Drei Wochen ohne Handy: Für 72.000 Schüler:innen in ganz Österreich ist das im Moment Realität. Sie haben sich freiwillig für eine Teilnahme am sogenannten „Handyexperiment“ entschieden. Die Regeln des Versuchs: Das Smartphone wird für 21 Tage weggesperrt, Tastenhandys zur reinen Kommunikation sind aber ebenso erlaubt wie die Nutzung von digitalen Geräten für schulische Zwecke.
Gymnasium Lienz: Eine dritte...
Unter den tausenden Jugendlichen, die sich dem Experiment stellen und herausfinden wollen, wie ein Alltag ohne Smartphone möglich ist, sind auch Schüler:innen des Gymnasiums Lienz.
Ella, Jolina, Lilly und Luisa besuchen die dritte Klasse Unterstufe und berichten im Interview mit Schülerreporterin Najah Mahamud, wie es ihnen derzeit geht und welchen Herausforderungen sie gegenüberstehen.
... und eine sechste Klasse sind dabei
Richtig hart - so würde man zumindest annehmen - trifft der Handyentzug aber die ältere Kohorte der 15- bis 17-Jährigen: Deren Hauptbezugspunkt ist schließlich die Peer Group, die sich über die sozialen Medien nicht nur austauscht, sondern sich dort auch inszeniert und schlussendlich darüber definiert.
Umso verblüffender sind vor diesem Hintergrund die Schilderungen von Rahel, Daniel und Friedrich aus der Gym-Oberstufe, die keineswegs mit Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder sozialer Ausgrenzung zu kämpfen haben, sondern vielmehr eine völlige innere Ruhe auszustrahlen scheinen. Die 15- und 16-Jährigen wirken, als wären sie mit ihrem Handyverzicht im Reinen: Die Entscheidung dafür ist gefallen, nun wird daran nicht gerüttelt - und ans Aufgeben ist nicht zu denken.
Mehr Zeit und Anrufe
Stattdessen bemerken die Teenager erstaunliche Veränderungen, die sich eingestellt haben, nachdem sie seit nun mittlerweile zwei Wochen kein Smartphone mehr nutzen: Friedrich und Jakob berichten unisono, dass seither schlichtweg mehr Zeit zur Verfügung stehe, die sie mit Hausübungen und Lernen füllen können, ohne dass sie von ihrem Handy abgelenkt werden.
Rahel hat ihre Scheu vor Anrufen überwunden und gelernt, die Entscheidung, ob der Anruf entgegengenommen wird oder nicht, in die Verantwortung ihres Gesprächspartners zu verschieben. Zudem träume sie inzwischen mehr, wie die 16-Jährige mitteilt.
Nicht alle Klassenkamerad:innen ließen sich aber für den freiwilligen Handyentzug begeistern: Einer von denen, die das Smartphone weiterhin wie gewohnt verwenden, ist Daniel. Warum er sich gegen eine Teilnahme entschieden hat und ob seine Mitschülerin Rahel ihn von den Vorzügen des Verzichts überzeugen kann, sehen Sie im Video.
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