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„Unser Werkzeug ist unsere Empathie“

Notfallpsychologin Barbara Juen erklärt im Podcast, wie man Menschen durch Krisen begleitet.

Wenn Menschen traumatischen Ereignissen ausgesetzt sind, etwa einem Unfall, dem Suizid einer geliebten Person oder einer Umweltkatastrophe, sind sie zur Stelle: Notfallpsycholog:innen und Kriseninterventionsteams begleiten Betroffene sowie Angehörige und leisten Erste Hilfe in Ausnahmesituationen.

Barbara Juen, Leiterin der Arbeitsgruppe Notfallpsychologie und Psychotraumatologie an der Universität Innsbruck sowie Leiterin des psychosozialen Dienstes des Österreichischen Rotes Kreuzes, ist nicht nur selbst Notfallpsychologin, sondern auch in der Ausbildung und im Bundesrettungskommando tätig.

Barbara Juen, Expertin für Notfallpsychologie und Psychotraumatologie, erklärt im Dolomitenstadt-Podcast, wie Krisenintervention funktioniert, welche Maßnahmen ergriffen werden und warum eine strukturierte Zusammenarbeit essenziell ist. Foto: Dietmar Kratzer

Im Dolomitenstadt-Podcast erläutert sie, dass in einem Bedrohungsszenario als erstes Sicherheit und ehrliche Informationen zentral sind. In einem weiteren Schritt geht es darum, so schnell wie möglich das soziale Netzwerk zu aktivieren und Bewältigungsmöglichkeiten zu schaffen, indem bestimmte Aufgaben, wie z.B. Anrufe, erledigt werden. „Wir sagen immer, man muss mit den Leuten handeln und nicht für die Leute.“ Auf diese Weise halte man die Betroffenen handlungsfähig.

Insgesamt sind in der Ersten Hilfe fünf Kriterien wichtig, die eine Heilung und weitere Bearbeitung des Traumas erleichtern: Sicherheit und Information, Verbindung in einem sozialen Netzwerk, Ruhe bzw. Pausen, Wirksamkeit und Handlungsfähigkeit sowie Hoffnung.

Welche eigenen Erfahrungen Juen in der Notfallpsychologie gesammelt hat, etwa bei der Lawinenkatastrophe von Galtür, dem Brand-Unglück in Kaprun, während der Covid-Pandemie oder in der Migrationskrise, und warum gerade eine strukturierte Zusammenarbeit entscheidend ist, hören Sie im Podcast.


Der Dolomitenstadt Podcast ist ein akustisches Magazin, das die Redaktion von dolomitenstadt.at in Lienz zusammenstellt. Das Themenspektrum ist breit und beschränkt sich nicht nur auf die Region. Wir stellen spannende Projekte vor, widmen uns den Künsten und der Kunst des Lebens, schauen in Kochtöpfe und über den Tellerrand, greifen heiße Eisen an und diskutieren die Themen unserer Zeit mit Menschen, die etwas zu sagen haben. Zu finden auch auf Spotify und bei Apple Podcasts.

Kristina Sint

Kristina Sint hat Lehramt studiert und den Masterlehrgang „Journalismus und Medienarbeit“ abgeschlossen. Sie unterrichtet an der MS Egger-Lienz und lebt bei dolomitenstadt.at ihre Faszination fürs Schreiben und spannende Geschichten aus. Mehr von Kristina Sint

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