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Firma Rossbacher: 41 Mio. Euro für Wiederaufbau

Zwei Jahre nach dem Großbrand soll das neue Abfallzentrum in der Debant 2027 wieder den Vollbetrieb aufnehmen. 

Am 28. Juni 2025 ereignete sich der Großbrand auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums der Firma Rossbacher. Über 70 Feuerwehren versuchten drei Tage lang, das Feuer zu löschen. Nahezu die gesamte betriebliche Infrastruktur auf dem Gelände wurde zerstört. Rund ein Jahr später beginnen die Arbeiten für den Wiederaufbau.

Drei Tage lang haben knapp 1.000 Einsatzkräfte den Brand im Juli 2025 gelöscht. Foto: expa/Christian Groder

Moderne Technologien 

Um 41 Millionen Euro will die Firma Rossbacher den Standort neu aufbauen, technisch modernisieren und den Brandschutz ausbauen. Auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern sollen sieben Hallen entstehen. Aktuell finden Vorarbeiten für den Baustart auf dem Gelände statt. Mitte Juli sollen die Arbeiten dann beginnen. 

Im Zuge des Wiederaufbaus wird in moderne Technologie investiert. So etwa wird eine vollautomatische Kunststoffsortieranlage errichtet. Diese werde eine doppelt so hohe Sortierleistung haben, wie die ursprüngliche. Die Anlage arbeitet laut Unternehmen mit einer speziellen Infrarottechnik, die das aufgearbeitete Material trennt. Diese Anlage werde die erste ihrer Art in Südösterreich sein. 

Ebenso soll eine neue Ressourcen-Rückgewinnungsanlage Baustellenabfälle, Gewerbeabfälle und Sperrmüll effizienter trennen. Dadurch solle 50 bis 60 Prozent der enthaltenen Wertstoffe wiederverwendet werden können. In die beiden neuen Anlagen fließen rund 30 Millionen Euro. 

In einem Jahr sollen auf rund 11.000 Quadratmetern Fläche sieben Hallen errichtet werden. Alle Hallen werden mit einem Löschsystem ausgestattet sein. Visualisierung: Bodner & Unterluggauer

Hohe Brandgefahr in der Abfallwirtschaft

Der Auslöser für den Brand vor einem Jahr soll eine beschädigte Lithiumbatterie gewesen sein. Im Weiteren kam es zu einer Explosion, wobei nicht ermittelt werden konnte, was der exakte Auslöser dafür war. 

Lithiumbatterien befinden sich in vielen Alltagsgegenständen. Beispielsweise in elektronischen Zahnbürsten, blinkenden Kinderschuhen oder in E-Zigaretten. Das Problem ist, die Batterien sind hochentzündlich.

Elektronische Gegenstände werden oft falsch entsorgt und erhöhen dadurch die Brandgefahr enorm. Besonders in den Sommermonaten steigt das Risiko noch mehr. Durch eine höhere Durchschnittstemperatur im Raum entzünden sich die Batterien leichter und es kann zu einem Großbrand wie bei Rossbacher kommen.  Allein in den letzten Wochen brannte es in Abfallzentren in Siggerwiesen in Salzburg und in Wien. In beiden Fällen vermutet man einen Akku beziehungsweise eine Batterie als Auslöser.

Bei der Firma Rossbacher sollen künftig automatische Löschsysteme in den Hallen das Risiko eines Großbrandes vermindern. Unter jeder der sieben neuen Hallen entstehen Löschwasserspeicher. In den Innenräumen befinden sich Löschmonitore, die im Brandfall das Feuer löschen sollen. Wenn eine Lithiumbatterie brennt, geht es vor allem darum, das Material im Umkreis zu löschen. Die Batterie selbst kann mittels Wasser nicht gelöscht werden.

Müll kommt auf die Schienen

Bereits vor dem Brand wurden Teile des Abfalls per Bahn zu den Verbrennungsanlagen transportiert. Bis 2028 will das Unternehmen das Bahngleis erweitern und somit den Lkw-Transport reduzieren. 

In Österreich gibt es die gesetzliche Regelung, dass bestimmte Abfalltransporte per Bahn oder Transportmitteln mit gleichwertigem oder geringerem Schadstoff- oder Treibhauspotenzial erfolgen müssen. Das betrifft eine Menge von mehr als 10 Tonnen, bei einer Strecke von über 100 Kilometern innerhalb von Österreich. 

