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Hochwasserschutz und Renaturierung sind vereinbar!

In ihrem Leserbrief erklärt Renate Hölzl, warum Hochwasserschutz nicht zulasten von Renaturierung geschehen muss.

Auch wir von Osttirol Natur haben den Artikel „Renaturierung von Flüssen: Kaum Pläne für Osttirol“ mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Ebenso wie der WWF können auch wir nicht nachvollziehen, dass die Isel nicht als Potenzialstrecke für Renaturierungsmaßnahmen deklariert wurde. Insbesondere deshalb, weil bereits Pläne für Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie und Revitalisierungen an der Isel, in Form eines Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzepts (GERM) vorliegen.

Hierbei geht es um Hochwasserschutzkonzepte, die auch die Flussökologie mit einbeziehen und zur Verbesserung sowohl des Hochwasserschutzes als auch der Ökologie beitragen. Diese Konzepte sind nicht neu, sondern werden an der Isel schon seit Jahrzehnten erfolgreich angewandt, wie beispielsweise der passive Hochwasserschutz durch Schaffung von Fluss-Aufweitungen. Derartigen Schutzkonzepten verdankt die Isel ihren Reichtum an gefährdeten Arten und Biotoptypen und ihren Status als Natura 2000-Gebiet.

Die Pläne des GERM wurden im Auftrag des Landes Tirol im Zuge eines Life-IRIS-Projektes erstellt und der Bevölkerung bereits am 29.6.2021 präsentiert. Wenn Herrn LH-STV. Geisler der Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser ein derart großes Anliegen ist, woran liegt es dann, dass das Konzept des GERM, das Hochwasserschutz und Renaturierung erfolgreich vereint, nicht umgesetzt wird?

Bisher wurden Natura 2000-Förderungen nur für wirtschaftliche Projekte ausgegeben, wie beispielsweise die Errichtung des Iseltrails oder die Anschaffung von Maschinen bzw. die Attraktivierung von Beherbergungsbetrieben entlang des Iseltrails! Wir unterstützen die Idee des Iseltrails, um der Bevölkerung und den Touristen die Attraktivität dieses Flusses zugänglich zu machen! Wir vermissen bis jetzt aber ernsthafte Bemühungen, das eigentliche Ziel des Natura2000-Gebietes zu erreichen: die Erhaltung gefährdeter Arten und Biotope bzw. die Wiederherstellung von Lebensräumen.

Sie, sehr geehrter Herr LH-STV. Geisler, sitzen an den entsprechenden Schalthebeln und haben somit die Möglichkeit, durch die Umsetzung des GERM sowohl einen effektiven Hochwasserschutz zu gewährleisten als auch die Arten- und Biotopvielfalt an der Isel zu fördern! Bitte tun Sie das!

Mag. Renate Hölzl
Obfrau Verein Osttirol Natur

Renate Hölzl unterrichtet Biologie am BG/BRG Lienz und ist seit 2020 Obfrau des Vereins Osttirol Natur.

12 Postings

Joe B. Tolliver
vor 3 Wochen

Dass das letzte unverbaute, frei fließende, vollkommen naturbelassene Gewässer der Alpen kein vorrangiges Objekt der Renaturierung ist finde ich empörend!

 
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    senf
    vor 3 Wochen

    Sie sind heute aber zynisch, tsss ...

     
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    jj.ll.
    vor 3 Wochen

    Wenn die Isel unverbaut ist, warum brauchts dann die Renaturierung.

