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Kunst und Musik zwischen Himmel und Erde

Das Museum in Sexten zeigt mit „Klangfarben“, wie Kunst, Musik und Spiritualität miteinander verschmelzen.

Schon beim Betreten des Museums fällt der Blick auf ein Cello. Es ist kein beliebiges Instrument, sondern jenes von Rudolf Stolz. Der bekannte Sextner Künstler war nicht nur Maler, sondern auch leidenschaftlicher Cellist. Genau dieses Cello bildet den Ausgangspunkt einer Ausstellung, die den Besucher auf eine Reise zwischen Himmel und Erde mitnimmt.

Im Eingangsbereich steht das Cello mit dem Rudolf Stolz früher spielte. Alle Fotos im Beitrag: Dolomitenstadt/Steinwandter

Das Museum im Ortskern von Sexten wirkt überschaubar und fast zurückhaltend. Umso überraschender ist die Wirkung der Sommerausstellung „Klangfarben“. Räume voller Gemälde, Installationen und Fotografien eröffnen eine Welt, in der Kunst nicht nur betrachtet, sondern beinahe gehört werden kann. Das Leitmotiv stammt von Friedrich de la Motte Fouqué: „Musik ist die Brücke zwischen Himmel und Erde.“ Dieser Gedanke zieht sich durch die gesamte Ausstellung.

Der Rundgang beginnt auf der Erde. Natürliche Materialien wie Sand, Stein oder Salz prägen viele Werke und verleihen ihnen eine besondere Bodenhaftung. Zu sehen sind Arbeiten bedeutender Künstler wie Giselbert Hoke, Valentin Oman und natürlich Rudolf Stolz, dessen Werk wie ein roter Faden durch die Ausstellung führt. Für ihn gehörten Malerei und Musik untrennbar zusammen. Sein Cello erzählt davon ebenso eindrucksvoll wie seine Bilder.

Über die Treppe geht es hinauf in den Himmel. Schon der Weg dorthin überrascht. Ein Gang mit musizierenden Engeln stimmt auf den oberen Ausstellungsbereich ein. Schließlich öffnet sich ein tiefblauer Raum, der Weite vermittelt und den Blick nach oben lenkt. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Vorstellung scheinen sich aufzulösen. Himmel und Erde erscheinen plötzlich nicht mehr als Gegensätze, sondern als Teile eines Ganzen.

Symbolischer Aufstieg über die Treppe in den oberen Stock - den Himmel.

Die eigentliche Verbindung zwischen beiden Welten ist jedoch die Musik. Sie ist in dieser Ausstellung nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Ein besonderer roter Faden besteht aus großformatigen Detailfotografien eines Cellos. Julius Berger junior richtet den Blick auf Holz, Saiten und feine Strukturen des Instruments. Aus scheinbar unscheinbaren Ausschnitten entstehen beinahe abstrakte Bilder, die den Weg durch alle Ausstellungsräume begleiten. Vom gewachsenen Baum bis zum schwingenden Klang erzählen sie die Geschichte eines Instruments, das Materie in Musik verwandelt.

Neben jeder Fotografie laden Texte internationaler Persönlichkeiten zum Innehalten ein. Musiker, Wissenschaftler, Kulturdiplomaten und Autoren beschreiben, was Musik für sie bedeutet. Immer wieder taucht dabei derselbe Gedanke auf. Musik verbindet das Sichtbare mit dem Unsichtbaren und schafft einen Raum, in dem sich Himmel und Erde begegnen.

Bei der Ausstellungseröffnung griff der bekannte Cellist Julius Berger genau dieses Thema auf. Er sprach über Klangfarben, über Wassily Kandinsky, der Farben hören konnte, und über die erstaunlichen Verbindungen zwischen Kunst, Musik und Natur. Seine Botschaft war einfach und zugleich tiefgründig. Klang ist weit mehr als das, was unsere Ohren wahrnehmen. Kunst beginnt dort, wo Sehen und Hören ineinander übergehen.

Die Sommerausstellung „Klangfarben“ lädt ein, genauer hinzusehen und bewusster hinzuhören.

Lea Marie Steinwandter

Lea Marie Steinwandter stammt aus Toblach, studiert in Klagenfurt und schreibt als freie Autorin für Dolomitenstadt. Mehr von Lea Marie Steinwandter

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