Alle zwei Jahre erhebt das Land Tirol die Stimmung der Bevölkerung zur Zuwanderung. Der sogenannte Integrationsmonitor wird vom Institut Foresight unter der Leitung von Christoph Hofinger erarbeitet. Für 2025 zeigt die Umfrage, dass das Zusammenleben zwischen der heimischen Bevölkerung und jenen, die nach Tirol gekommen sind, gut funktioniert. Das bestätigte auch LHStv. Philip Wohlgemuth am Freitagvormittag bei der Präsentation der Zahlen im Landhaus. Er wolle Integration jedenfalls, wie er sagt, „fördern und fordern“.
Wie schon sein Vorgänger Georg Dornauer vor zwei Jahren betont Wohlgemuth, dass das Miteinander „gerade dort, wo persönliche Begegnungen er- und gelebt wird, positiver bewertet wird.“ Wie die Umfrage zeigt, sind mehr als 60 Prozent der 700 Befragten davon überzeugt, dass das Zusammenleben mit Zugewanderten in der Gemeinde überwiegend positiv funktioniert. Mit Blick auf das ganze Bundesland zeigt sich jedoch bei den Befragten eine geringfügig negative Wahrnehmung.
Während vier von fünf Befragten den schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt wichtig für die Integration von Flüchtlingen sehen, verweist der Landesrat darauf, dass es bereits jetzt „klare Spielregeln gibt und diese auch gut sind“. Aus der Erhebung leitet Wohlgemuth ab, dass es wichtig sei, jene Menschen die bereits Zugang zum Arbeitsmarkt haben, schneller zu integrieren. Rund zwei Millionen Euro investiert das Land Tirol pro Jahr in integrationsbezogene Maßnahmen. Hier habe es keine Kürzungen seitens des Landes gegeben. Eine Inflationsanpassung gab es aber auch nicht.

Im Unterschied zu dem, was man in sozialen Medien liest, gibt es laut Studienleiter Christoph Hofinger in der Bevölkerung ein unaufgeregtes Bild zur Zuwanderung. Im Kurzinterview mit Dolomitenstadt erklärt er das so:
Wie der Integrationsmonitor zeigt, sind die Befragten mehrheitlich nicht einfach nur für oder gegen Zuwanderung, sondern sogenannte „Value Shifters“. Mit Blick auf die Stärkung des Arbeitsmarkts und die Förderung von Vielfalt und Offenheit sprechen sich beispielsweise jeweils zwei Drittel der Befragten positiv für Zuwanderung aus.
Mit Blick auf das Sozial- und Bildungssystem sind ähnlich viele Menschen negativ eingestellt. Hofinger spricht mit Verweis auf den Songtitel der jüngst mit dem FM4-Award ausgezeichneten Tiroler Sängerin Nenda von „Mixed Feelings“ bei den Befragten.
Aktuell sei die Zahl der Asylsuchenden in Tirol massiv rückläufig, erklärt Wohlgemuth. Sechs von zehn Befragten erwarten sich speziell aufgrund der Auswirkungen der Klimakrise, dass mehr Menschen ihre Heimat verlassen werden müssen und in die EU flüchten werden. Die Befragten sind mehrheitlich der Meinung, dass sich Österreich in erster Linie um die Probleme im eigenen Land kümmern sollte, gleichzeitig sehen sie es aber auch als Pflicht, Flüchtlingen zu helfen und sie menschenwürdig unterzubringen.
Im Rahmen des Integrationsmonitors wurde auch die Einstellung der Bevölkerung darüber abgefragt, wie sie die Arbeit von Land und Bund mit Blick auf Integration Zugewanderter einschätzen. Lediglich 37 Prozent stellen der Tiroler Landesregierung ein positives Zeugnis aus. Mit Blick auf die Bundesregierung sehen nur 28 Prozent eine gute Integrationsarbeit.
2 Postings
Was beinhaltet Integration? Falls man den DÖW-Bericht überflogen hat, gehört die Forderung nach einer Anpassung von Seiten der Zuwanderer zum 'rechtsradikalen' Gedankengut. Wer jemals mit Geflüchteten zu tun hatte, weiß um die Notwendigkeit von Anpassung, ein Grundelement der Integration. Nach meiner persönlichen Werteskala verwechselt man Akkulturation (Anpassung) mit Assimilation (Verschmelzung)! Letztere kann man nicht fordern, dies wäre unzulässig. Warum gibt es Unterschiede beim Integrationsmonitoring Bund-Land? Einfach: Eine Frage der Quantität und auch Ideologie. In den Bundesländern gibt es in der Mehrzahl schwarz-blaue Regierungen, die für eine restriktivere Zuwanderungspolitik stehen. Vor allem in Wien wurde durch die 'oppulente' Sozialpolitik der Zuzug stimuliert, was zur massiver Überlastung von Systemen (Schule, Gesundheit, Haftanstalten) geführt hat. Aus Erfahrungen weiß man, dass das Nachgehen einer Arbeit ein wesentlicher Teil von Integration ist. Ich hab' in meiner Recherche nirgends nachvollziehbare Erklärungen dafür gefunden, warum ein bedeutender Anteil der Zugewanderten keiner bezahlten Beschäftigung nachgeht. Und das, obwohl lt. AMS schon eine Beschäftigung von drei Monaten innerhalb des gesamten Aufenthaltes statistisch als 'arbeitend' erfasst wird. Warum ist es unanständig, von Menschen, die man aufgenommen und eine gewisse Zeit versorgt hat, einen Beitrag zum friktionsfreien Funktionieren gesellschaftlicher Interaktion zu verlangen?
sie sind erst gekommen, als wir die eigene armut überwunden hatten.
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