Endlich Ferien! Wenn die Schule aus ist, beginnt für viele Kinder die schönste Zeit des Jahres. Für viele Eltern wirft der Sommer aber eine Frage auf: Wer passt auf die Kinder auf, während wir arbeiten? Nicht alle können den ganzen Juli und August freinehmen, nicht alle haben Oma und Opa im selben Ort. Und so bleibt für manches Kind nur eine Option: die Kinderbetreuung.
In Lienz ist das nicht anders. Auch hier füllen sich die Räume des OKZ im Sommer mit Kindern, die ihre Ferien anders verbringen als die meisten ihrer Schulkolleg:innen. Zwischen Spielen, Basteln und dem gemeinsamen Essen vergehen die Tage – und am Ende sagen viele trotzdem: Es war schön.
Sabine Bodner ist seit 2017 Leiterin des Osttiroler Kinderbetreuungszentrums (OKZ). Bald feiert also nicht nur das OKZ, das es seit 1997 gibt, sondern auch dessen Leiterin ein Jubiläum.
Das OKZ betreut in diesem Sommer insgesamt 117 Kinder in der Volksschule Süd. Täglich unterhalten die neun Betreuer:innen 30 bis 50 Kinder mit einem abwechslungsreichen Programm. Neben dem Fixpunkt „Schwimmbad“ am Mittwoch und „Kennenlernen“ am Montag besuchen die Kids zum Beispiel verschiedene Blaulichteinrichtungen.
Aktivitäten wie Schnitzeljagd, Wasserspaß oder ein Fußballturnier stehen diesen Sommer ebenfalls auf dem Programm. Das Sommerprogramm wird von der Standortleitung und der pädagogischen Leitung gemeinsam im Vorfeld fixiert. Die OKZ-Kinderbetreuung folgt dem Motto: „Das größte Juwel des Himmels ist die Sonne, das größte Juwel unserer Einrichtung ist das KIND“.

Neben der Volksschule Süd bietet das OKZ auch noch an zwei weiteren Standorten ein Sommerprogramm an. An den anderen sechs Standorten (Kals, Matrei, Defereggen, Debant, Sillian, Kindervilla und Kolpinghaus) wird ganzjährige Betreuung geboten. Was macht das OKZ so besonders? Die Betreuung hält die Abholzeiten so flexibel wie möglich, damit auch Eltern mit Handelsberufen ihre Kinder problemlos zur Betreuung bringen können. Während der Schulzeit bietet das OKZ Eltern auch ein sogenanntes „Schultaxi“ an. Eltern bringen ihre Kinder dann einfach nach Bedarf in die Betreuung. Diese kümmert sich später darum, dass das Schulkind rechtzeitig dort erscheint und danach auch wieder abgeholt wird.
Damit das Angebot für die Kinder weiterhin bleibt, wünscht sich Sabine Bodner die Übersiedlung des Kolpingheims ins Sozialkompetenzzentrum. Die Idee wurde bereits im Gemeinderat vorgestellt und sei nicht nur wichtig, weil das Kolpinghaus zu klein ist, sondern auch weil die Einrichtung im Kolpingheim veraltet sei und nicht mehr den Standards entspreche.
Was der Chefin des OKZ wichtig ist: Die Betreuer:innen sollen Spaß an ihrem Beruf haben! Für sie steht das an erster Stelle. Sie sieht die Arbeit mit Kindern nicht als Beruf, sondern bezeichnet es als Berufung. Dass sie darauf bei ihren Mitarbeiter:innen besonders achtet, ist auch am Verhalten der Kids erkennbar. Schon nach wenigen Tagen blühen sie auf und fühlen sich in der Betreuung wohl. Für die meisten Kinder ist die Kinderbetreuung keine Strafe, sondern eine echte Freude. Sie knüpfen Freundschaften, probieren neue Dinge aus und hängen nicht den ganzen Tag am Smartphone.
Wie so ein Tag in der Kinderbetreuung aussieht und was Kinder und Betreuer:innen davon halten, zeigt das Video.
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