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Sie ist noch da, die Faszination Rapid Lienz!

Den Beweis liefert unsere Videoreportage über die jungen und jüngsten „Grünweißen“.

Rapid Lienz stellt mit über 200 Kindern und Jugendlichen die größte Nachwuchsabteilung in Osttirols Fußballszene. Das allein ist schon ein Zeichen von nach wie vor ungebrochener Vitalität beim Lienzer Traditionsclub, dessen Nachwuchsleiter Gerald Ameseder mit einem ambitionierten Projekt und einem „Fünfjahresplan“ an große Zeiten anschließen will.

Wir haben uns mit Gerald Ameseder im Lienzer Stadion getroffen und über mehrere Wochen auch die jungen Teams der Lienzer beobachtet, von den kleinen Winzlingen bis zu hochtalentierten Halbwüchsigen, die Ameseder zu Topspielern formen will. Er kann dabei auf ein stabiles Fundament bauen.

Rund 14 Trainerinnen und Trainer betreuen aktuell die Teams von der U6 bis zur U15. Mehrere Jahrgänge sind bereits doppelt besetzt – ein Modell, das künftig auf alle Altersstufen ausgeweitet werden soll. Ameseders Ziel ist die Verdoppelung der Kapazitäten auf bis zu 400 Kinder und Jugendliche!

Parallel zur Verbreiterung der Nachwuchsbasis soll es sportlich eine Zuspitzung geben. Dabei setzt der Verein auf ein Zwei-Säulen-Modell aus Breiten- und Leistungssport. „Im Breitensport steht die Freude an der Bewegung im Vordergrund. Die Kinder sollen möglichst früh für Sport begeistert werden“, erklärt der vor 20 Jahren nach Osttirol eingewanderte Trainer, der Lienz als Sportstadt und idealen Lebensraum sieht.

Im Leistungsbereich liegt der Fokus der Grünweißen auf der gezielten Entwicklung von Spielerinnen und Spielern für die Kampfmannschaften. Voraussetzung dafür sind gut ausgebildete Trainer sowie eine schrittweise Professionalisierung der Strukturen, inklusive fairer Bezahlung. Ameseder: „250 bis 350 Stunden im Jahr sind ein Arbeitspensum, das man fair honorieren sollte.“

Auch abseits des Spielfelds wird der Teamgeist gepflegt. Gemeinsame Aktivitäten stärken den Zusammenhalt, während Turnierformate wie der Wintercup – ergänzt durch geplante Sommer- und Herbstbewerbe – zusätzliche sportliche Anreize schaffen. Für die Jüngsten setzt man mit 2-gegen-2-Turnieren gezielt auf spielerisches Lernen.

Mit der Einführung einer U17 ab diesem Sommer schließt Rapid Lienz eine wichtige Lücke zwischen Nachwuchs- und Erwachsenenfußball. Diese Altersstufe soll als gezieltes Bindeglied dienen und den Übergang in die Kampfmannschaft fließend ermöglichen.

Langfristig verfolgt der Verein ein sehr ambitioniertes Ziel: den Aufbau einer eigenen Akademie. Damit sollen Talente in der Region gehalten werden, statt frühzeitig in andere Bundesländer abzuwandern. Erste Gespräche mit Schulen wie HAK und BORG Lienz laufen bereits, um erstklassige schulische Ausbildung und Leistungssport nach internationalen Vorbildern effizient zu verbinden.

Gerald Ameseder will bereits in fünf Jahren durch nachhaltige Nachwuchsarbeit und starke regionale Verankerung mehr und erstklassige Eigenbauspieler in den Kampfmannschaften auflaufen sehen. So soll Rapid Lienz nach einer Durststrecke, die auch viele Fans gekostet hat, nicht nur sportlich wieder wachsen, sondern den Fußballstandort Lienz und die „Faszination Rapid“ nachhaltig absichern.

