, Kaffee kochen, Schnapserln ausschenken, organisieren, weitere wertvolle Hilfe leisten, Vorarbeiten machen, … . Ich fühl mich wie im Mittelalter!!!
Das werden wohl die Frauen, die in Schützenvereinen tätig sind, selber entscheiden, ob sie weiterhin dort bleiben wollen. Das ewige Hineinkeppeln in private Vereine wird ganz bestimmt zu keiner Lösung führen, und die ständig versuchte Bevormundung der in Schützenvereinen engagierten Frauen durch "fortschrittliche" ExternInnen, die diesen Frauen vorschreiben wollen was sie zu denken und zu tun haben, ebenso wenig.
Und wer weiß - wenn einmal die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Gesellschaft verwirklicht ist, Frauen das gleiche Pensionsantrittsalter wie Männer haben, Männer und Frauen gleichermaßen stellungs- und wehrpflichtig sind, werden sich die Tiroler Schützen möglicherweise entschließen, Gewehrträgerinnen und Marketender zuzulassen.
Schön wenn es für Sie nur eine Lösung gibt. Aber Linkslinke wollen immer Dinge verändern und für andere Personen entscheiden, die meist gar kein Problem mit etwas haben oder darüber überhaupt nicht nachdenken. Die Damen in den Schützen-Vereinen werden schon selbst wissen was sie zu tun haben, so wie es auch die ganzen Balthasare auf diesem Planeten wissen.
@oschttirola, warum kommen sie mit der meinung von @joe nicht zurecht und versuche sie alles in eine politische ecke zu stellen, zu denen der ewiggestrigen? fanatismus war nicht immer ein guter ratgeber!
@senf: ich habe meinen beitrag auf den post von @irina bezogen, nicht auf @joe
Tirol in a nutshell
@senf, Wenn man die Hintergründe und die treibenden Kräfte dieser Entwicklung betrachtet, hat ‚oschtirola‘ meiner Meinung nach nicht ganz unrecht. Es bleibt abzuwarten, wie stark sich traditionelle Rollenbilder – auch im Brauchtum – noch verändern werden. Letztendlich gilt aber natürlich das Prinzip der Toleranz: Leben und leben lassen. griasenk
Ist das Schützenwesen in den Stein gemeisselt?
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