Gemeinsam mit Arnold Bodner (links) und Mario Unterluggauer (rechts) stellte die Familie Rossbacher (v.l.: Lukas Rossbacher, Franz Rossbacher, Brigitte Rossbacher, Roland Pirker) die Pläne für das wiedererrichtete Abfallwirtschaftszentrum. Foto: dolomitenstadt/Unterweger

Vollbetrieb ab Sommer 2027 

Bei der Informationsveranstaltung am 10. Juli auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums von Rossbacher wurden die Bürgermeister:innen der umliegenden Gemeinden, Mitwirkende und Interessierte über die Pläne des Unternehmens informiert. In einem Jahr soll das fertige Zentrum eröffnet und der Vollbetrieb wieder aufgenommen werden.

Magdalena Unterweger

Madgalena Unterweger studiert Journalismus und Neue Medien in Wien. Praktische Erfahrung als Journalistin sammelt sie derzeit bei dolomitenstadt.at. Mehr von Magdalena Unterweger

9 Postings

Lienz4ever
vor einem Monat

Ich finde, dass das Krisenmanagement der Familie Rossbacher sehr gut war. Vor allem Franz Rossbacher hat in seinen Aussagen immer sehr fundiert gesprochen und auch viel Ruhe ausgestrahlt. Er hat vermittelt, dass ihm die Sorgen der Bevölkerung nicht egal sind. Und jetzt haben sie es geschafft, dass es einen Wiederaufbau der Anlage gibt. Ich wünsche alles Gute für die Vollendung dieses Projekts und auf dann auch wieder ruhigere Zeiten - für alle.

 
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chiller336
vor einem Monat

ich wünsche der äusserst netten und kompetenten familie rossbacher nach diesem verheerenden brand einen guten neustart und möge euch so ein inferno in zukunft erspart bleiben. und jenen, die batterien, akkus etc im restmüll entsorgen: schaltets endlich euer hirn ein .... ihr gehts ja auch einkaufen und in jedem lebensmittelgeschäft und altstoffsammelzentrum der gemeinden, gibts die möglichkeit, batterien abzugeben

 
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Rübezahl
vor einem Monat

Akkus und Batterien im Restmüll sind schon länger als Gefahr erkannt und schon mehrfach als Auslöser für Großbrände angegeben worden. Strengere Regeln im Umgang damit werden aber wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Schließlich will niemand diese buchstäblich heiße Kartoffel anfassen. Auf dem Lufbild vom Brand am Beginn dieses Artikels sind richtige Berge von bereits sortierten und teilweise vorbehandelten Materialien am Betriebsgelände zu sehen, die im Zuge des Nachmittags und Abends nach und nach in Brand geraten sind. Diese teils riesigen Mengen und die geringen Abstände dazwischen haben das Ausmaß des Geschehens wohl nicht gerade günstig beeinflusst!

Bleibt zu hoffen, dass im Zuge der Genehmigung der neuen Betriebsstätte klar geregelt wird, welche Höchstmengen an verschiedenen Abfällen und Sekundärrohstoffen auf dem Gelände "zwischengelagert" werden dürfen. Gemeinsam mit den im Bericht genannten Brandschutzmaßnahmen im Inneren der Hallen sollte das eine Wiederholung der Ereignisse vom Juni 2025 hoffentlich verhindern können.

 
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Karolus
vor einem Monat

Nun soll also der Müll von 500.000 Personen aus Bezirken in Tirol, Salzburg und Kärnten zu uns nach Osttirol kommen. Besonders interessieren würde mich: - Wie ist die Endlagerung geregelt? - Wird der Müll (teilweise) auch verbrannt? - Welche Behörde hat dieses Vorhaben wann? bzw. wie? genehmigt? Gerade das Bewilligungsverfahren könnte aufschlußreiche Antworten liefern. Wenn es denn möglich ist, bitte ich Dolomitenstadt um weitere, ergänzende Berichte und bedanke mich schon jetzt für die Mühen!

 
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lia
vor einem Monat

der erich war ein visionär, nicht die produktion von müll, sondern die entsorgung ist wichtig.

 
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lia
vor einem Monat

mir kommt vor, die italiener haben das abfallproblem besser im griff. die deutschen sind zu vergessen.

 
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steuerzahler
vor einem Monat

Ich finde, Abfalltransport gehört in ausschließlich auf die Schiene. Da ist ja nichts mehr zeitkritisch, ob der Müll diese oder nächste Woche ankommt, ist ziemlich egal.

 
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    Donnerwetter
    vor einem Monat

    ...wenn die zulässige Lagermenge überschritten wird, weil die Bahn nicht abtransportiert, das würde ich schon als kritisch sehen. Zudem ein klares Eingeständnis, daß die Bahn mit dem LKW nicht mithalten kann.

     
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      steuerzahler
      vor einem Monat

      Dann muß die Politik bei der Bahn entsprechende Schritte setzen. Nur immer zuschießen ist zu wenig, das erzeugt keinen Leistungsdruck.

       
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