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Debantbach: „Es gibt schmerzhafte Grenzen“

Renate Hölzl plädiert in ihrem Leserbrief für den Schutz des Bachs und widersetzt sich den Kraftwerksplänen.

Am 7. Juli findet die naturschutzrechtliche Verhandlung zum Wasserkraftwerk „Debantbach Oberstufe“ statt. Seit fast 20 Jahren wird um dieses Kraftwerk gerungen, das der Holzindustrielle Michael Theurl mit aller Kraft durchsetzen will und dem sich die betroffenen Gemeinden Nußdorf-Debant und Dölsach bisher erfolgreich widersetzt haben.

Zu wertvoll ist der Bevölkerung dieser naturbelassene Bach, als dass man ihn für vornehmlich private Nutzung durch die Theurl Leimholzbau GmbH opfern möchte.

Bachabschnitt in sehr gutem Zustand

Auch wenn der Ausbau Erneuerbarer vorangetrieben werden soll, um den CO2-Ausstoss in den Griff zu bekommen, so gibt es doch Grenzen, die schmerzhaft sind - wie eben beim Debantbach.

Laut Gewässerbewirtschaftungsplan 2021 befindet sich dieser Bachabschnitt in einem sehr guten ökologischen Zustand, der noch einen artenreichen Fischbestand aufweist und an welchem auch andere seltene Fließgewässerbewohner, wie der Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske anzutreffen sind. 

Laut Gewässerbewirtschaftungsplan 2021 befindet sich der betroffene Bachabschnitt in einem sehr guten ökologischen Zustand. Renate Hölzl, Obfrau des Vereins Osttirol Natur, setzt sich für den Schutz des artenreichen Gewässers ein. Foto: Osttirol Natur/Hölzl

Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie dürfte ein derart wertvolles Gewässer nicht verschlechtert werden. Leider findet man aber immer wieder rechtliche Schlupflöcher, etwa eine plötzliche Herabstufung des Gewässerzustandes, wenn genug Geld und der politische Wille dazu vorhanden sind.

Mehr Schaden als Nutzen für die Region

Aber warum sollte es uns, der ansässigen Bevölkerung, nicht egal sein, was mit dem Debantbach passiert?

Das Debanttal ist vom Lienzer Talboden aus der einzige Zugang zum Nationalpark Hohe Tauern. Es ist das Tor zum Nationalpark und zumindest die Flussabschnitte oberhalb der drei bereits bestehenden Wasserkraftwerke am Debantbach sollten naturnah und natürlich belassen bleiben.

Durch die Ausleitung von etwa 80 Prozent des Wassers für das Kraftwerk würden nicht nur viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten verschwinden, sondern auch der einzigartige Wildbachcharakter des Baches verloren gehen. Das Landschaftsbild in einem der beliebtesten Ausflugstäler würde sehr stark beeinträchtigt werden, so dass es auch zu negativen wirtschaftlichen Auswirkungen im Tourismus kommen könnte.

Es ist nicht einzusehen, dass der Debantbach für den Profit vornehmlich einer Firma geopfert werden soll, die Region im Gesamten aber mehr Schaden als Nutzen durch dieses Vorhaben erleidet!

Naturschutz ist „Erfolgsstory Osttirols“

Nicht umsonst gibt es, wie uns zu Ohren gekommen ist, von Seiten des Nationalparks und des Tourismusverbandes Überlegungen dazu, auch entlang des Debantbaches einen Flusserlebnisweg zu errichten.

Die Erfolgsstory Osttirols ist jedenfalls untrennbar mit dem Naturschutz verbunden. Sei es der Erhalt des Dorfertales, das ursprünglich auch der Wasserkraft geopfert werden sollte, sei es die Errichtung des Nationalparks oder die Ausweisung des Natura2000-Gebietes „Osttiroler Gletscherflüsse Isel, Schwarzach und Kalserbach“. Alle drei Schutzprojekte haben sich aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit und Besonderheit als Quotenhits in der Beliebtheit bei Bevölkerung und Touristen erwiesen. Warum also diesen Erfolgsweg nicht auch beim Debantbach fortführen?

Vielen Dank an jene GrundeigentümerInnen und die Gemeinde Nußdorf-Debant, die sich nach wie vor dem Projekt „Wasserkraftwerk Debantbach Oberstufe“ widersetzen, da ihnen, ebenso wie uns, bewusst ist, welchen Wert ein natürlicher Bach besitzt. Hoffentlich ist man sich dessen auch bei der naturschutzrechtlichen Verhandlung am 7. Juli bewusst!

Mag. Renate Hölzl
Obfrau Verein Osttirol Natur

Renate Hölzl unterrichtet Biologie am BG/BRG Lienz und ist seit 2020 Obfrau des Vereins Osttirol Natur.

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