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Das Olympische Feuer erreicht Südtirol

Mit einem feierlichen Empfang in Toblach beginnt der Countdown zu Milano–Cortina 2026.

Um exakt 9.48 Uhr traf das olympische Feuer heute, 27. Jänner, in der Nordic Arena von Toblach ein. Am Vorabend war die Flamme im Austragungsort Cortina d’Ampezzo feierlich empfangen worden, genau 70 Jahre nach den letzten Olympischen Winterspielen dort. Von Cortina aus wurde sie am Morgen nach Südtirol gebracht, wo sie noch drei Tage durch das Land tourt, bevor sie zur Eröffnungsfeier am 6. Februar nach Mailand zurückkehrt.

Schon früh versammelte sich eine große Menschenmenge im Dorfzentrum von Toblach. Kindergarten- und Schulkinder schwenkten selbst gebastelte Fackeln und Fähnchen, die Musikkapelle marschierte auf, zahlreiche Schaulustige säumten die Straßen. Die Vorfreude auf das bevorstehende Großereignis war spürbar.

Begleitet wurde die olympische Fackel von einem mehrere Hundert Meter langen Service- und Sicherheitskonvoi. An der Spitze fuhr eine Polizeiabordnung, gefolgt von Trucks der Hauptsponsoren Coca-Cola und Eni sowie weiteren Sicherheits- und Medienfahrzeugen. In ihrer Mitte die Fackelträgerinnen und -träger, am Ende des Zuges ein Reinigungsteam, das zurückgelassene Dosen einsammelte.

In Toblach führte eine Pferdekutsche mit Bürgermeister Martin Rienzner und ehemaligen Olympionikinnen und Olympioniken aus dem Dorf die Parade an. Die einstigen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler wurden herzlich empfangen und berichteten auf der Bühne davon, wie besonders es sei, die Olympischen Spiele nach der eigenen aktiven Karriere wieder so nah zu erleben. Einer der Fackelträger war der frühere Biathlet Dominik Windisch.

„Der olympische Geist ist hier in Toblach deutlich spürbar“, sagte Bürgermeister Rienzner in seiner Ansprache. Tatsächlich zeigte sich das Dorf euphorisch. Für viele ältere Bewohner wurden Erinnerungen wach: Sie erzählten davon, wie 1956 Schnee von Toblach nach Cortina transportiert werden musste, um dort Wettkämpfe zu ermöglichen. Die Jüngeren wiederum freuen sich darauf, Olympia erstmals unmittelbar vor der eigenen Haustür zu erleben.

Ganz ungetrübt ist die Stimmung jedoch nicht. In der Menge kursieren viele offene Fragen: Wie genau wird das Großereignis ablaufen? Mit wie vielen Besucherinnen und Besuchern ist zu rechnen? Noch gibt es darauf kaum Antworten. Klarheit wird wohl erst kommen, wenn die Spiele in rund zehn Tagen beginnen.

Lea Marie Steinwandter stammt aus Toblach, studiert in Klagenfurt und schreibt als freie Autorin für Dolomitenstadt.

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