Paul Wanger studiert Medien an der Uni Klagenfurt und arbeitet als freischaffender Filmer und Fotograf. Für Dolomitenstadt ist Paul als Video- und Fotoreporter unterwegs.
Jasmina Berger studiert Kommunikation an der Uni Salzburg, arbeitet als Fußball-Jugendtrainerin und als freie Reporterin für Dolomitenstadt.

11 Postings

AkOnO
vor einem Monat

Naja, die Ambitionen von Rapid Lienz im Nachwuchsbereich klingen auf den ersten Blick durchaus spannend und auch professionell gedacht. Mehr Trainer, bessere Strukturen und eine stärkere Förderung der Talente sind grundsätzlich positiv. Laut Bericht spricht man sogar von einer möglichen Akademie und einer weiteren Professionalisierung des Nachwuchses.

Was allerdings Fragen aufwirft, sind die kolportierten Kosten für Eltern. Wenn tatsächlich Beträge von rund 1.000 Euro pro Kind und Saison anfallen sollen, stellt sich schon die Frage, ob sich das jede Familie leisten kann. Fußball war lange ein Sport für alle – unabhängig vom Geldbörserl der Eltern.

Natürlich kostet Qualität Geld, gute Trainer arbeiten nicht gratis und Professionalität fällt nicht vom Himmel. Aber man muss aufpassen, dass ein Nachwuchsprojekt nicht ungewollt zur sozialen Selektion wird. Es wäre schade, wenn am Ende nicht das Talent entscheidet, sondern wer es sich leisten kann. Gerade in einer Region wie Osttirol sollte die Tür für alle motivierten Kinder offen bleiben – und nicht nur für jene mit kapitalstarken Eltern.

 
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    Maybeornot
    vor einem Monat

    Monatliche Kosten von 1000€ wären nicht leistbar für Familien. Nicht einmal in Akademien werden solche Summen pro Saison verrechnet. Dort sind aber sämliche Trainingsutensilien, Trainingslager, Auslandsturniere ect. mit inkludiert. Nebenbei gibt es in Lienz ein Leistungszentrum. Wenn es dort mehr Spieler in die Kfv-Auswahl in Zukunft schaffen, wären wir schon auf den richtigen Weg.

     
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      Ichhabevltrecht
      vor einem Monat

      Leider werden es in Zukunft auch nicht mehr Osttiroler wie jetzt in die Auswahl kommen ... Leider ist der KfV reine Freundalwirtschaft. Wenn man mit leuten redet die sich dort auskennen weiß man das dort unten viel nur mit Vitamin B geht . Dort spielen Spieler in der Auswahl wo der Vater den Herrn Robatsch gut kennt oder der Sohn des präsidenten einen Freund hat der dort auch gern spielen würde etc . Der KfV MÜSSTE aus jedem Standort einen in der Auswahl haben , haben sie aber NICHT. Gewisse Osttiroler kicker haben sicherlich die Qualität dazu aber leider sind wir Geografisch sehr schlecht gelegen . Das kind müsste 1-2x zum Auswahltraining nach Faak mit den schlechten Öffis und dem großen Aufwand wird das leider nicht funktionieren aber das ist dem KFV relativ egal .

       
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      AkOnO
      vor einem Monat

      Nicht monatlich € 1000,-, sondern pro Saison meinte ich 😉, ok!?

       
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      Maybeornot
      vor einem Monat

      leider stimme ich da nicht so ganz zu. es gab sehr wohl in den letzten Jahren Osttiroler Kicker die in der Auswahl fixe Größen waren. Teilweise sogar die Kapitän Schleife trugen. Also alles mit Freunderlwirtschaft abzutun, ist nicht richtig. Natürlich ist unsere geografische Lage nicht die Beste. Leider muss man weite Strecken in Kauf nehmen, ob im Tennis, Fussball ect. Aber wie heisst es so schön- Raus aus der Komfortzone.

