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„Die Kinder tragen einen Schaden davon“

Stephanie Blase erklärt im Podcast, warum eine Kindheit ohne Smartphone wieder zur Norm werden soll.

Erlebnisse mit dem Campingbus, Erfahrungen in der Natur: Mit strahlenden Augen erzählt Stephanie Blase von ihrer eigenen Jugend und deutet besondere Erlebnisse an, an die sie sich auch Jahre später noch lebhaft erinnern kann.

Heutigen Jugendlichen bleibe dieser Erfahrungsschatz jedoch vielfach verwehrt, bedauert Blase, Gründerin des Vereins „Smartphone freie Kindheit Österreich“. Denn sie beschäftigen sich mit Gaming, vergleichen sich auf Social Media und scrollen durch Reels.

Stephanie Blase setzt sich ehrenamtlich dafür ein, dass Heranwachsende eine Kindheit ohne Smartphone erleben. Dazu war sie in der vergangenen Woche mit Vizekanzler Andreas Babler, Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll im Austausch. Foto: Dolomitenstadt/Sint

Für ihre eigenen Kinder wollte Blase eine solche Realität nicht: Von früher Kindheit an war daher die Bildschirmzeit stark eingeschränkt, digitale Medien wurden gemeinsam reflektiert und statt eines Smartphones gab es ein „Simple Phone“, also ein Gerät, mit dem zwar telefoniert werden kann, das aber nicht internetfähig ist.

Kein Smartphone unter 14

Die Philosophie, dass Heranwachsende ihre Kindheit ohne süchtig machende Bildschirme verbringen sollen, vertritt die gebürtige Deutsche aber nicht nur in ihrer eigenen Familie. Stattdessen gründete sie den Verein „Smartphone Freie Kindheit Österreich“, um Eltern zu ermutigen, mit der Anschaffung eines Smartphones für ihre Kinder bis zum 14. Geburtstag zu warten.

Zudem verfolgt der Verein das Ziel, Eltern im Rahmen von Vorträgen über die massiven Risiken des Smartphonegebrauchs aufzuklären. Einen solchen Vortrag hielt Blase am Mittwochabend auf Einladung der drei Lienzer Volksschulen sowie des Bildungshauses Osttirol auch im Schulzentrum Lienz Nord.

Worum es darin ging, was ihr eigener Sohn von seinem „Simple Phone“ hält und wie ernst die Regierung das Thema nimmt, erzählt Stephanie Blase im Dolomitenstadt-Podcast.


Der Dolomitenstadt Podcast ist ein akustisches Magazin, das die Redaktion von dolomitenstadt.at in Lienz zusammenstellt. Das Themenspektrum ist breit und beschränkt sich nicht nur auf die Region. Wir stellen spannende Projekte vor, widmen uns den Künsten und der Kunst des Lebens, schauen in Kochtöpfe und über den Tellerrand, greifen heiße Eisen an und diskutieren die Themen unserer Zeit mit Menschen, die etwas zu sagen haben. Zu finden auch auf Spotify und bei Apple Podcasts.

Kristina Sint hat Lehramt studiert und den Masterlehrgang „Journalismus und Medienarbeit“ abgeschlossen. Sie unterrichtet an der MS Egger-Lienz und lebt bei dolomitenstadt.at ihre Faszination fürs Schreiben und spannende Geschichten aus.

7 Postings

Medan
vor 2 Wochen

Eine Möglichkeit wäre m.M. auch, Jugendlichen KI Behauptungen zu zeigen, die offensichtlicher Unsinn sind oder auf die gestellte Frage gar nicht eingehen. Davon gibt es eine ganze Menge, man stößt auf sie meistens zufällig.

 
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    defi
    vor 2 Wochen

    In einer zunehmend digital geprägten Welt ist es unerlässlich, dass alle durch Künstliche Intelligenz erzeugten Inhalte – seien es Bilder, Videos, Texte, Aussagen oder bearbeitete Zusammenschnitte – eindeutig und unmissverständlich gekennzeichnet werden.

    Diese Kennzeichnung muss für jeden sofort erkennbar sein, ohne Interpretationsspielraum, sodass klar bleibt, was authentisch ist und was künstlich erzeugt wurde.

