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Für ihren jüngsten Roman „Fabula Rasa“ taucht Vea Kaiser in die Welt eines Wiener Nobelhotels ein. Foto: Ingo Pertramer

Für ihren jüngsten Roman „Fabula Rasa“ taucht Vea Kaiser in die Welt eines Wiener Nobelhotels ein. Foto: Ingo Pertramer

Von Mölltaler Geschichten und kriminellen Frauen

Autorin Vea Kaiser über das Geschichtenfestival, das Autorinnendasein in Österreich und „Fabula Rasa“.

Vier Romane, penibel entwickelte Figuren, ein hoher literarischer Anspruch und pure Begeisterung für das „Mölltaler Geschichten Festival“ - all das zeichnet das Schaffen und Wirken der österreichischen Schriftstellerin Vea Kaiser aus.

Juryleitung beim „Mölltaler Geschichten Festival“

Erst unlängst leitete sie zum bereits dritten Mal die Fachjury beim Oberkärntner Kurzgeschichten-Bewerb und auch im nächsten Jahr will sie wieder dabei sein, wie Kaiser im Dolomitenstadt-Podcast bekräftigt: „Kurze Geschichten in einem der längsten Alpentäler auf die Bühne und zu den Leser:innen zu bringen, ist so was wahnsinnig Schönes und berührt mich jedes Jahr.“

Vea Kaiser ist Schriftstellerin, zweifache Mutter und leitete heuer zum dritten Mal die Fachjury des „Mölltaler Geschichten Festivals“. 1988 wurde sie in St. Pölten geboren, heute lebt Kaiser in Wien. Foto: Ingo Pertramer

Kriminell aus Mutterliebe

Sie selbst veröffentlichte im letzten Jahr ihren vierten Roman „Fabula Rasa - oder Die Königin des Grand Hotels“. Der Untertitel ist dabei kein Zufall, sondern hat System, trugen doch auch die drei vorhergehenden Werke entsprechende Ergänzungen.

Ebenfalls konsistent in Kaisers Bibliografie ist der Umstand, dass die Themen Familie und Generation umkreist werden. Warum das so ist, erklärt die Schriftstellerin so: „Ich begreife Geschichten ganz gerne in ihren Anfängen und Auswirkungen. Ich denke selber auch sehr oft darüber nach, wie das, was ich gerade mache, mit dem zu tun hat, was meine Familie mir mitgegeben oder selbst erlebt hat.“

Die Umstände, die auf eine Figur einwirken, spielen auch in „Fabula Rasa“ eine entscheidende Rolle. Der Roman handelt von einer jungen Frau im Wien am Ende der Achtzigerjahre, die in einem Traditionshotel als Buchhalterin Karriere macht und sich auf zweifelhafte Zahlenspiele einlässt, um das Etablissement zu retten. Mit einem kleinen Kind und auf sich allein gestellt, beginnt diese Hauptfigur Angelika Moser jedoch Rechnungen zu manipulieren, bis ihr die Zahlen um die Ohren fliegen.

Für die Erzählung gibt es ein reales Vorbild, an dem Kaiser vor allem zwei Aspekte faszinierten: „Der Betrug an sich hat mich nicht besonders interessiert, aber dass zum einen eine Frau betrügt, ist etwas, das wir selten hören. Und zum anderen dieses Motiv der Mutterliebe: Sofort habe ich darüber nachgedacht, was ich denn alles aus Liebe zu meinen Kindern machen würde. Und da musste ich halt schon feststellen: einfach alles.“

Neues Projekt in Arbeit

Im Moment ist Kaiser auf Lesereise, doch auch die Arbeiten an einem neuen Projekt laufen bereits. Warum davon vor kurzem hundert Seiten gelöscht werden mussten und worum es im neuesten Roman gehen soll, hören Sie im Podcast.


Der Dolomitenstadt Podcast ist ein akustisches Magazin, das die Redaktion von dolomitenstadt.at in Lienz zusammenstellt. Das Themenspektrum ist breit und beschränkt sich nicht nur auf die Region. Wir stellen spannende Projekte vor, widmen uns den Künsten und der Kunst des Lebens, schauen in Kochtöpfe und über den Tellerrand, greifen heiße Eisen an und diskutieren die Themen unserer Zeit mit Menschen, die etwas zu sagen haben. Zu finden auch auf Spotify und bei Apple Podcasts.

Kristina Sint

Kristina Sint hat Lehramt studiert und den Masterlehrgang „Journalismus und Medienarbeit“ abgeschlossen. Sie unterrichtet an der MS Egger-Lienz und lebt bei dolomitenstadt.at ihre Faszination fürs Schreiben und spannende Geschichten aus. Mehr von Kristina Sint

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