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„Alles hat seine Zeit, aber die Idee lebt weiter.“

Der Verein Weltbüro schließt nach 24 Jahren seine Türen. Die verbleibenden Mittel werden gespendet.

Alles begann in den 1990er-Jahren mit einer Idee. Elisabeth Ziegler-Duregger, Leiterin des Vereins „Bildung bringt Frieden“ sowie damalige Leiterin der Stadtbücherei Lienz beginnt, Adressen von Zuwanderern aus fremden Ländern zu sammeln, um diese einander vorzustellen und miteinander zu vernetzen. Janette Schneider, die ursprünglich aus der Slowakei stammt, arbeitet zu dieser Zeit im Lucknerhaus in Kals am Großglockner und möchte ihre Heimat in Osttirol bekannter machen. Und so kommen die beiden Damen in Kontakt, und der Verein Weltbüro Lienz wird gegründet.

Ein Engagement, das Früchte trägt. Als Leiterin des ehemaligen Flüchtlingsheims Angerburg in Lienz ging es Janette Schneider stets um die Menschen, um Unterstützung für Zuwanderer und Flüchtlinge, um Integration. „Wir sind eine Familie geworden“, sagt sie bei der Verkündung der Vereinsauflösung am Dienstag im Franziskaner Kloster in Lienz gemeinsam mit dem harten Kern des Vereinsvorstands.

Spendenübergabe im Franziskanerkloster (von links): Rechnungsprüfer Ahmad Taghikani, Pater Martin Bichler, Schriftführer Heinz Girstmair, Elisabeth Ziegler-Duregger, Obfrau Stellverteter Gerald Altenweisl und Obfrau Janette Schneider. Foto: dolomitenstadt

„Gutes denken, Gutes sagen, Gutes tun.“

Und so entstehen über die Jahre durch engagierte und intensive Arbeit zahlreiche Projekte, Aktivitäten und Events, die erfolgreich Menschen vernetzt und die Integration gefördert haben: vom ersten „Luftballonsteigen“ am Europaplatz in Lienz über Kinderfeste, Mittagstische, Integrationsbälle bis hin zu zahlreichen Events in Zusammenarbeit mit der Angerburg und dem Bildungshaus Osttirol. Engagement, das nicht unbemerkt bleibt – 2012 erhält die Brückenbauerin Janette Schneider den Sozialpreis Gloria.

Vor allem aber sind Freundschaften entstanden, eine bunte Mischung von Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern. Immerhin sind über 60 Nationalitäten in Osttirol vertreten. „Gutes denken, Gutes sagen, Gutes tun“, sagt Vorstandsmitglied Ahmad Taghikani, wie einst schon der Priester und Prophet Zarathustra, und drückt damit eine wichtige Kernbotschaft seiner Motivation aus.

Warum sich der Verein auflöst? Braucht es nicht gerade auch in Zeiten wie diesen Engagement für Menschen, Integration und Zusammenhalt? „Alles hat seine Zeit“, sagt Janette Schneider und ergänzt, „die Idee lebt aber weiter“, etwa in Initiativen wie dem Syrien-Projekt von Elisabeth Ziegler-Duregger. „Ich bedanke mich sehr für die Unterstützung seitens der Politik, von Schulen, Pfarren, den Medien und allen anderen, die uns über die Jahre begleitet haben“, sagt Janette Schneider abschließend.

Die verbleibenden Finanzmittel nach Auflösung des Vereins gehen zu gleichen Teilen als Spende an drei Osttiroler Projekte der Pfarren Hl. Familie, Franziskaner sowie des Vereins „Bildung bringt Frieden“.

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