       
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      Ichhabevltrecht
      vor einem Monat

      Ja dieser spielt jetzt in der aka von sturm graz . Das war aber der letzte . Es gibt ja zurzeit einen aus Matrei dieser ist in der Auswahl eingetragen . Da sie ja pro Standort einen nehmen MÜSSEN ;) . Hatte jedoch KEIN einziges Auswahlspiel und wurde auch bei KEINEM Spiel mitgenommen . Das ist alles mehr schein als sein!

      Osttiroler werden gekonnt nicht verwendet . Wenn man sich die Namen ansieht wer in der Auswahl spielt und sich einwenig auskennt weiß wie viel Freundalwirtschaft dort getrieben wird.

       
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lia
vor einem Monat

rapid war immer etwas besonderes. durfte unter mittelhofer in der jugend dort spielen. wir waren nicht schlecht, aber die kärntner haben uns die grenzen aufgezeigt.

 
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focuss
vor einem Monat

Finde das super. Man muss groß träumen, um etwas zu erreichen, und klare Ziele haben. Diese scheinen in Lienz nun endlich wieder vorhanden zu sein – bravo, weiter so! Bei dem Ganzen spielen natürlich die Finanzierung, das Marketing und die Frage, wie ich das in der Region verkaufe, sowie qualifiziertes Fachpersonal eine große Rolle. Ebenso entscheidend ist, in welcher Liga die Kampfmannschaft spielt. Unterliga und Kärntner Liga sind hier auf Dauer zu wenig. Die Beispiele, die im Video genannt werden, wie etwa Hartberg: Ja klar, die sind von der Größe her vergleichbar, aber sie haben eben eine Mannschaft in der 1. Bundesliga. Wenn ein Kind Ambitionen hat, muss es aus Osttirol so früh wie möglich raus, sonst wird es maximal das Niveau erreichen, auf dem der beste Verein in der Umgebung spielt. Ein weiterer Punkt ist auch die Platzsituation in Lienz. Sobald im Sommer die Profis ins Trainingslager kommen, entsteht ein Platzproblem und der Verein muss ständig ausweichen – nach Amlach, Leisach usw. Um erfolgreich zu sein, braucht es auch die entsprechende Infrastruktur. Um bei den Profis zu bleiben: In den letzten Jahren haben alle Profivereine Unmengen an Geld in Infrastruktur, wie z. B. Trainingszentren, investiert. Das soll keine Kritik sein, sondern nur ein Denkanstoß dafür, was hier alles noch ansteht. Der Weg ist noch sehr weit, aber ein Anfang wurde gemacht und eine Vision gibt es auch. Finde das wirklich sehr gut und unterstütze solche Projekte, denn Sport gibt uns allen etwas zurück und verbindet.

 
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Citykid
vor einem Monat

Richtig toller Bericht, noch besseres Video 👌🏼 Zuversicht, positivität, ein großer Plan, mit Herz und Leidenschaft. Gutes Gelingen dabei und ich bin überzeugt dass das gelingen kann wenn alle an einem Strang ziehen, denn nur gemeinsam sind große, erfolgreiche Ziele erreichbar!

 
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Ichhabevltrecht
vor einem Monat

Es ist grundsätzlich sehr positiv zu bewerten, dass in Osttirol endlich Bestrebungen erkennbar sind, die Nachwuchsförderung im Fußball auf ein höheres Niveau zu heben. Dennoch zeigen sich bei genauerer Betrachtung erhebliche strukturelle Probleme, die einer nachhaltigen Entwicklung aktuell im Wege stehen.

Ein zentraler Punkt betrifft die sportliche Ausgangslage von Rapid Lienz. Um ein leistungsfähiges Nachwuchsleistungszentrum auf Regionalliga-Niveau (abseits einer ÖFB-Akademie) zu etablieren, wäre eine entsprechende Kampfmannschaft auf genau diesem Niveau nahezu Voraussetzung. Davon ist Lienz derzeit jedoch klar entfernt – nicht infrastrukturell, sondern in erster Linie qualitativ sowie in der sportlichen Führung.