     
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      Burgi
      vor 3 Wochen

      Weil sie zwar nicht durch ein Kraftwerk verbaut ist, an den Ufern jedoch teils über lange Strecken stark befestigt ist. Hier könnte man sehr viel renaturieren. Siehe den Artikel "Renaturierung von Flüssen: Kaum Pläne für Osttirol" auf Dolomitenstadt

       
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      senf
      vor 3 Wochen

      @Burgi:

      Es gibt für die Isel und Drau den Kurzbericht LIVE-IRIS: Gewässerentwicklung und Risikomanagement (GE-RM 2021, 26 Seiten) für einen lebenswerten Flussraum. DI Dr. Lukas Umach (Abt. Wasserwirtschaft im Amt der Tir. LR) hat sicher noch ein Exemplar übrig. Empfehlenswert! Dort findest du

      Defizite an der Isel, Maßnahmen, weiters

      Defizite an der Drau, Maßnahmen.

      Ufersporne wegzudenken wäre fatal, es gibt aber einige markante Schwellbereiche und Barrieren wo weitere Korrekturen anzusetzen wären. (LIVE-IRIS 2019 bis 2027)

      Und Bitte: die Isel ist kein frei fließender Fluss, auch nicht der Letzte. Mag sein dass es in den Augen der Touristiker und Träumern so ist! Die Anmerkung oben von @Joe B. Tollive hat schon was!

       
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Green Miles
vor 3 Wochen

Das wäre eine wunderbare Gelegenheit. Es wäre unglaublich schade, sie nicht zu nutzen!

 
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jj.ll.
vor 3 Wochen

Der beste Hochwasserschutz sind Staukraftwerke. Mit Fischtreppen versehen vereinigen sie Ökologie und wirtschaftliche Interessen und bieten den Menschen und Menschinnen eine wunderbare Erholungslandschaft.😉

 
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    Burgi
    vor 3 Wochen

    Laut Spezialisten für Wasserbau ist der passive Hochwasserschutz heute Stand der Technik und der beste Schutz. Fischtreppen werden leider nicht so gut angenommen bzw. sind auch nur für bestimmte Fischarten geeignet. Also auch hier ist der Effekt des passiven Hochwasserschutzes bei Weitem der Bessere!

     
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      jj.ll.
      vor 3 Wochen

      Die Ursache für die Renaturierung: die Wildbäche sind seit den 80ern fast zur Gänze gesichert. Geld übrig: das kann man doch in die Revitalisierung stecken. Allerdings geht dann Ackerfläche verloren. Flächenverbrauch? Egal! Die Bauern werdens verkraften. Fischaufstiegshilfen? Hängt nur von der Menge des Restwassers ab.

       
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    senf
    vor 3 Wochen

    Hast vl. recht, bei Hochwasser rinnt dann die braune Suppe samt Geschiebe und Geröll durch die Druckrohrleitung auf die Schaufelräder und die KW-Betreiber reiben sich die Hände. Aber nur ein mal!

    @jjII: tschuldigung, aber wer hat dir denn den Schmarrn eingeredet?

    Renaturierte Gewässerstrecken sind der beste Hochwasserschutz, man gibt dem Fluss notwendigen Freiraum und lenkt ihn zugleich geschickt durch Wasserschutzbauten, die ihn dort ein wenig Kraft nehmen wo es nötig ist. Da macht er dann weniger Unfug und teilt das Land für den "Menschen und Menschinnen". OK?

     
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      jj.ll.
      vor 3 Wochen

      Wer wie senf schreibt, wird senf ernten. Bei 5m Fallhöhe ist der Abrieb der Schaufelräder fast Null. Ausserdem wird das Triebwasser gesiebt bzw der Sand und Schlamm setzt sich im Staubereich am Boden ab und ist dann Sondermüll. Es scheint, als hätten viele Biologen einen Adelskomplex. Alles was die Habsburger gemach haben muss weg und sei es die nicht gemauerte Iselverbauung.

       
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Egon W.
vor 3 Wochen

Da für diese Projekte sicher EU- Gelder bereitgestellt werden, sollte diese Gelegenheit nicht verpasst werden! Den Flüssen ihren natürlichen Lauf zurückzugeben und die Möglichkeit, sich im Notfall auszubreiten, sollte ganz oben auf der To-Do-Liste stehen!

 
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