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„Schneller als der Überschall“: Das war der Giro del Gall

Ein Pulk von 600 rosa gekleideten Fans radelte mit dem Rad-Superstar von Lienz nach Nußdorf-Debant. Video!

Freitagabend, 18 Uhr: Am Lienzer Hauptplatz hört man das Surren von Rädern, das Klicken von Schuhen und eine aufgeregte Menge in Rosa, die den Mann des Abends umringt. „Felix, können wir ein Foto machen? Felix, kann ich ein Autogramm haben?“, lauten die Kernfragen des Stimmengewirrs, in dessen Mitte sich ein freundlicher Felix Gall befindet, der bereitwillig unterschreibt und in die Kameras lächelt.

600 Fans in Rosa

Schließlich sind sie alle hier, um ihn und seinen jüngsten Erfolg, den zweiten Platz beim diesjährigen Giro d'Italia, zu feiern. Dafür hat die „Pfurner-Theurl Eventagentur“, wie TVBO-Obmann Franz Theurl seine Zusammenarbeit mit Andreas Pfurner, Bürgermeister der Gemeinde Nußdorf-Debant bezeichnet, auch Einiges auf die Beine gestellt: So wurden rund 600 Fans mit rosaroten Gall-Shirts ausgestattet - das rosa Trikot wird beim Giro d'Italia vom jeweils Führenden der Gesamtwertung getragen -, um gemeinsam mit ihrem Idol von Lienz in seine Heimatgemeinde Nußdorf-Debant zu radeln.

Rund 600 Fans radelten gemeinsam vom Lienzer Hauptplatz nach Nußdorf-Debant. An der Spitze des Konvois befanden sich Benjamin Karl, Thomas Rohregger, Felix Gall und Franz Theurl. Foto: Expa Pictures

Die Stimmung im rosaroten Pulk war prächtig: Alt und jung radelten gemeinsam auf Gefährten, die von sündhaftteuren Carbonrädern über E-Bikes bis zu alten Drahteseln reichten. Einig war man sich im Konvoi jedenfalls darüber, wie bodenständig „der Felix“ doch geblieben sei: „Da kann man sagen was man will, er ist einfach ein sympathischer Haxen“, fasst es eine Dame zusammen.

Landesüblicher Empfang in Nußdorf-Debant

Auch im Ziel der „Giro del Gall“-Etappe, dem Aguntstadion Nußdorf-Debant, wurden für den 28-jährigen Sportler alle Register gezogen: Die Marktmusikkapelle und Schützenkompanie Nußdorf-Debant legten sich auf Befehl von Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemuth vor rund 1.500 Menschen ins Zeug, um Gall im Rahmen eines Landesüblichen Empfangs hochleben zu lassen.

In Nußdorf-Debant wurde ein Landesüblicher Empfang geboten, von links: Thomas Rohregger, Franz Theurl, Felix Gall, Philip Wohlgemuth, Andreas Pfurner und Bettina Heinricher. Foto: Expa Pictures

Pfurner: „Weltstar“ Gall war „guter Buggler“

Gar zum „Weltstar“ erklärt ihn Bürgermeister Andreas Pfurner in seiner Ansprache, schließlich sei Gall „schon jetzt der erfolgreichste Radsportler, den es in Österreich je gegeben hat.“ Auch einen Rückblick in die Vergangenheit stellt Pfurner an: Felix habe es ja in fast allen Vereinen - vom Fußball, über Taekwondo und Klettern bis hin zum Tennis - mal probiert, bis er im Radsport seine absolute Leidenschaft entdeckt habe.

Sogar im Bauhof der Gemeinde habe sich Gall im Rahmen zweier Ferialpraktika bewährt: „Ich habe wirklich gedacht, da bekommen wir einen guten Mann für den Bauhof, doch dann wurde er Junioren-Weltmeister und ist nicht mehr zurückgekommen“, so Pfurner mit gespielter Enttäuschung.

Theurl: Macht der Giro 2027 in Osttirol Halt?

Dass auch in Zukunft noch viel von Gall zu hören sein wird, ist sich dagegen Franz Theurl sicher, der verspricht, für zukünftige Feiern in Osttirol gewappnet zu sein.

Zudem verrät der bekennende Radsportfan und Tourismusverband-Obmann, im Moment in intensiven Verhandlungen über eine Giro-Etappe in Osttirol im kommenden Jahr zu stehen: „Wenn der Giro 2027 wieder Halt in Osttirol macht, wäre es das vierte Mal, dass mir das gelingt.“ In den Verhandlungen, in denen Theurl seine „Beziehungen, Freundschaften und Netzwerke“ spielen lassen will, werde er Osttirol als 23. Provinz von Italien präsentieren, um die italienischen Tarife zu erhalten.

Musik und Autogramme

Abgerundet wird der Abend mit einer Menge Musik und Autogrammen: Zunächst präsentiert die Musikkapelle Nußdorf-Debant ihre Marsch-Version des KI-Songs „Felix Gall - schneller als der Überschall“, bevor Sara Koell aka. Sara de Blue das Publikum zu „Ein Hoch auf uns“ zum Mitschunkeln bewegt.

Felix Gall, umringt von jungen Radsport-Fans, signierte im Aguntstadion unzählige Autogrammkarten. Foto: Expa Pictures

Und der Star des Abends? Er unterschreibt, schüttelt Hände und lächelt in Kameras. Schließlich will er auch etwas zurückgeben, wie Gall im Dolomitenstadt-Interview erklärt. Das gesamte Statement und weitere Eindrücke vom „Giro del Gall“ sehen Sie im Video von Dolomitenstadt-Videoreporter Paul Wanger.

Kristina Sint hat Lehramt studiert und den Masterlehrgang „Journalismus und Medienarbeit“ abgeschlossen. Sie unterrichtet an der MS Egger-Lienz und lebt bei dolomitenstadt.at ihre Faszination fürs Schreiben und spannende Geschichten aus.
Paul Wanger studiert Medien an der Uni Klagenfurt und arbeitet als freischaffender Filmer und Fotograf. Für Dolomitenstadt ist Paul als Video- und Fotoreporter unterwegs.

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