Haymon-Verlag setzt auf Qualität

Die erfolgreiche, nach dem gleichnamigen Riesen benannte Verlagsgruppe mit Sitz im Herzen von Innsbruck setzt mit ihrem Angebot markante Akzente im österreichischen Verlagswesen.

DOLOMITENSTADT.AT führte mit dem gebürtigen Osttiroler Markus Hatzer, Mitinhaber und Leiter des Unternehmens, ein Interview.

Herr Hatzer, wie gelang es Ihnen, Ihre Leidenschaft für Bücher zur Profession zu machen?

Der Verleger Markus Hatzer (Foto Bernhard Aichner)

Markus Hatzer: Bücher haben nicht nur schon früh meine privaten Interessen, sondern auch meine gesamte berufliche Laufbahn geprägt: ab 1981 als Buchhändler-Lehrling in Lienz, später als Buchhändler in Innsbruck. Es war für mich aber schon früh klar, dass es mich dauerhaft nicht befriedigen würde, Bücher nur zu verkaufen, ich wollte Bücher mitgestalten, eigene Buchideen realisieren, und habe daher ab 1987 begonnen, auch im Verlagsbereich aktiv zu werden. 1991 habe ich, gemeinsam mit Elfriede Sponring und Hans Dollfuß, den Studienverlag gegründet und mich ausschließlich darauf konzentriert, diesen Verlag weiterzuentwickeln und auszubauen. Heute gehören zu unserem Verlagshaus vier erfolgreiche Verlage, daneben habe ich auch im Jahr 2000 gemeinsam mit Thomas Wiederin die Buchhandlung Wiederin in Innsbruck gegründet.

Welche Ziele verfolgen die einzelnen Verlage und wie viele Neuerscheinungen/Neuauflagen gibt es jährlich?


In unserem Verlagshaus sind vier Verlage beheimatet: Der Haymon Verlag (Literatur und Sachbuch, jährlich ca. 60 Neuerscheinungen, davon die Hälfte in der Taschenbuch-Reihe HAYMONtb), der Löwenzahn Verlag (Sachbuch, jährlich ca. 30 Neuerscheinungen), der Studienverlag (Wissenschaft, jährlich ca. 100-120 Neuerscheinungen und 15 wissenschaftliche Zeitschriften) und der Skarabæus Verlag (Literatur und Kunst, jährlich ca. 15 Neuerscheinungen). Die Ziele für alle Verlage sind ähnlich: Zum einen bemühen wir uns für jeden Verlag in seinem jeweiligen Programmbereich, lesenswerte und gut gemachte Bücher zu gestalten und sie an ihr jeweiliges Publikum zu vermitteln, zum anderen ist es uns wichtig, mit guten AutorInnen langfristig und auf verschiedenen Ebenen erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Welchen Wert haben Bücher Ihrer Ansicht nach in einer von Internet und Fernsehen dominierten Bilderwelt?


Markus Hatzer: Auch wenn die Konkurrenz durch andere Medien wächst, muss man sich um das Medium Buch keine Sorgen machen, auch wenn man feststellen muss, dass es gerade für den Bereich Belletristik immer schwieriger wird, sich gegen andere Unterhaltungsangebote durchzusetzen. Doch Bücher aller Genres, vom Kinderbuch bis zur wissenschaftlichen Publikation, repräsentieren wie kein anderes Medium dauerhafte geistige Werte, die den Leser nicht auf den bloßen Konsumenten reduzieren, sondern eine aktive geistige Auseinandersetzung einfordern. Bücher bilden ein grundlegendes Fundament für unsere Gesellschaft und Kultur, daran wird sich auch in nächster Zukunft nichts ändern.

Zum Schluss eine private Frage: Welches Buch lesen Sie derzeit? Gibt es ein favorisiertes Genre?


Markus Hatzer: Neben einigen Manuskripten lese ich gerade den neuen Krimi von Bernhard Aichner der bei Haymon Taschenbuch erscheint:  „Die Schöne und der Tod“.

Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

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