Am 28. Juni 2025 ereignete sich der Großbrand auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums der Firma Rossbacher. Über 70 Feuerwehren versuchten drei Tage lang, das Feuer zu löschen. Nahezu die gesamte betriebliche Infrastruktur auf dem Gelände wurde zerstört. Rund ein Jahr später beginnen die Arbeiten für den Wiederaufbau.

Moderne Technologien
Um 41 Millionen Euro will die Firma Rossbacher den Standort neu aufbauen, technisch modernisieren und den Brandschutz ausbauen. Auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern sollen sieben Hallen entstehen. Aktuell finden Vorarbeiten für den Baustart auf dem Gelände statt. Mitte Juli sollen die Arbeiten dann beginnen.
Im Zuge des Wiederaufbaus wird in moderne Technologie investiert. So etwa wird eine vollautomatische Kunststoffsortieranlage errichtet. Diese werde eine doppelt so hohe Sortierleistung haben, wie die ursprüngliche. Die Anlage arbeitet laut Unternehmen mit einer speziellen Infrarottechnik, die das aufgearbeitete Material trennt. Diese Anlage werde die erste ihrer Art in Südösterreich sein.
Ebenso soll eine neue Ressourcen-Rückgewinnungsanlage Baustellenabfälle, Gewerbeabfälle und Sperrmüll effizienter trennen. Dadurch solle 50 bis 60 Prozent der enthaltenen Wertstoffe wiederverwendet werden können. In die beiden neuen Anlagen fließen rund 30 Millionen Euro.

Hohe Brandgefahr in der Abfallwirtschaft
Der Auslöser für den Brand vor einem Jahr soll eine beschädigte Lithiumbatterie gewesen sein. Im Weiteren kam es zu einer Explosion, wobei nicht ermittelt werden konnte, was der exakte Auslöser dafür war.
Lithiumbatterien befinden sich in vielen Alltagsgegenständen. Beispielsweise in elektronischen Zahnbürsten, blinkenden Kinderschuhen oder in E-Zigaretten. Das Problem ist, die Batterien sind hochentzündlich.
Elektronische Gegenstände werden oft falsch entsorgt und erhöhen dadurch die Brandgefahr enorm. Besonders in den Sommermonaten steigt das Risiko noch mehr. Durch eine höhere Durchschnittstemperatur im Raum entzünden sich die Batterien leichter und es kann zu einem Großbrand wie bei Rossbacher kommen. Allein in den letzten Wochen brannte es in Abfallzentren in Siggerwiesen in Salzburg und in Wien. In beiden Fällen vermutet man einen Akku beziehungsweise eine Batterie als Auslöser.
Bei der Firma Rossbacher sollen künftig automatische Löschsysteme in den Hallen das Risiko eines Großbrandes vermindern. Unter jeder der sieben neuen Hallen entstehen Löschwasserspeicher. In den Innenräumen befinden sich Löschmonitore, die im Brandfall das Feuer löschen sollen. Wenn eine Lithiumbatterie brennt, geht es vor allem darum, das Material im Umkreis zu löschen. Die Batterie selbst kann mittels Wasser nicht gelöscht werden.
Müll kommt auf die Schienen
Bereits vor dem Brand wurden Teile des Abfalls per Bahn zu den Verbrennungsanlagen transportiert. Bis 2028 will das Unternehmen das Bahngleis erweitern und somit den Lkw-Transport reduzieren.
In Österreich gibt es die gesetzliche Regelung, dass bestimmte Abfalltransporte per Bahn oder Transportmitteln mit gleichwertigem oder geringerem Schadstoff- oder Treibhauspotenzial erfolgen müssen. Das betrifft eine Menge von mehr als 10 Tonnen, bei einer Strecke von über 100 Kilometern innerhalb von Österreich.

Vollbetrieb ab Sommer 2027
Bei der Informationsveranstaltung am 10. Juli auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums von Rossbacher wurden die Bürgermeister:innen der umliegenden Gemeinden, Mitwirkende und Interessierte über die Pläne des Unternehmens informiert. In einem Jahr soll das fertige Zentrum eröffnet und der Vollbetrieb wieder aufgenommen werden.






Wie der Abfalltransport per Schiene optimiert wird, erzählte Peter Sommer von der ÖBB Rail Cargo Group. Foto: dolomitenstadt/Unterweger
Ein Posting
Ich finde, Abfalltransport gehört in ausschließlich auf die Schiene. Da ist ja nichts mehr zeitkritisch, ob der Müll diese oder nächste Woche ankommt, ist ziemlich egal.
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