Galerie 9900 zeigt Warhol und Picasso

Noch bis 8.10.2010: Ikonen der Moderne zwischen Experiment und Tradition.

Die in London aufgewachsene Designerin Christina Winkler-Darby bringt mit den unkonventionellen Ausstellungen ihrer Galerie 9900 frischen Wind in die Osttiroler Kulturlandschaft. Sie ist Kulturvermittlerin und Kosmopolitin. Geboren und aufgewachsen in der Hauptstadt Großbritanniens, wählte Christina Darby nach Absolvierung der St. Martin's Designerschule früh die Selbständigkeit und war als Freiberufliche in der Designwelt

Picasso in Osttirol

als „Troubleshooter“ tätig. Zu ihren Auftraggebern zählten berühmte Namen wie Karl Lagerfeld, Christian Dior, das englische Königshaus, Vivienne Westwood und David Bowie. Anfang der Achziger Jahre – einer Zeit des „professional chaos“, wie Winkler es nennt – wurde viel in Asien produziert. Ihre Ausbildung in Maschinenbau brachte der damaligen Jungdesignerin, die sich auf Hüte und Trendforschung spezialisiert hatte, zahlreiche lukrative Jobs.

Vor 13 Jahren übersiedelte Christina Winkler-Darby der Liebe wegen nach Lienz. Immer schon an Kunst interessiert, erkannte sie eine Marktlücke in der heimischen Kulturszene und eröffnete 2007 ihre Privatgalerie 9900 in der Alleestraße. Die Mutter zweier Kinder, die nach wie vor für zwei Unternehmen freiberuflich als Designerin tätig ist, organisierte seitdem eine Reihe sehenswerter Ausstellungen. In der aktuellen Schau werden Bilder von Schülern des Osttiroler Künstlers Mag. Michael Hedwig sowie Werke von Sharon Richter und Peter Wellington präsentiert. Zu sehen sind aber auch Arbeiten von weltbekannten Kunstgrößen wie Andy Warhol und Pablo Picasso.

Die Galeristin wählt für ihre Projekte stets das aus, was ihr gefällt, und hängt die Bilder selbst. „Zu einem unverwechselbaren Kunstwerk gehört für mich nicht nur technisches, handwerkliches Vermögen, sondern auch Intensität, Power und Authentizität“, ist die Galeristin überzeugt. „Das Bild oder die Skulptur muss die unverwechselbare Handschrift des Künstlers tragen und darf ruhig auch provozieren.“

Was viele Besucher nicht mitbekommen, ist die Arbeit abseits der Öffnungszeiten. Als Galeristin erfolgreich zu sein, bedeutet intensive Planung und straffes Management. „Die Vorarbeiten sind enorm“, betont Winkler. „90 % davon lassen sich planen und organisieren, der Rest ist oft last minute zu erledigen, da Künstler manchmal eine eigene Vorstellung von Professionalität und Verlässlichkeit haben.“

Seit Jahren veranstaltet die Galeristin regelmäßig die „Lange Tafel“, eine Einladung für rund 30 kunstinteressierte Gäste, die in entspannter Atmosphäre mehr über Kunst und Künstler erfahren möchten. Die Zeit in London und der Kontakt mit internationalen Kunden haben sie geprägt und ihren Weitblick geschärft. Ihr ästhetischer Anspruch an Strukturen, Ausdrucksformen und Materialien ist dementsprechend groß.

Mit Kunst umgibt sich die Galeristin auch gerne privat. Gibt es Lieblingskünstler? Ja, die hat sie. Winkler-Darby: „Ich bin besonders begeistert von Sedlak und Walchegger, Werke von ihnen schau ich immer wieder gern an. London fehlt der gebürtigen Engländerin in mancher Hinsicht. „Ich vermisse die Vielfalt und das Großstadtflair. Außerdem hat in London Teamwork, die Entscheidung in der Gruppe, mehr Bedeutung.“

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