Ein Blick auf vergleichbare Modelle zeigt, wie komplex ein solcher Aufbau ist. Der FC Pinzgau Saalfelden betreibt beispielsweise ein Nachwuchsleistungszentrum, das zwar noch nicht durchgehend sportliche Erfolge vorweisen kann und in der Ausbildung ebenfalls Entwicklungspotenzial hat, jedoch als langfristig angelegtes Projekt zu verstehen ist. Gerade dieses Beispiel verdeutlicht: Selbst unter besseren Voraussetzungen benötigt ein funktionierendes NWZ Zeit, Struktur und vor allem ein klares Konzept.

Im osttiroler Kontext stößt man jedoch früh auf ein grundlegendes Problem: fehlende Kooperation. Ein gemeinsames, vereinsübergreifendes Nachwuchsleistungszentrum für ganz Osttirol wäre aus sportlicher Sicht naheliegend und sinnvoll. In der Praxis scheitert dies jedoch häufig an der mangelnden Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Viele Vereine sind nicht gewillt, ihre besten Spieler abzugeben, da diese im eigenen Team eine tragende Rolle spielen und schwächere Mannschaftsteile kompensieren.

Diese Denkweise verhindert jedoch genau jene Bündelung von Qualität, die für leistungsorientierte Entwicklung notwendig wäre. Würden die talentiertesten Spieler eines Jahrgangs zusammengeführt, könnte ein deutlich höheres Ausbildungsniveau erreicht werden. Aktuell bleibt dieses Potenzial jedoch ungenutzt.

Ein Vergleich mit dem Oberkärntner Raum zeigt, wie es anders funktionieren kann. Vereine wie der SV Spittal/Drau und der FC Lendorf zählen zu den stärksten Ausbildungsstandorten im Kärntner Fußballverband. Ihre Nachwuchsarbeit basiert auf klaren Leistungsstrukturen, gezielter Spielerrekrutierung und einer konsequenten Ausrichtung auf den Erwachsenenfußball.

Dabei ist ein häufiges Vorurteil zu relativieren: Diese Vereine „leben“ nicht ausschließlich von selbst ausgebildeten Spielern seit der U7, sondern arbeiten gezielt mit den besten Talenten aus der Region. Entscheidend ist jedoch, dass diese Spieler dort auf ein Umfeld treffen, das ihre Entwicklung tatsächlich maximiert.

Ein besonders aktuelles Beispiel liefert der Standort Spittal/Lendorf: Im Sportborg Spittal werden erstmals (nächstes Schuljahr) zwei gemischte Fußballklassen nach dem Modell des Schulsportleistungsmodell Kärnten (SSLK)geführt. Dieses Konzept ist in seiner Qualität durchaus mit einem Nachwuchsleistungszentrum vergleichbar, in manchen Bereichen sogar überlegen. Es zeigt, wie durch strukturierte Ausbildung und institutionelle Unterstützung nachhaltige Entwicklung ermöglicht wird.

Auch die Tatsache, dass sich osttiroler Spieler beim FC Lendorf hervorragend entwickeln, unterstreicht das Problem zusätzlich: Das vorhandene Talent ist durchaus gegeben – jedoch fehlen in Osttirol die Rahmenbedingungen, um dieses auf ein vergleichbares Niveau zu heben.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Wenn im osttiroler Fußball tatsächlich eine Verbesserung der Nachwuchsförderung erreicht werden soll, reicht es nicht aus, einzelne Initiativen – etwa bei Rapid Lienz – voranzutreiben. Vielmehr ist ein grundlegendes Umdenken aller Vereine erforderlich. Kooperation statt Konkurrenzdenken, Bündelung von Talenten statt kurzfristigem Eigennutz und eine klare leistungsorientierte Struktur sind die entscheidenden Faktoren.

Ohne diese Veränderungen wird Osttirol trotz guter Ansätze weiterhin hinter Regionen wie Oberkärnten/ Kärnten zurückbleiben.

 
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    Maybeornot
    vor einem Monat

    auf den Punkt gebracht! Stimme dem voll zu.

     
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