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Kärntnerliga-Derby: Ein Remis im Kartenregen

Vor 1500 Zuschauern trennten sich Nußdorf-Debant und Matrei 2:2. Es gab drei Platzverweise.

Das Derby zwischen dem FC WR Nußdorf/Debant und der Union Matrei begann mit einem besonderen Akzent: Wie schon tags zuvor beim Spiel Dölsach gegen Lienz wurde für die Aktion „Movember Osttirol 2026“ geworben. Vor beiden Spielen wurde auf die Bedeutung der Männergesundheit aufmerksam gemacht, mit Schwerpunkten auf psychischer Gesundheit, Suizidprävention sowie Früherkennung von Prostata- und Hodenkrebs. Ärzte und Vertreter der Selbsthilfe Osttirol vollzogen den Ehrenankick, beide Mannschaften trugen beim Einlaufen auf das Feld eigens angefertigte Überziehleibchen um auf die Aktion aufmerksam zu machen.

Sportlich hatte das Match zwischen dem FC WR Nußdorf-Debant und der Sportunion Matrei dann auch alles, was ein Derby braucht: Emotionen, harte Zweikämpfe, viele Karten und einen dramatischen Schlusspunkt. Nach einem turbulenten Nachmittag im Aguntstadion trennten sich die Rivalen mit einem 2:2 – einem Ergebnis, mit dem beide Mannschaften unterschiedlich gut umgingen.

Ein Derby ist immer eine spezielle Situation und so begann auch diese Partie: Beide Teams suchten sofort den Weg nach vorne, die ersten Chancen ließen nicht lange auf sich warten. In der 11. Minute war es Luca Ronacher, der die Gäste in Führung brachte. Nach einer Ecke rotierte der Ball am Debanter Schlussmann Benjamin Unterwurzacher vorbei ins Netz.

Danach wurde es ein offenes, eher unspektakuläres Spiel. Große Torchancen blieben Mangelware, dafür sorgte Tobias Troyer kurz vor der Pause mit einem Foul für die erste Gelbe Karte der Partie. Mit 0:1-Rückstand ging Nußdorf-Debant in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel zeigten die Hausherren aber, dass sie den Rückstand nicht kampflos hinnehmen wollten. Bereits fünf Minuten nach Wiederbeginn war es Tobias Mikulan, der zum viel umjubelten 1:1 traf – und das Stadion wieder lauter werden ließ.

Nun wurde die Partie deutlich hitziger, was einen Kartenregen zur Folge hatte: Benjamin Cosic (59.), Julian Infeld (62.), Anton Steiner (63.), Alexander Wibmer (74.) und schließlich auch Torschütze Mikulan (75.) sahen den gelben Karton. Dazu kamen gleich zwei verletzungsbedingte Wechsel: Bei Matrei musste Kapitän Jonathan Panzl vom Feld, für ihn kam Samuel Berger. Beim FC-WR verletzte sich Ivan Makovec, Samuel Becciu übernahm seinen Platz.

Dann der Moment, der die Hausherren und ihre Fans in Euphorie ausbrechen ließ: Mikulan, der zuvor schon den Ausgleich erzielt hatte, traf rund 25 Minuten nach seinem ersten Tor erneut – diesmal zur 2:1-Führung für die Mannschaft in Schwarz. Die Hoffnung auf einen wichtigen und den womöglich ersten Sieg der Saison war zurück.

Matrei drängte jedoch in der Schlussphase mit allen verfügbaren Kräften auf den Ausgleich. Die Gastgeber verteidigten die Führung mit Leidenschaft und Körpereinsatz. Dennis Müller sah in der 77. Minute Gelb, in der 80. Minute marschierte der Doppeltorschütze Mikulan nach einer zweiten Verwarnung vom Platz. Nur eine Minute später wurde Manuel Hanser wegen Kritik verwarnt, in der 87. Minute folgte Luca Ronacher.

Dann die nächste Wende: In der 89. Minute musste auch Julian Infeld nach Gelb-Rot vom Feld. Die Heimmannschaft spielte die letzten Minuten in Unterzahl, Matrei hatte mit zwei Spielern mehr plötzlich die Trümpfe in der Hand.

In der 92. Minute kam der Erlösungsschlag für die Gäste. Nach einem Freistoß von Ronacher traf Philipp Wibmer zum 2:2. Der Schiedsrichter hatte zuvor fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt, pfiff aber nur wenige Augenblicke nach dem Tor ab. Das sorgte bei den Matreiern für Verärgerung – sie hätten mit zwei Mann mehr noch einmal auf den Siegestreffer drängen können.

Auch nach dem Schlusspfiff beruhigte sich die Lage nicht sofort. Kapitän Jonathan Panzl und sportlicher Leiter Harald Panzl erhielten noch die Gelbe Karte, Luca Ronacher, der zuvor bereits verwarnt worden war, sah nach dem Abpfiff Gelb-Rot und wird somit beim nächsten Spiel fehlen.

Emotionen, Zweikämpfe und ein dramatisches Finale. Die Bilder vom Derby:

Kantersieg für Dölsach im Derby gegen Lienz

Auch das Derby zwischen Dölsach und Rapid Lienz am Freitag stand im Zeichen des „Movembers“. Nach dem 2:2 zur Pause sorgten die Dölsacher mit drei Treffern binnen zehn Minuten am Beginn der zweiten Halbzeit für klare Verhältnisse. Philipp Hochegger glänzte mit einem Hattrick, während die Lienzer rund 20 Minuten vor Schluss auch noch Martin Neunhäuserer durch eine glatte rote Karte verloren.

Für Sillian gab es auswärts in Nötsch beim 4:0 nichts zu holen. Thal/Assling hingegen feierte gegen Egg einen deutlichen 6:2-Sieg, nachdem die Hausherren bereits zur Pause mit 3:1 geführt hatten.

Jasmina Berger

Jasmina Berger studiert Kommunikation an der Uni Salzburg, arbeitet als Fußball-Jugendtrainerin und als freie Reporterin für Dolomitenstadt. Mehr von Jasmina Berger

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