    Nur so lässt sich Vertrauen in Informationen erhalten und Manipulation wirksam begrenzen. Darüber hinaus sollte der Zugang zu sozialen Medien bewusster und altersgerecht geregelt werden. Es ist keineswegs notwendig, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig und ungefiltert in diese oft überfordernden digitalen Räume eintreten. Stattdessen sollten klare Altersgrenzen gelten, die sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Einschätzungen von Fachleuten aus Pädagogik, Psychologie und Medienforschung orientieren. Ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Technologien bedeutet nicht Verzicht, sondern bewusste Nutzung. Kinder und Jugendliche brauchen Zeit, um grundlegende Kompetenzen, Selbstbewusstsein und kritisches Denken zu entwickeln, bevor sie sich den Dynamiken sozialer Netzwerke aussetzen. Eine spätere, begleitete Einführung kann dazu beitragen, Risiken wie Desinformation, sozialen Druck oder Abhängigkeit zu reduzieren. Letztlich geht es darum, Transparenz, Schutz und Medienkompetenz gleichermaßen zu stärken – für eine Gesellschaft, die technologische Fortschritte nutzt, ohne dabei ihre Orientierung zu verlieren.

     
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Burgi
vor 2 Wochen

Vielen Dank für diesen Artikel! Frau Blase spricht mir aus dem Herzen. Ich kann das, was sie sagt, aus meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen leider nur bestätigen. Das Zeug (Handy) macht hochgradig süchtig und sollte so lang wie möglich von Kindern und Jugendlichen ferngehalten werden bzw die Konsumzeit so stark wie möglich begrenzt werden! Auch wäre es wichtig, sehr genau festzulegen, auf welche Apps... man den Kindern Zugriff gewährt. Den Umgang mit Handy und Co. lernt man auch noch im späteren Alter in ausreichendem Maße! Wir, die wir nicht damit aufgewachsen sind, können ja auch damit umgehen und damit arbeiten!

 
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lia
vor 2 Wochen

wie bei jeder modeerscheinung, wird auch diese smartphoneeuphorie verflachen und aufhören. der mensch wird es satt haben, sich mit maschinen zu unterhalten.

 
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    Burgi
    vor 2 Wochen

    Leider nein, Suchtpotential zu hoch!

     
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    Bahner Bernd
    vor 2 Wochen

    Ich fürchte die ganze Verstrickung in die soziale Medienwelt, mit der Beliebigkeit und Dysregulation ihrer Informationsflut, mit ihren manipulativen Algorithmen ist schon mehr, als nur eine schlechte Gewohnheit. Da sind von den Technogiganten und den politischen Mächten, denen das zu pass kommt, längst unumkehrbar die Weichen in ein neues Zeitalter des nur scheinbar offenen, grenzenlosen Informationsgewinnes mit austauschbaren Bezugssystemen gestellt. Wesentliches wird von Unwesentlichem nicht mehr unterscheidbar, der politischen Verfügbarkeit der Boden bereitet. Zugleich können wir auf die KI mit ihren unschätzbaren Diensten zB für die Wisenschaft nicht mehr verzichten. Natürlich zeigen sich auch immer wieder Silberstreifen am Horizont, wenn erstaunt das lebendige, soziale Umfeld in einer handyfreien Zeit wahrgenommen wird, wenn auf booktok zum Lesen von Büchern animiert wird und einiges mehr. Wenn man so die aufgeweckte, intelligente Jugend betrachtet, fällt es einem auch schwer, in einen allzu tiefen Pessimismus zu verfallen.

     
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    senf
    vor 2 Wochen

    Das reale Leben wirkt bestimmend, von der elterlichen Seite bis in die Freundeskreise. Kommunikation untereinander findet daher kaum statt. Sie darfs auch nicht! Man sieht das in den Schulbussen, auf Festen und sogar bei Sportveranstaltungen. Manche Kinder vermitteln den Eindruck, dass sie in den sozialen Medien Gleichheit und ein wenig Ruhe suchen und diese wahrscheinlich auch finden. Dort herrscht weitgehend Anonymität, die ja nicht beleidigt, nicht nachträgt und kaum Vorurteile kennt. Nicht überall ist "Suchtpotential" zu finden, eher ist es ein Anker, an dem sich Jugendliche festhalten, dafür sind wahrscheinlich auch "manipulativen Algorithmen" (Bahner) mitausschlaggebend.

    Ein großes Problem scheint die Erziehung der Kinder zu sein, denn Eltern machen heutzutage Druck auf ihre Pubertierenden, sie bestimmen und wählen aus ihrem Status, aus ihrem Ansehen, wer mit wem, wann, wo und was zu passieren hat. Das soziale Umfeld wird damit gestört, der Ausweg bekannt. Das beginnt leider bereits im Kindergartenalter, liebe @Burgi. Darüber sollte man sich Gedanken machen. Aber vielleicht ist es doch noch nicht so finster, einen sehr treffenden Satz hat Herr Bahner formuliert: "Wenn man so die aufgeweckte, intelligente Jugend betrachtet, fällt es einem auch schwer, in einen allzu tiefen Pessimismus zu verfallen".

     
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