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Peter Bruckner Preis 2026: Design trifft Handwerk

Aus 120 Einreichungen wurden herausragende Projekte prämiert, darunter ein Microsofa und ein Schattenspender.

Am Donnerstag, 9. Juli, wurden im Museum Aguntum die Gewinner:innen des Peter Bruckner-Designpreises gewürdigt, der unter dem Motto „Design, Produktion, Transformation“ stand. Die prämierten Projekte wurden vor Ort ausgestellt und sind noch bis 6. September im Museum zu sehen.

Student:innen aus St. Pölten zu Gast in Osttirol

Bevor jedoch die Preisträger:innen verkündet wurden, fand eine Präsentation des Projekts „Design trifft Werkbank“ statt. Dabei arbeiteten junge Designer:innen, die an der New Design University in St. Pölten ausgebildet wurden, drei bis vier Wochen in Osttiroler Tischlereien, um den Werkstoff Holz auch aus einer praktischen Perspektive kennenzulernen.

Konkrete Einblicke in ihr Volontariat gab Design-Absolventin Lisa Seifter, die in der Tischlerei Großlercher in Gaimberg mitanpacken durfte. Gemeinsam mit ihrem „Lehrherren“ Andreas Großlercher präsentierte sie eine Tagesgarderobe, deren Beine zuvor schon als Lampenfuß gedient hatten.

Bei der Projektpräsentation von „Design trifft Werkbank“ stellten Lisa Seifter (Mitte) und Andreas Großlercher (rechts) eine gemeinsam entworfene und gefertigte Tagesgarderobe vor. Stefan Moritsch, Professor an der New Design University in St. Pölten, moderierte das Gespräch.

Andreas Großlercher konnte es sich seinerseits nicht verkneifen, dass der Einblick in „die Privatwirtschaft“ für die Designerin sicherlich eine wertvolle Erfahrung gewesen sei, da man eben nur in der Werkstatt am eigenen Leib erfahre, „was es heißt, 40 Stunden in der Woche zu arbeiten und pünktlich um sieben Uhr morgens im Betrieb zu sein“.

Über den Marktwert von Design und Handwerk

Im Anschluss stand ein Podiumsgespräch auf dem Programm, in dem sich Martin Bergmann, Designer und Mitbegründer des international tätigen Designstudios „Eoos“, und Martin Wetscher, Geschäftsführer der Wetscher GmbH, mit Moderator Stefan Moritsch über die Fragen unterhielten, warum manche Produkte ihren Preis wert sind und wie sich Designerstücke auf dem Markt behaupten können.

Martin Wetscher (links) und Martin Bergmann (rechts) erörterten Fragestellungen rund um die Marktfähigkeit von Design- und Handwerksprodukten.

Wetscher schwärmte in seinem Statement von der besonderen Qualität, die entstehe, wenn Design und Produktion aufeinander abgestimmt sind, und verpasste es auch nicht, den Osttiroler:innen Honig ums Maul zu schmieren: „Die Tiroler Handwerker sind die besten der Welt, aber die Osttiroler sind die besten des Universums. Wenn bei einem Wettbewerb ein Teilnehmer aus dem Bezirk Lienz dabei ist, gewinnt immer ein Osttiroler“, so der Geschäftsführer der Wetscher GmbH.

Bergmann lobte Vorzüge des Mittelstandes

Martin Bergmann, selbst gebürtiger Osttiroler, verwies auf die besondere Qualität von mittelständischen Handwerksbetrieben auf der einen und die Wichtigkeit von „Slow Design“ auf der anderen Seite. Zudem gab Bergmann Einblicke in seine eigene Tätigkeit und erklärte, dass die Entwicklung eines Themas vielfach Monate bis Jahre dauere. Auch bei neuen Kunden verbringe man als Designer mehrere Tage in der Werkstatt: „Die Fabrikshallen sind meistens irgendwo, wo es sonst nichts gibt. Aber genau da müssen wir hin. Wir müssen die DNA der Handwerker kennenlernen, müssen verstehen, wie sie arbeiten und eruieren, ob wir mit ihnen bis ans Limit gehen können.“

Auch in die diesjährigen Einreichungen für den Peter Bruckner Preis lieferte Bergmann, der gemeinsam mit Martin Wetscher, Katharina Bruckner und Reinhard Lobenwein die Fachjury gebildet hatte, Einblicke: In den aktuellen Projekten sehe man die Themen Kreislaufwirtschaft, Upcycling, Müll sowie den Umgang mit Holz - durchwegs seien „hervorragende Arbeiten“ geliefert worden.

Ausführlicher über die Vielseitigkeit der Einreichungen, die besondere „Magie“ der Objekte und seine Liebe zu mittelständischen Handwerksbetrieben spricht Martin Bergmann im Dolomitenstadt-Audio-Interview.

Die Gewinner:innen des Peter Bruckner Preises

Im Rahmen der anschließenden Preisverleihung standen dann die Projekte selbst im Zentrum, wobei zunächst die lobenswerten Erwähnungen sowie die Anerkennungspreise vergeben wurden. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete schließlich die Vergabe der Hauptpreise: Der dritte Platz ging an Arnoldas Šliuževičius mit dem Projekt „Révérences“, einem aus Industrieabfällen gefertigten Kaffeetisch.

Für ihr Microsofa wurde „Vandasye OG“, bestehend aus Georg Schnitzer, Christian Huemer und Peter Umgeher, mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Was dahinter steckt und was eine Bananenstaude mit dem Möbelstück zu tun hat, verraten Georg Schnitzer und Christian Huemer im Audio-Beitrag.

Der Hauptpreis wurde schließlich an Moritz Grünaug, Levent Ortak und Bastian Jannis Hau für ihr Projekt „Butterlfly“, eine schattenspendende Installation, vergeben. Die Einreichung stellt Bastian Hau vor.

Die anwesenden Preisträger:innen mit Barbara Hassler, Martin Wetscher, Martin Bergmann, Stefan Moritsch, Robert Weitlaner und Reinhard Lobenwein.

Kristina Sint

Kristina Sint hat Lehramt studiert und den Masterlehrgang „Journalismus und Medienarbeit“ abgeschlossen. Sie unterrichtet an der MS Egger-Lienz und lebt bei dolomitenstadt.at ihre Faszination fürs Schreiben und spannende Geschichten aus. Mehr von Kristina Sint

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