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Kinder und Jugendliche mit akuten psychischen Problemen müssen aktuell von Lienz nach Hall überwiesen werden. Foto: iStock/Vladimirov

Kinder und Jugendliche mit akuten psychischen Problemen müssen aktuell von Lienz nach Hall überwiesen werden. Foto: iStock/Vladimirov

Kinderpsychiatrie in Osttirol weiter schwach

Keine kinderpsychiatrische Abteilung am BKH und weiterhin auch kein „Home-Treatment“ im Bezirk. 

Nicht immer stellt ein Krankenhausaufenthalt für Kinder und Jugendliche mit psychiatrischen Erkrankungen die beste Lösung dar, da die Heranwachsenden aus ihrem vertrauten Umfeld herausgerissen werden.

Diesem Umstand soll das Behandlungsmodell „Home-Treatment“ Rechnung tragen, bei dem Kinder und Jugendliche über mehrere Monate in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld professionell betreut werden. Dabei arbeiten Fachärzt:innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Fachkräfte aus den Bereichen der Psychotherapie, Psychologie, Ergotherapie, Sozialpädagogik und Pflege zusammen. Die Behandlung bindet die Familien ein und orientiert sich am individuellen Bedarf der jungen Patient:innen.

Aufstockung der Plätze in Hall-Innsbruck

Mit Anfang 2027 wird das Konzept ausgeweitet, indem die Behandlungskapazität von bisher zehn auf künftig zwölf Plätze erhöht wird. Auch die Finanzierung ist bis Dezember 2028 gesichert, in der jüngsten Sitzung der Landes-Zielsteuerungskommission erkannten das Land Tirol und die Sozialversicherung rund zwei Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre zu.

Der Bezirk Lienz bleibt von der Ausweitung unberührt. Auf Dolomitenstadt-Anfrage erklärt ein Sprecher der Tiroler Landesregierung, dass die Platzerhöhung am bestehenden Projektstandort mit der vorliegenden Infrastruktur umgesetzt wird. Das ist derzeit der Zentralraum Hall-Innsbruck, wo das Projekt im November 2023 initiiert wurde. Seither wurden 95 Kinder und Jugendliche begleitet, wobei die Behandlungsdauer pro Person im Schnitt rund drei Monate beträgt.

Fehlt in Lienz das Personal?

Auf die Frage, warum in Osttirol kein Home-Treatment installiert wird, wo es im Bezirk doch keine kinderpsychiatrische Abteilung gibt, wird vonseiten des Landes auf die Zusammenarbeit mit bestehenden Einrichtungen verwiesen: „Das Bezirkskrankenhaus Lienz und das Landeskrankenhaus Hall arbeiten eng zusammen, um insbesondere in akuten Situationen die notwendige fachliche Versorgung sicherzustellen und bei Bedarf eine Verlegung an das LKH Hall zu ermöglichen.“

Zudem seien „ausreichende fachärztliche Personalressourcen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wie sie allen voran für die Projektphase am Standort Hall-Innsbruck vorliegen“ Voraussetzung für die Umsetzung des Behandlungskonzepts.

In Zukunft solle überdies die Kooperation zwischen dem BKH Lienz und dem BKH St. Johann weiter ausgebaut werden, wo laut Regionalem Strukturplan Gesundheit bis 2030 acht neue stationäre Plätze im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Psychosomatik geschaffen werden sollen. Die übrigen Ausbauvorhaben betreffen den Standort Hall mit neun neuen Plätzen sowie das BKH Zams mit fünf zusätzlichen tagesambulanten Plätzen.

Kristina Sint

Kristina Sint hat Lehramt studiert und den Masterlehrgang „Journalismus und Medienarbeit“ abgeschlossen. Sie unterrichtet an der MS Egger-Lienz und lebt bei dolomitenstadt.at ihre Faszination fürs Schreiben und spannende Geschichten aus. Mehr von Kristina Sint

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