Zum ersten Mal in der Osttiroler Schachgeschichte ist es dem Schachklub Nußdorf-Debant – unter der Leitung des engagierten Sektionsleiters Robert Oberbichler – gelungen, die traditionelle gemeinsame Schlussrunde, die jährlich an wechselnden Orten stattfindet, nach Osttirol zu holen. Austragungsort war Nußdorf-Debant.
Besonders bemerkenswert: Gleich drei Spielklassen wurden parallel ausgetragen – die Kärntner Liga, die Kärntner Unterliga sowie die zweite Klasse West. Dies erforderte eine außergewöhnliche organisatorische Leistung. Insgesamt mussten 100 Schachbretter und Uhren bereitgestellt sowie exakt 3.200 Figuren korrekt aufgestellt werden. Gleichzeitig standen somit 200 Spieler:innen im Einsatz.
Dank der tatkräftigen Unterstützung des Schachklubs Dolomitenbank Lienz konnte das benötigte Material vollständig organisiert werden. Der Kultursaal in Nußdorf-Debant erwies sich als idealer Austragungsort – ein stimmungsvoller Rahmen für diesen beeindruckenden Großkampftag.
Nach der Begrüßung durch den Sektionsleiter sowie den Vizepräsidenten des Kärntner Schachverbandes, Franz Kraßnitzer, und den Bürgermeister von Nußdorf-Debant, Andreas Pfurner, fiel pünktlich um 15.00 Uhr der Startschuss für alle 100 Partien.


An diesem Tag traf sich die gesamte Bandbreite des Schachsports: Großmeister, Internationale Meister und FIDE-Meister saßen ebenso an den Brettern wie zahlreiche engagierte Vereinsspieler. Erfreulich war auch die starke Beteiligung von Schachdamen sowie die große Zahl an Jugendlichen, die in den Mannschaften eingesetzt wurden.
Die beiden Osttiroler Vereine setzen seit Jahren auf intensive und engagierte Nachwuchsarbeit – mit sichtbarem Erfolg. Erst kürzlich konnten die Osttiroler Schulen bei den Tiroler Schulschach-Meisterschaften alle Turnierkategorien für sich entscheiden – ein herausragender Erfolg für den regionalen Schachsport.
Auch die Rahmenbedingungen am Turniertag ließen kaum Wünsche offen: Die Halle war gut gefüllt, Licht- und Temperaturverhältnisse zunächst optimal. Im Laufe des Tages stieg die Wärme jedoch spürbar an – vielleicht auch, weil die Köpfe der Spieler immer intensiver arbeiteten, ging es doch in vielen Partien für die Mannschaften um Auf- oder Abstieg.
Das Turnier bot alles, was das Schachherz begehrt: schnelle Entscheidungen ebenso wie langwierige, hochspannende Partien. Erst nach rund sechs Stunden fiel die letzte Entscheidung – mit einem hart erkämpften Sieg in der finalen Partie.
Starke Leistungen zeigten vor allem die beiden Osttiroler Vereine, deren Spitzenmannschaften ihre Partien jeweils souverän für sich entscheiden konnten. Besonders herausragend war jedoch der Sieg des erst 16-jährigen Ernesto Squasi vom Schachklub Dolomitenbank Lienz gegen den FIDE-Meister Matjaž Slibar – ein beeindruckendes Resultat und ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit in der Region.

In der Endtabelle erreichte der Schachklub Dolomitenbank Lienz in der Kärntner Liga mit Rang drei einen Stockerlplatz – ein hervorragendes Ergebnis. In der Kärntner Unterliga belegte der Schachklub Nußdorf-Debant den ausgezeichneten zweiten Platz.
Auch in der zweiten Klasse West konnten sich die Osttiroler Teams stark präsentieren: Die zweite Mannschaft von Nußdorf-Debant erreichte ebenfalls Rang zwei, Schachclub Dolomitenbank Lienz 3 belegte Platz drei, während Schachclub Dolomitenbank Lienz 4 den sechsten Rang erreichte. Bemerkenswert ist dabei, dass in dieser Klasse bei den Osttiroler Vereinen überwiegend Nachwuchsspieler zum Einsatz kamen.
Den stimmungsvollen Abschluss dieses gelungenen Schachtages bildet ein Zitat des ehemaligen Weltmeisters Bobby Fischer: „Schach ist ein Krieg auf dem Brett. Ziel ist es, den Geist des Gegners zu besiegen.“ Auch wenn es dabei natürlich sportlich zuging, stand in Nußdorf-Debant vor allem die gemeinsame Leidenschaft für das Spiel, die Begegnung und der respektvolle Wettkampf im Mittelpunkt – ganz im Sinne dieses besonderen Tages.
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