Eine Woche nach der Kärntner Liga beginnt auch für die vier Osttiroler Vereine in der Unterliga West die Frühjahrssaison und die Ausgangslagen der Klubs könnten dabei kaum unterschiedlicher sein.
Während sich die Union Raiffeisen Heinfels-Sillian und der FC Dölsach im vorderen Tabellendrittel befinden, liegt der URC Thal/Assling auf Rang neun. Rapid Lienz hingegen überwinterte lediglich auf Platz zwölf. Damit ist klar: Für alle vier Osttiroler Klubs geht es im Frühjahr um ganz unterschiedliche Ziele.
Beginnen wir ganz unten, also bei Rapid Lienz. Hier sorgte in der vergangenen Woche die – als „einvernehmlich“ beschriebene – Trennung von Trainer Marc Angelo Mareschi für Aufsehen. Heute Montag, 23. März, zog Vereinsobmann Robert „Didi“ Müller den Nachfolger aus dem Hut: Es ist Georg Rohracher, der früher Irschen und Oberlienz trainierte.
Müller im offiziellen Statement: „Wir freuen uns, mit Georg einen erfahrenen und kompetenten Trainer für diese Aufgabe gewonnen zu haben, der den Neuaufbau unserer Kampfmannschaft fortsetzen wird.“
Dieser Neuaufbau ist dringend nötig, will sich Lienz nicht am Ende der Saison bis auf die Knochen blamieren. Die Lienzer rangieren nur auf dem drittletzten Tabellenplatz und sind aktuell sportlich lediglich die Nummer sechs in Osttirol.
Zwar beträgt der Vorsprung auf Schlusslicht ASKÖ Irschen immerhin elf Punkte – ein durchaus beruhigendes Polster –, dennoch ist die Ausgangslage alles andere als zufriedenstellend.
Im Winter kam es bereits zu mehreren personellen Veränderungen: Von den beiden slowenischen Legionären hat man sich verabschiedet, auch Patrick Eder hat seine aktive Laufbahn endgültig beendet. Zudem steht Martin Wibmer der Mannschaft im Frühjahr nicht zur Verfügung.
Damit eröffnet sich unter Georg Rohracher für die jungen Spieler eine große Chance. Sie können nun wertvolle Einsatzminuten sammeln und Verantwortung übernehmen. Man könnte fast von einem kleinen Neuanfang sprechen – mit einer jungen Mannschaft und einer offenen Zukunftsperspektive.
Wohin die Reise für Rapid Lienz im Frühjahr letztlich führen wird, bleibt allerdings abzuwarten. Genau darin liegt aber auch ein großer Teil der Spannung.
Sillian und Dölsach schielen nach oben
Sillian und Dölsach liegen aktuell auf den Plätzen fünf und sechs und damit in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen in die Kärntner Liga. Durch die neu geschaffenen Ligastrukturen gibt es auch hier eine erhöhte Zahl an Aufsteigern – ein zusätzlicher Anreiz für beide Teams. Bei Sillian hat, wie bereits seit längerem vereinbart, Matthias Hanser den Trainerposten übernommen. Er folgt auf seinen Onkel Markus Hanser, der talauswärts in Assling angeheuert hat.
Im Winter sorgte zudem ein bemerkenswerter Transfer für Gesprächsstoff: Mit Dennis Kerrniqi wechselte ausgerechnet der ehemalige Trainer von Thal/Assling – zum zweiten Mal als Spieler nach Sillian. Dieser Wechsel sorgt in der Osttiroler Fußballszene für einige Diskussionen, galt der Transfer zwischenzeitlich doch bereits – wegen nicht regelkonformer Anmeldung – als gescheitert. Letztlich wurde der Wechsel vom Kärntner Fußballverband aber doch noch genehmigt. Mit konstanten Leistungen hat Sillian durchaus die Möglichkeit, im Frühjahr in die Top drei vorzustoßen.
Direkt dahinter und punktegleich liegt der FC Dölsach. Die Mannschaft musste gegen Ende der Herbstsaison einen kleinen Einbruch hinnehmen und verspielte dadurch eine noch bessere Ausgangsposition. Dennoch bleiben die Ambitionen groß. Entscheidend wird sein, wie konstant die „Wenger-Boys“ im Frühjahr auftreten. Dölsach ist traditionell immer für Überraschungen gut – meist nach oben, manchmal aber auch in die andere Richtung.
Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich diese beiden Vereine in der Rückrunde schlagen und ob am Ende tatsächlich eine realistische Chance auf den Aufstieg in die Kärntner Liga besteht. Das direkte Derby zwischen beiden Vereinen findet erst in der letzten Runde statt und könnte zu einem echten Endspiel – um ein Vereinshighlight für die Vereine werden.
Thal/Assling setzt auf einen Trainer-Coup
Der URC Thal/Assling, aktuell auf Rang neun, landete mit der Verpflichtung von Markus Hanser zweifellos einen echten Trainer-Coup. Diese Personalie sorgte im Oberland für einiges Aufsehen und auch für Verstimmungen. Schließlich hatte Hanser zuvor erklärt, eine Pause einlegen zu wollen – nur um wenige Wochen später – für Insider wenig überraschend – beim regionalen Konkurrenten zu unterschreiben.
Mit dem neuen Trainer wurde auch am Kader kräftig gearbeitet. Die Asslinger wollen im Frühjahr wieder an frühere Leistungen anknüpfen und sich in der Tabelle deutlich nach vorne orientieren.

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